Gabelstapler: Unicarriers-Übernahme durch Mitsubishi ist vollzogen

Der japanische Gabelstaplerhersteller Unicarriers wurde zu 100 Prozent von seinem ebenfalls japanischen Konkurrenten Mitsubishi übernommen. Die Anteile sind bereits übertragen.
Der japanische Flurförderzeughersteller Unicarriers mit seiner skandinavischen Marke Atlet wurde nun von Mitsubishi übernommen. | Foto: Unicarriers
Der japanische Flurförderzeughersteller Unicarriers mit seiner skandinavischen Marke Atlet wurde nun von Mitsubishi übernommen. | Foto: Unicarriers
Tobias Schweikl

Wie der Gabelstaplerhersteller Unicarriers vermeldet, wurden am heutigen Donnerstag, den 31. März 2016, sämtliche Anteile der UniCarriers Holdings Corporation auf die Mitsubishi Nichiyu Forklift Co., Ltd. (MN) mit Hauptsitz in Nagaokakyo, Kyoto und die Mitsubishi Heavy Industries Forklift & Engine Turbocharger Holdings, Ltd. (MFET) übertragen. MFET ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Mitsubishi Heavy Industries, Ltd. (MHI) mit Hauptsitz in Minato-ku, Tokio. MFET hält demnach 65,0 Prozent der Anteile und MN 35,0 Prozent, sodass UniCarriers nun eine Enkelgesellschaft von MHI ist. Der Übergang war bereits seit Sommer 2015 avisiert.
Unicarriers hatte sich erst vor einigen Jahren als Zusammenschluss der Staplermarken Nissan Forklift, Atlet und TCM gegründet. Das Unternehmen versucht derzeit, über eine Modelloffensive und eine Ausweitung des Händlernetzes in Deutschland und Europa zu expandieren, ist bislang aber vor allem in Japan und Skandinavien stark. Vor diesem Hintergrund überrascht die Übernahme durch Mitsubishi, die ebenfalls in ihrem japanischen Heimatmarkt und über die Tochtergesellschaft Rocla in Skandinavien stark sind.
Gerüchte über eine mögliche Übernahme von Unicarriers kamen bereits Anfang 2015 auf, als das Manager-Magazin auf seiner Webseite meldete, dass der Gabelstapler-Hersteller Kion Interesse an seinem japanischen Konkurrenten hätte. Die im MDAX notierte Kion-Gruppe, zu der unter anderem die Marken Linde Material Handling und Still gehören, ist bei den Staplerherstellern weltweit die Nummer zwei hinter Toyota Material Handling und hätte von einem starken Partner in Japan und Asien profitieren können.
Mit 38,25 Prozent ist allerdings der chinesische Dieselmotorhersteller Weichai Power größter Anteilseigner bei Kion. Insider vermuten, dass die Übernahme von Unicarriers durch ein chinesisch dominiertes Unternehmen in Japan nicht gerne gesehen wurde. Die Chinesen hatten ihren Anteil erst im vergangenen Jahr um weitere 4,95 Prozent aufgestockt. Der Zukauf kostete Weichai 186,94 Mio. Euro.

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