Futuricum: Erste Elektro-Schwerlaster realisiert

Vier Schweizer Kooperationspartner bauten zwei elektrische Futuricum-Sattelzugmaschinen zu Schwerlast-Trucks um.

Mit 900 kWh sollen die Futuricum-Lkw auch für Schwerlasttransporte geeignet sein. | Foto: Designwerk
Mit 900 kWh sollen die Futuricum-Lkw auch für Schwerlasttransporte geeignet sein. | Foto: Designwerk
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Elektro-Lkw arbeiten sich jetzt auch in Schwerlastsegment vor: So wurden die Futuricum-Lkw auf Volvo-Fh-Basis zusammen mit den bekannten Schweizer Logistikern Friderici Special und Galliker Transport zu Sonderfahrzeugen umgerüstet. Dafür wurden die Zugmaschinen um einen Meter verlängert, die Nutzlast wurde um zwei Tonnen erhöht – und die Akkukapazität wurde auf 900 kWh erhöht. An dem Projekt beteiligt sind außerdem die Designwerk-Gruppe und der Baumaschinenvermieter Avesco Rent. Außerdem hat das Schweizer Bundesamt für Straßen ASTRA für beide Exemplare eine Ausnahmeverfügung erteilt, sodass die modifizierten E-Sattelschlepper auf öffentlichen Straßen verkehren dürfen.

Bisher reichten die Futuricum-Akkukapazitäten bis zu 680 kWh, was für die meisten Anwendungen ausreicht. Aber im März teilte Designwerk mit, dass diverse Kunden zum Ausdruck gebracht hätten, „dass weitere Distanzen gewünscht und sowohl in ökologischer wie auch ökonomischer Hinsicht sehr interessant sind“ – sprich – auch Schwer- und Sondertransportanwendungen interessant wären. Was wiederum größere Akkus erforderte, die aber mit den regulären Achsabständen nicht möglich waren. Daher hatte Designwerk beim ASTRA einen Antrag auf eine Ausnahmeverfügung für zwei 40-Tonnen-Modelle gestellt, der nun genehmigt wurde. Dabei geht es um eine Zusatzlänge von einem Meter. Damit kann man die Akkus bei Sattelzugmaschinen und Automobiltransportern sowohl zwischen den Achsen wie auch hinter der Fahrerkabine zu platzieren. Designwerk-CEO Adrian Melliger erklärt dazu:

„Mit diesem zusätzlichen Meter können wir bis zu 900 kWh Batteriekapazität verbauen und eine konkurrenzfähige Reichweite auch im Logistikbereich erzielen.“

Mit der Extra-Akkukapazität vergrößert Designwerk den Aktionsradius und ermöglicht besonders energieintensive Anwendungen wie bei Schwer- und Sondertransporten. Das scheint anzukommen: Mittlerweile ging der dritte Auftrag für einen 900-kWh-Lkw ein, den die Schweizer Spedition Krummen Kerzers orderte. Dieser E-Lkw soll bis zu 500 Kilometer Reichweite bieten.

Das Designwerk-Know-how hat jüngst zum Einstieg der Volvo Group geführt, die nun 60 Prozent der Anteile der Designwerk Technologies AG übernahm. Designwerk und die Volvo Group arbeiten bereits seit mehreren Jahren zusammen, viele der Futuricum-Fahrzeuge basieren auf Volvo-Fahrgestellen. Erst Ende Dezember 2020 hatten die Partner angekündigt, ihre Kooperation auch auf Deutschland auszuweiten.

Was bedeutet das?

Elektro-Lkw sind am Kommen – jetzt auch im Schwerlastbereich – so lange die schweren Lasten nicht zu schwer und die Wege nicht zu weit sind. Die neuesten Futuricum-Lkw sind ein schwerer Schritt in die Richtung.  

Printer Friendly, PDF & Email