Ford Transit Custom: Als Elektro, Plug-in-Hybrid, Diesel und Allrad

Hersteller gibt weitere Details zur neuen Baureihe bekannt, die auch als Plug-in-Hybrid mit Parallelsystem, Diesel und Allrad kommt, zudem mehr Platz bieten soll sowie Vernetzung und Schnittstelle zu Aufbauern.

Als Elektro, Diesel und Teilzeitstromer: Ford stellt beim Transit Custom vom dem exotischen Range-Extender-Prinzip auf Parallelhybrid des Kuga um. Damit soll der PHEV-Van bis zu 57 Kilometer rein elektrisch rollen. | Foto: Ford
Als Elektro, Diesel und Teilzeitstromer: Ford stellt beim Transit Custom vom dem exotischen Range-Extender-Prinzip auf Parallelhybrid des Kuga um. Damit soll der PHEV-Van bis zu 57 Kilometer rein elektrisch rollen. | Foto: Ford
Johannes Reichel

Der Transporterhersteller Ford hat weitere Details zum neuen Ford Transit Custom bekannt gegeben, der neben der vollelektrischen Variante auch als paralleler Plug-in-Hybrid sowie als Diesel-Variante kommen wird. Die Auslieferung der ersten Transit Custom-Fahrzeuge ist ab der zweiten Jahreshälfte 2023 vorgesehen. Weiteres Highlight auf dem Ford Pro-Stand ist die neue Generation des Pick-ups Ford Ranger. Der Plug-in-Hybrid soll den Reichweitenvorteil und die Flexibilität eines konventionellen Benziners mit der Energie-Effizienz und der Laufkultur eines Elektromotors verbinden und setzt anders als der Vorgänger auf ein Parallel- statt des wenig überzeugenden und exotischen Seriell-Systems mit Range-Extender-Funktion.

Externe Stromversorgung auch im PHEV

Wie beim SUV Kuga oder anderen Ford-Pkw setzt sich das Plug-in-Hybrid-System des neuen Transit Custom zusammen aus einem 2,5 Liter großen Vierzylinder-Benziner, der nach dem effizienten Atkinson-Zyklus arbeitet, einem stufenlosen CVT-Getriebe und einem Elektromotor sowie einer Lithium-Ionen-Hochvolt-Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 11,8 Kilowattstunden. Rein elektrisch soll der Transit Custom PHEV bis zu 57 Kilometer fahren. Aufgeladen wird mit "moderaten" 3,6 kW in AC. Ebenfalls für den PHEV erhältlich ist das sogenannte „ProPower Onboard“-System mit externem Stromanschluss und Steckdosen im Laderaum, bei dem der Strom aus der Hochvolt-Batterie des Fahrzeugs stammt.

Selbstzünder wahlweise mit 8-Gang-Automatik

Selbstredend ist der neue Transit Custom aber auch wieder als Selbstzünder bestellbar, in vier Leistungsstufen der neuesten Ford EcoBlue-2,0-Liter-Dieselmotoren-Generation verfügbar: 81 kW (110 PS), 100 kW (136 PS), 110 kW (150 PS) und 125 kW (170 PS). Zur Wahl steht ein 6-Gang-Schaltgetriebe, das für mehr Traktion auf Wunsch mit einem mechanischen Sperrdifferenzial kombiniert werden kann. Darüber hinaus wird ein hocheffizientes 8-Gang-Automatikgetriebe eingeführt, das eine maximale Anhängelast von 2.500 Kilogramm ermöglicht und in Kombination mit einem erstmals für die Baureihe erhältlichen neuen Allradantrieb.

Mobiles Büro: Lenkrad in die Waagerechte

Wie bereits bei Vorstellung des E-Transit Custom angekündigt, wird auch für die gesamte Baureihe das sogenannte „Mobile Office“-Paket mit bis in die Waagrechte aufstellbarem Lenkrad erhältlich sein, das als Tisch genutzt werden kann. Die neue Plattform wartet zudem mit niedrigerer Ladebodenhöhe, je nach gewählter Fahrzeugvariante unter zwei Meter Gesamthöhe sowie Einzelrad-Aufhängung hinten auf. Erhältlich ist der Kompaktvan als Kastenwagen (Einzel- oder Doppelkabine) und als Kombi, in zwei Radständen, zwei Dachhöhen sowie den fünf Ausstattungslinien Basis, Trend, Limited, Trail und Sport. Auch die neue Variante mit L-förmiger Trennwand kommt für alle Antriebsarten. Sie bietet bis zu fünf Sitzplätze (drei vorne, zwei in der zweiten Reihe) vom Laderaum separiert, so dass auch maximal drei Meter lange Gegenstände transportiert werden können. Serienmäßig an Bord ist ein 5G-Modem und 13-Zoll-SYNC 4-Touchscreen.

Schnittstelle: Leichterer Zugang für Ausbauhersteller

Zu den Angeboten des Marktführers in Europa bei leichten Nutzfahrzeugen gehört außerdem das sogenannte Ford Pro Upfit-System, das neu eingeführt wird und sich an die Ausbau- und Umbau-Unternehmen wendet und ihnen die Integration von Zusatzfunktionen in die digitale Architektur der Kundenfahrzeuge erleichtern soll, wie es heißt. Kernelemente sind ein Schnittstellenmodul mit Zugang zum Bordnetz und die Integration und die Bedienung der zusätzlichen Features über den 13-Zoll-Touchscreen des Fahrzeugs, statt über gesonderte Schalter und Knöpfe. Dadurch sollen sich Fahrzeug-Umbauten und neue Funktionalitäten schneller und effizienter realisieren lassen. Zugleich werde auch die Zuverlässigkeit und die Sicherheit verbessert, da die Werksverkabelung nicht modifiziert werden müsse, um Steuerungselemente anzupassen, wirbt der Hersteller weiter.

Vernetzung serienmäßig

Alle Transit Custom-Fahrzeuge der neuen Generation sind per serienmäßigem FordPass Connect-Modem vollständig in das Ford Pro „Eco System“ integriert und vernetzt. Auf Wunsch steht das Service- und Dienstleistungsangebot von Ford Pro mit den Bausteinen Service, Charging, Software und Financing zur Verfügung.

Darüber hinaus macht der Ford Pro „Mobiler Service“ Fortschritte: Er soll bis Ende 2022 in Deutschland mit mehr als 80 Service-Fahrzeugen im Einsatz sein. Dieser bundesweiten Expansion war eine im März 2022 erfolgreich abgeschlossene Pilotphase mit fünf Händlerbetrieben vorausgegangen. Dabei habe sich gezeigt, dass den vollausgestatteten Werkstatt-Servicefahrzeugen auf Basis Ford Transit bis zu 70 Prozent der Leistungen einer stationären Ford Händler-Werkstatt erledigt werden können, von Software-Updates, über Inspektions- und Wartungsarbeiten bis hin zu Verschleißreparaturen.

Das geschehe grundsätzlich zu den bekannten Teile- und Lohnpreisen des jeweiligen Händlers. Die mobilen Werkstatt-Teams können dabei online auf alle Daten sowie technischen Informationen aus den Systemen zugreifen, die sie zu den jeweiligen Fahrzeugen benötigen, vorausgesetzt, das entsprechende Nutzfahrzeug hat ein vom Kunden aktiviertes FordPass Connect-Modem an Bord. In Großbritannien – der erste Markt in Europa, der diesen Service anbietet –, decke eine Flotte von 115 Fahrzeugen mittlerweile 90 Prozent des Landes ab und werde bis Jahresende aller Voraussicht nach mehr als 75.000 Service- und Reparaturarbeiten realisiert haben, avisierte der Hersteller.

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