Flurförderzeuge: Still forciert die Automatisierung

Vom Assistenzsystem zum autonomen Fahrzeug – bei Still können sich Kunden über mögliche Schritte hin zu mehr Automatisierung beraten lassen.

Für die Automatisierung von Intralogistik-Prozessen gibt es verschiedene Flurförderzeug-Lösungen. | Bild: Still
Für die Automatisierung von Intralogistik-Prozessen gibt es verschiedene Flurförderzeug-Lösungen. | Bild: Still
Tobias Schweikl

Immer mehr Unternehmen beschäftigen sich im Rahmen ihrer Intralogistik mit dem Thema Automatisierung. Die Gründe dafür reichen von einer erforderlichen Effizienzerhöhung über die notwendige Umstrukturierung von Prozessen bis hin zum Arbeitskräftemangel im Lager. Doch nicht jede hochkomplexe Innovation ist wirtschaftlich sinnvoll für jede Aufgabe. Der Flurförderzeughersteller Still begleitet Unternehmen Schritt für Schritt von der Potenzialanalyse über die Konzepterstellung bis zur Implementierung. Der Grad der Automatisierung wird von den Prozessen des Kunden bestimmt: manuell, halbautomatisch, vollautomatisch.

„Gemeinsam mit unseren Kunden analysieren wir den Materialfluss und ermitteln gezielt die Anforderungen und Rahmenbedingungen, um die passende Technologie und den richtigen Grad der Automatisierung für ihn zu finden. Dabei muss die Lösung zu den Geschäftsprozessen und den zukünftigen Anforderungen der Intralogistik passen“, erklärt Noë van Bergen, Head of Automated Solutions der Still GmbH.

Zusätzlich zu den klassischen Flurförderzeugen sowie unterstützenden Assistenzsystemen und autonomen und automatisierten Fahrzeugen bietet Still auch eine Systemlösung inklusive Planung, Projektierung, allen erforderlichen Komponenten, Implementierung und individuellen Servicekonzepten.

Einfacher Einstieg

Als Einstieg in die Automatisierung sieht Still sein Spektrum an Fahrerassistenzsystemen für seine Flurförderzeuge. Dabei werden einzelne Aufgaben vom Bediener auf das Fahrerassistenzsystem übertragen, mit dem Ziel, die Sicherheit sowie die Umschlagleistung zu verbessern und den Fahrer zu entlasten. Ein Beispiel dafür ist das „STILL iGo Pilot“-Navigationssystem: Mit dessen Hilfe wird ein vorher eingegebenes bzw. vom Warehouse-Management-System übertragenes Ziel automatisch angefahren, sobald der Antriebshebel betätigt wird. Das System spielt seine Vorteile vor allem im Schmalganglager bis in Einlagerungshöhen von 18 Metern aus. Dabei wird der Schmalgangstapler automatisiert über die ideale Route mit der Gabel direkt zur gewünschten Palette navigiert.

Ein weiterer Zwischenschritt zum vollautomatisierten Prozess ist der autonom agierende Assistent: individuelle, flexible Geräte, die den Anwender beim Kommissionieren unterstützen. Ein Beispiel dafür ist der „STILL OPX iGo neo“. Ein Kommissionierfahrzeug, das sich laut Hersteller in jeder Lagertopologie zurechtfindet, mit dem Bediener interagiert und ihm auf Schritt und Tritt folgt. Eine Einbindung in die Softwaresysteme des Kunden ist nicht zwingend notwendig. Somit handelt es sich um ein autarkes und autonomes System.

Vollautonom fördern

Die höchste Stufe der Automatisierung bei Still bilden vollautomatische Flurförderzeuge als Fahrerlose Transportsysteme (FTS) mit denen sich Materialflussprozesse vom Wareneingang über das Lagern, Puffern, Kommissionieren, die Produktionsver- und -entsorgung bis hin zum Warenausgang automatisieren lassen. Die angebotene „iGo systems“-Familie vereint eine breite Auswahl an automatisierten Serienfahrzeugen und verschiedenen modernen Navigationsarten.

Die iGo-Software übernimmt dabei die Fahrzeugsteuerung und Verkehrsregelungen und realisiert eine effektive Auslastung der Flotte sowie die Überwachung sämtlicher Batterieladezustände. Moderne Navigationstechnologien ermöglichen das sichere und selbstständige Bewegen der Fahrzeuge im Lager. Die Ausstattung der Fahrzeuge mit Personenschutzsystemen und passender Sensorik garantiert Sicherheit und sorgt für Palettenerkennung.

Darüber hinaus bietet Still mit „iGo insights“ ein cloudbasiertes Tool für die Auswertung verfügbarer Daten, das aus der Fülle der gesammelten Prozessinformationen Zusammenhänge filtert und konkrete Handlungsempfehlungen ableitet, wie sich Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit des Systems optimieren lassen. Das System nutzt das Prinzip des maschinellen Lernens, um die Performance des Systems zu verbessern. Alle Daten, die das FTS-Leitsystem über einen langen Zeitraum gesammelt hat, werden zur Auswertung in die Cloud hochgeladen und sind über das verschlüsselte Webportal online abrufbar. Die Software erkennt in diesem Datenverlauf Strukturen, berechnet Wahrscheinlichkeiten und ermöglicht ein proaktives Handeln – beispielsweise bei der Terminierung von Wartungen oder Reparaturen.

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