Für KI-gestütztes Automatiklager: Still gewinnt IFOY Award

Für das neue Produktionslager von Danfoss Power Electronics erhielt der Intralogistikanbieter Still einen IFOY Award in der Kategorie „Integrated Warehouse Solution“. Danfoss habe 20 Prozent Kosten gespart.

Für das neue Danfoss-Lager lieferte Still eine Kombination aus jeweils drei automatisierten Serien-Flurförderzeugen (MX-X und EXV) inklusive der Installation aller Systemkomponenten. | Bild: Still
Für das neue Danfoss-Lager lieferte Still eine Kombination aus jeweils drei automatisierten Serien-Flurförderzeugen (MX-X und EXV) inklusive der Installation aller Systemkomponenten. | Bild: Still
Tobias Schweikl

Der Intralogistik- und Flurförderzeuganbieter Still hat für den Elektrotechnikspezialisten Danfoss Power Electronics im dänischen Tinglev ein neues Produktionslager realisiert. Für das Projekt wurde Still nun mit einem IFOY Award in der Kategorie „Integrated Warehouse Solution“ ausgezeichnet. Für das Unternehmen ist es der zehnte Titelgewinn in unterschiedlichen Kategorien. Frank Müller, Senior Vice President Brand Management / Sales & Service Steering Still EMEA, nahm den IFOY Award 2021 in Dortmund entgegen.

„Speziell bei dem jetzt mit dem IFOY Award ausgezeichneten Projekt konnten wir unsere in der Praxis gewonnenen Erfahrungen aus zahlreichen realisierten Automatisierungsprojekten überführen und anwenden. Dieses Handeln verschafft uns einen deutlichen Know-how-Vorsprung auf unsere Marktbegleiter, den wir zum Nutzen unserer Kunden weitergeben“, so Müller.

Das ausgeführte Gesamtsystem beinhalte bekannte logistische Komponenten, die in ihrem Zusammenspiel – das heißt ihrer Kommunikation über Schnittstellen für Sicherheit, Funktion und Optimierung unter der Verwendung von Deep-Learning-Verfahren – besonders zukunftsweisend seien, so die Jury. Die Funktionalität des realen Automatiklagers ist laut Juryurteil „mustergültig“.

„Das Danfoss-Projekt stellt ein eindrucksvolles Beispiel dar, wie in Zukunft automatisierte Lager gesteuert, überwacht und analysiert werden“, lautet das einhellige Urteil der internationalen Fachjury.

Für das neue Danfoss-Lager lieferte Still eine Kombination aus jeweils drei automatisierten Serien-Flurförderzeugen (MX-X und EXV) inklusive der Installation aller Systemkomponenten. Für die durchgängige Automatisierung des Materialflusses sind die Serien-Flurförderzeuge mit dem „iGo systems“-Automatisierungskit ausgestattet.

Durch identische Komponenten, Steuerungen und Interfaces entstehe ein leistungsfähiges AGV (Automated Guided Vehicle). Diese AGVs werden von einem Transport- und Verkehrsleitsystem gesteuert und überwacht. Transportaufträge erzeugt das WMS (Warehouse Management System) im SAP-Host und übergibt sie an das Leitsystem. Dieses erzeugt permanent riesige Mengen an Daten, mit denen eine Analyse des Automatiklagers in einer Cloud durchgeführt wird.

Ausgewertet werden diese Daten mit „iGo insights“, einem Tool, das aus der Fülle der gesammelten Prozessinformationen Zusammenhänge filtert und konkrete Handlungsempfehlungen ableitet. Nach Aussage der IFOY-Jury liefert insbesondere dieses Analysetool „einen weiterführenden hervorragenden Kundennutzen“. Es könne neben technischen Problemen einzelner Flurförderzeuge auch Optimierungspotenziale des Gesamtsystems wie beispielsweise „Bottlenecks“ aufzeigen.

Dazu benutzt iGo insights das Prinzip des maschinellen Lernens. Alle Daten, die das Leitsystem über einen längeren Zeitraum gesammelt hat, werden zur Auswertung in die Cloud geladen. Die KI-gestützte Software erkennt im Datenverlauf Strukturen, berechnet Wahrscheinlichkeiten und ermöglicht damit proaktives Handeln.

Eine erste Analyse des Betreibers habe eine Kosteneinsparung von etwa 20 Prozent ergeben, so Still. Angesichts dieser Werte werde das Lager zum Benchmark-Projekt: In Rødekro errichtet Danfoss aktuell ein modernes Distributionszentrum mit derselben Technologie. Es ist für den automatischen Betrieb von 15 MX-X Schmalgangstaplern und fünf EXV Hochhubwagen ausgelegt.

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