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Fox Courier: Leipziger Kurierdienst setzt auf E-Mobilität

Kritik an wetterabhängiger Technik, lückenhafter Ladeinfrastruktur und mangelnder Förderung.
Überzeugungstäter am Start: Fox-Courier-Geschäftsführer Dieter Bugiel (rechts) bei der Rallye Lipsia E-Motion. / Foto: Fox Courier GmbH
Überzeugungstäter am Start: Fox-Courier-Geschäftsführer Dieter Bugiel (rechts) bei der Rallye Lipsia E-Motion. / Foto: Fox Courier GmbH
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Johannes Reichel

Mit als erstes Kurierunternehmen in Leipzig setzt die Fox Courier GmbH, Mitglied im Netzwerk Logistik Leipzig-Halle, auf Elektromobilität. Zwei Fahrzeuge der vom Pkw bis zum 7,5-Tonner-Lkw reichenden Flotte werden mit Strom betrieben. Dabei habe man aber bisher durchwachsene Erfahrungen gemacht, wie Firmenchef Dieter Bugiel gegenüber LOGISTRA erklärt. Störend sei in technischer Hinsicht vor allem die große Witterungsabhängigkeit der Fahrzeuge. "Im Winter halbiert sich die Reichweite glatt mal. Das geht eigentlich gar nicht", berichtet Bugiel. Aus dem Grund verwende man bisher auch nur die für Kurzstrecken gedachten Pkw-Modelle, einen E-Golf sowie einen E-Up von Volkswagen. "Wir setzen die Elektroautos für unsere Kurierfahrten im Gebiet Leipzig/Halle ein, da die Fahrten und besonders die Ladezeiten gut geplant werden müssen. Ich hoffe sehr, dass sich die Infrastruktur der Ladestationen in nächster Zeit verbessert, sodass wir die Elektrofahrzeuge in den nächsten Jahren auch für längere Strecken einsetzen können.“

Dann wäre für ihn auch denkbar, das Spektrum in größere Fahrzeugklassen zu erweitern. Anders als bei den täglich liefernden Paketdiensten mit festen Routen wisse man bei den Kunden von Fox Courier oft bis am Abend vorher nicht genau, wie weit und wohin die Fracht befördert werden muss. "Für diese Anwendung sind Elektrofahrzeuge einfach nicht flexibel genug", kritisiert Bugiel. Man plane die Touren jetzt also eher um das Auto herum, statt umgekehrt. Neben einer direkten Förderung durch finanzielle Anreize, über die die Bundesregierung derzeit bei der nationalen E-Mobilitätskonferenz debattiert, würde er sich auch wünschen, als E-Auto-Nutzer gewisse Privilegien, wie die Einfahrt in sensible Ladezonen zu erhalten. Zudem bemängelt Bugiel die bisher mangelnde Fachkenntnis der Verkäufer, bei denen er das Gefühl habe, sie seien einfach noch nicht richtig fit in dem Thema. "Klar, es gibt ja auch kaum Erfahrungswerte", äußert er Verständnis.

Bugiel ist aber ein Überzeugungstäter, der an die Elektromobilität glaubt und erst vor kurzem an der Elektro-Auto-Rallye Lipsia E-Motion teilnahm: "Wir müssen hier einfach etwas tun und einer muss den Anfang machen, mag er noch so holprig sein", begründet Bugiel sein Engagement, das auch vom Leipzig-Haller-Logistik-Netzwerk ermöglicht und unterstützt wird.

Umgekehrt profitiert auch das Netzwerk von seinen Erfahrungen. Toralf Weiße, Vorstandsvorsitzender des Netzwerks, begrüßt das Engagement des Mitglieds für den Umweltschutz: „Die Logistik kann einen wertvollen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung leisten. Neben der Reduzierung der Treibhausgasemissionen können auch Lärm oder Feinstaubemissionen verringert werden. Viele unserer Mitglieder haben sich der Herausforderung gestellt und die ‚grüne Logistik‘ in ihren Unternehmen eingeführt." Im 2008 gegründeten Netzwerk, dem 140 Unternehmen aus Logistik und nahen Dienstleistungen sowie Gebietskörperschaften, IHKs und Universitäten angehören, könne man die Kompetenzen bündeln, so Weiße.

Für Kurierunternehmer Dieter Bugiel ist die automobile E-Mobilität aber nur eine Option: In den kommenden vier Wochen testet er daher auch ein Elektro-unterstütztes Lastenrad für seinen Stadtkurierdienst. Bei der Elektrorallye belegte er übrigens den zweiten Platz, auch wenn es ihm darum nicht geht. "Wichtiger ist, sich mit den anderen E-Mobilitäts-Fans zu vernetzen und auszutauschen." Und das gute Gefühl, nicht ganz allein zu sein in seinem Bestreben um nachhaltige Mobilität.

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