Gebrüder Weiss eröffnet Logistikzentrum Straubing und kritisiert Politik für zögerliche Elektrifizierung

Der Logistiker nimmt mit Bayerns Ministerpräsident Söder die neue 3.700 Quadratmeter große Niederlassung in Straubing in Betrieb. Die Investition am Standort betrug 14 Millionen Euro. Kritik an Politik in Sachen E-Mobilität.

Start frei für das neues Logistikzentrum von Gebrüder Weiss in Straubing (v.l.): Thomas Peklo (Niederlassungsleiter), Markus Pannermayr (Oberbürgermeister), Ministerpräsident Markus Söder, Wolfram Senger-Weiss (Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Gebrüder Weiss) und Werner Dettenthaler (Geschäftsführer Landverkehr Deutschland). Foto: Gebrüder Weiss/Popp
Start frei für das neues Logistikzentrum von Gebrüder Weiss in Straubing (v.l.): Thomas Peklo (Niederlassungsleiter), Markus Pannermayr (Oberbürgermeister), Ministerpräsident Markus Söder, Wolfram Senger-Weiss (Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Gebrüder Weiss) und Werner Dettenthaler (Geschäftsführer Landverkehr Deutschland). Foto: Gebrüder Weiss/Popp
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Daniela Sawary-Kohnen)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat am gestrigen Donnerstag das neue Logistikzentrum von Gebrüder Weiss in Straubing eröffnet. Wolfram Senger-Weiss, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Gebrüder Weiss:

„Der Freistaat bietet uns gute Bedingungen für die Umsetzung unserer Wachstumspläne in Deutschland. In den vergangenen fünf Jahren haben wir in Bayern 120 Millionen Euro investiert mit dem Ziel, den bayerischen Industrie- und Handelsbetrieben Anschluss an nationale und weltweite Absatzmärkte zu bieten.“

Gleichzeitig kritisierte Senger-Weiss die Hindernisse auf dem Weg zur Elektromobilität:

„E-Lkw kosten das Dreifache im Vergleich zu Dieselfahrzeugen. Wir brauchen daher klare Perspektiven, wie es in Deutschland mit der Förderung von E-Lkw weitergeht.“

Trotzdem werde sein Unternehmen alle Möglichkeiten für eine klimaschonende Gütermobilität nutzen, technologieoffen und mit dem Ziel, bis 2030 die eigenen Anlagen und den Fuhrpark klimaneutral zu bewirtschaften, so Senger-Weiss. In Straubing ist bereits ein E-Lkw für Stückguttransporte im Nahverkehr stationiert.

Ausweitung schon in Planung

Auf einer Fläche von 3.700 Quadratmetern werden in Straubing eingehende Waren für die Weiterverteilung in Deutschland, den Transport in europäische Länder sowie für die Luft- und Seefracht nach Übersee versandfertig gemacht. Zudem soll das Terminal als Verteilzentrum für die Wirtschaftsregionen Ostbayern, Niederbayern und Oberpfalz dienen. Wolfram Senger-Weiss:

„Mit unserem neuen Standort sind wir jetzt noch näher bei unseren Kunden in Bayern, denen wir zuverlässige Transport- und Logistiklösungen, digitale Services und direkte Anbindung an unser weltweites Netzwerk bieten. Speziell nach Österreich und Südosteuropa garantieren wir dank unseres engmaschigen Standortnetzes effiziente Landtransporte aus einer Hand.“

Pläne, nach denen der Standort in den kommenden Jahren um weitere Lager- und Umschlaghallen vergrößert werden soll, würden bereits in der Schublade liegen. Für den Gesamtausbau des Standorts Straubing stelle das Unternehmen eine Investitionssumme im mittleren zweistelligen Millionenbetrag bereit.

Der Logistiker hat in den vergangenen Jahren in Süddeutschland ein dichtes Netz an Standorten aufgebaut und unterhält neben Straubing eigene Niederlassungen und Filialen in Aldingen, Altensteig, Bayreuth, Esslingen, Konradsreuth, Memmingen, Nürnberg, Passau und Waldkraiburg.