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Für Einzelhandel und KEP-Dienste: Effiziente Lastenrad-Logistik in Mittelstädten

Eine Projektkooperation zwischen der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz und dem PedeListics-Team der TH Nürnberg untersucht die Einzelhandels- sowie Paketlogistik via Lastenrad in kleineren Städten. Auch der ÖPNV wird eingebunden.

(v.l.n.r.) Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft, THN | Dr. Johannes Kraus, Manager Logistik Initiative Bayern, CNA e.V. | Hidir Altinok, Klimaschutzmanager Amt für Nachhaltigkeitsförderung, Stadt Neumarkt i.d.OPf. | Prof. Dr. Niels Oberbeck, Präsident, THN | Thomas Thumann, Oberbürgermeister Neumarkt i.d. OPf. | Marc Reed, Projektmitarbeiter PedeListics, Carina Siefert, Projektmitarbeiterin PedeListics und Prof. Ralf Bogdanski. | Bild:Wiedmann/TH Nürnberg
(v.l.n.r.) Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke, Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft, THN | Dr. Johannes Kraus, Manager Logistik Initiative Bayern, CNA e.V. | Hidir Altinok, Klimaschutzmanager Amt für Nachhaltigkeitsförderung, Stadt Neumarkt i.d.OPf. | Prof. Dr. Niels Oberbeck, Präsident, THN | Thomas Thumann, Oberbürgermeister Neumarkt i.d. OPf. | Marc Reed, Projektmitarbeiter PedeListics, Carina Siefert, Projektmitarbeiterin PedeListics und Prof. Ralf Bogdanski. | Bild:Wiedmann/TH Nürnberg
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Tobias Schweikl

In einer aktuellen Projektkooperation zwischen der Stadt Neumarkt in der Oberpfalz und der Technischen Hochschule Nürnberg sollen zwei Einsatzfelder für das Lastenrad speziell für Neumarkt untersucht werden: zum einen Lieferungen des lokalen Einzelhandels und zum anderen Lieferungen der Kurier-, Express- und Paket- (KEP) Branche.

Zum Start der Zusammenarbeit trafen sich im Oktober 2022 Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann und der Klimaschutzmanager der Stadt Hidir Altinok mit dem Projektteam um Prof. Dr. Ralf Bogdanski in Nürnberg. Mit dabei waren auch der Präsident der Hochschule Prof. Dr. Niels Oberbeck und der Dekan der Fakultät Betriebswirtschaft Prof. Dr. Frank-Ulrich Fricke.

Bis 2024 sollen gemeinsam neue Lösungsansätze für die wachsenden Herausforderungen der Urbanen Logistik untersucht werden. Prof. Dr. Bogdanski forscht seit 2016 zum Thema Lastenradlogistik und konnte in vergangenen Projekten die Wirtschaftlichkeit des Lastenradeinsatzes im gewerblichen Kontext bestätigen.

„Die Lastenradlogistik leistet einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz und zur Erhaltung der städtischen Lebensqualität, beispielweise durch entlastete Verkehrsflächen, weniger Lärm oder die lokal emissionsfreie Zustellung.“, so Bogdanski.

Einzelhandel

Bei dem Konzept der Einzelhandelslogistik wird die Möglichkeit betrachtet, dass lokal eingekauft wird, die gewünschte Ware jedoch nach Hause geliefert werden. Dabei nimmt das Lastenrad als lokal emissionsfreies Transportmittel eine Schlüsselposition ein. Bei dem Konzept sind verschiedenen Szenarien denkbar, vom Einkauf vor Ort und der späteren Lieferung nach Hause bis zur Bestellung via Telefon oder über eine Online Plattform. Durch Befragungen werden die Rahmenbedingungen und Nutzungs- sowie Beteiligungsbereitschaften Neumarkter Bürger sowie der Einzelhändler untersucht.

„Ein solches System bietet sich in Neumarkt mit in der Regel eher kurzen Wegen hinsichtlich der nachhaltigen Aspekte geradezu an. Energieeinsparung, weniger Verkehr und bessere Luft sind nur einige positive Effekte dieser logistischen Ausrichtung. Ich hoffe sehr, dass dieses gemeinsame Projekt nicht nur viele gutheißen, sondern sehr viele auch mitmachen, damit wir sehen, welches Potenzial vorhanden ist und welche logistischen Anforderungen im Alltagseinsatz gemeistert werden müssen. Angesichts der aktuellen Energieknappheit und der hohen Energiepreise stellt dieses Konzept für mich eine sehr zukunftsfähige Lösung dar“, so Oberbürgermeister Thumann.

KEP-Dienste

Ebenfalls untersucht wird in Neumarkt der Einsatz von Lastenrädern in der KEP-Branche. Hier knüpft die Kooperation an ein bestehendes Forschungsprojekt von Professor Bogdanski an, bei welchem eine zusätzliche Integration des ÖPNV in die Lastenradlogistik auf der letzten Meile untersucht wird.

„Die mittlerweile bekannten Mikro-Depot-Konzepte, bei welchen an zentral gelegenen Orten ein Umschlag der Pakete vom KEP-Transporter zum Lastenrad stattfindet, sind in kleineren Mittelstädten meist nicht wirtschaftlich“, so Bogdanski. Der Anfahrtsweg eines Transporters bis zum Umschlag auf das Lastenrad ist zu weit, daher wollen wir untersuchen, ob Pakete diese Strecke auch mit dem ÖPNV zurücklegen können.“

Professor Bogdanski berichtet außerdem, dass alle großen KEP-Dienstleister Interesse an einer Beteiligung geäußert haben und gesprächsbereit seien.

„Dadurch können wir unsere Konzepte mit echten Daten simulieren und auf ihre Tauglichkeit befragen. Zusätzlich ermöglicht aber die breite Beteiligung von den Kommunen über die Verkehrsbetriebe bis zu Lastenradherstellern, dass die Anforderungen der verschiedenen Stakeholder an die ÖPNV-Integration die KEP-Logistik angemessen berücksichtigt werden“, so Bogdanski weiter.

In den kommenden Monaten will sich das PedeListics-Team um Professor Bogdanski an die Arbeit machen, um die Potentiale in Neumarkt zu erfassen. Ergebnisse werden Anfang 2024 erwartet.

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