Ford forciert Transformation mit eigener Elektro-Sparte

Hersteller trennt das E-Geschäft von den konventionellen Verbrennern und will den Wandel so beschleunigen. Die drei Bereiche Elektro, Verbrenner und Ford Pro Dienstleistungen sollen aber weiter in Teilen kooperieren.

Good bank, bad bank? Ford will mit der Aufteilung der Bereiche schneller transformieren. | Foto: Ford
Good bank, bad bank? Ford will mit der Aufteilung der Bereiche schneller transformieren. | Foto: Ford
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der US-Autobauer Ford hat eine beschleunigte Transformation seines globalen Automobilgeschäfts angekündigt und trennt dafür die Geschäftsbereiche für Fahrzeuge mit Elektroantrieb und mit Verbrennungsmotor (ICE). Zudem will man eine neue Organisation realisieren, die mit dem Fokus und der Geschwindigkeit eines Start-ups Spitzentechnologie für die Kunden liefern soll. Künftig soll der Geschäftsbereich Ford Blue das konventionelle Portfolio von ICE-Fahrzeugen des Unternehmens ausbauen, um Wachstum und Rentabilität voranzutreiben, strikt Kosten reduzieren, Abläufe vereinfachen und die Qualität verbessern, heißt es vom Hersteller. Ford Blue werde die Entwicklung von Fahrzeugen und Fertigungskapazitäten für alle Ford-Geschäftsbereiche sicherstellen.

Innovationsabteilung Model e

Der Geschäftsbereich Ford Model e soll dagegen Innovationen und die Entwicklung zukunftsweisender Elektrofahrzeuge in großem Volumen beschleunigen und Software sowie Technologien für vernetzte Fahrzeuge und Dienstleistungen für den ganzen Konzern entwickeln. Die beiden Sparten sollen als eigenständige Unternehmen operieren, aber relevante Technologien und Best Practices teilen, um Skaleneffekte zu nutzen und betriebliche Abläufe zu verbessern, erklärt der Hersteller weiter. Die Sparten sollen wie auch der Geschäftsbereich Ford Pro bis 2023 eigenständige Geschäftsergebnisse ausweisen. Finanziell peilt man eine bereinigte EBIT-Marge des Gesamtunternehmens von zehn Prozent und Jahresproduktion von über zwei Millionen Elektrofahrzeugen bis 2026 an. Ford erwartet, dass Elektrofahrzeuge bis 2030 die Hälfte des weltweiten Volumens ausmachen werden.

„Wir haben in kurzer Zeit enorme Fortschritte gemacht und eine Reihe erfolgreicher Produkte auf den Markt gebracht. Die Nachfrage nach unseren neuen Elektrofahrzeugen wie dem F-150 Lightning und dem Mustang Mach-E übersteigt die Erwartungen“, erklärte Ford-CEO und Präsident Jim Farley.

Ziel des Strategieprogramms Ford+ sei es aber, wieder ein "wirklich großartiges, weltveränderndes Unternehmen zu werden", wie Farley warb.

"Wir gehen ‚all-in‘ und schaffen getrennte aber komplementäre Geschäftsbereiche. Dies kombiniert die Geschwindigkeit und ungebremste Innovation eines Start-ups bei Ford Model e mit dem industriellem Know-how und Volumen bei Ford Blue sowie dessen Kultmarken wie zum Beispiel dem Bronco, von denen Start-ups nur träumen können", glaubt der Ford-Boss.

Bestärkt worden sei diese Entscheidung durch die Erkenntnis, dass verschiedene Ansätze, Talente und Organisationen nötig seien, um die Entwicklung und Herstellung von elektrischen und digital vernetzten Fahrzeugen und Dienstleistungen voranzutreiben und gleichzeitig das volle Potenzial der Fahrzeugikonen unseres Unternehmens mit Verbrennungsmotoren voll auszuschöpfen, wie Farley weiter skizziert.

Die Etablierung des Geschäftsbereiches Ford Model e sieht man auch durch Erfolg derjenigen Ford-Teams beeinflusst, die klein, flexibel und fokussiert Fahrzeuge wie den Ford GT, den Mustang Mach-E und den F-150 Lightning-Pickup entwickelt haben, sowie von Fords speziellem Geschäftsbereich für Elektrofahrzeuge in China.

„Ford Model e wird Fords Zentrum für Innovation und Wachstum sein. Ein Team der weltbesten Software-, Elektro- und Automobiltalente, dessen Ziel es ist, wirklich unglaubliche Elektrofahrzeuge und digitale Services für neue Generationen von Ford-Kunden zu schaffen“, kündigt Farley an.

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