Geotab-Umfrage: Nachhaltigkeit Topthema in Flotten - E-Antrieb dominiert

Der IoT-Spezialist stellt die Ergebnisse einer Umfrage unter Pkw- und Transporter-Flottenbetreibern vor. Einige davon überraschten. Weg zur grünen Flotte geht über Elektro-Fahrzeuge.

Bei vielen Pkw- und Transporter-Flotten steht erst mal die Elektrifizierung im Fokus. | Foto: G. Soller
Bei vielen Pkw- und Transporter-Flotten steht erst mal die Elektrifizierung im Fokus. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Im Auftrag von Geotab führte Dataforce eine Umfrage unter 220 deutschen Fuhrparkleitern durch, die Flotten ohne Lkw zwischen zehn und 100 Fahrzeugen verwalten. Die Datenerhebung erfolgte im Oktober 2021. Hauptthema war Nachhaltigkeit. Und tatsächlich haben der Umfrage zufolge zwar 62 Prozent der Flottenbetreiber Nachhaltigkeitsziele definiert, aber: Nur 31 Prozent der Befragten verfügen über entsprechendes zweckgebundenes Zusatzbudget.

Nachhaltigkeit bedeutet für viele erst mal Elektroantrieb

Die unter Managern von 220 deutschen Pkw- und Transporterflotten durchgeführte Umfrage zeigte außerdem, dass für die Mehrheit der Weg zu einer nachhaltigeren Flotte ausschließlich über Elektrofahrzeuge führt. Nachhaltigkeit, das bedeutet für die Mehrheit der Befragten (90 Prozent) in erster Linie, die eigenen CO2-Emissionen zu senken. Für 59 Prozent der Befragten führt der Weg dorthin hauptsächlich über Elektrifizierung – andere Wege zu einer nachhaltigeren Flotte sind ihnen nicht bekannt. Immerhin 41 Prozent der befragten Manager nennen weitere Möglichkeiten neben der Elektrifizierung, die heute schon zur Nachhaltigkeit der Unternehmen beitragen. Diese Befragten führten als weitere Möglichkeiten unter anderem alternative Kraftstoffe, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Car-Sharing und Beeinflussung des Fahrerverhaltens an.

Telematik bleibt bei Pkw und Vans „exotisch“ – im Gegensatz zu Lkw-Flotten

Die Umfrage zeigte außerdem, dass Telematiklösungen im PKW- und Transporterbereich noch immer nicht weit verbreitet sind, da lediglich 18 Prozent der Befragten sie nutzen. Dies steht im Gegensatz zum Lkw-Sektor, in dem mehr als acht von zehn Fahrzeugen mit Telematikgeräten ausgestattet sind. Angesichts fehlender Vorschriften im Transport- und Pkw-Sektor für Fahrzeuge mit einem Gewicht von weniger als 3,5 Tonnen fehlt es eindeutig an Anreizen für den Einsatz von bordeigener Telematik. Und das trotz offensichtlicher Vorteile wie verbesserter Routenplanung, Kostensenkung und effizienterem Fahrzeugmanagement.

Telematik böte noch viel Optimierungspotenzial

Unter den befragten Telematiknutzern setzen immerhin fast ein Drittel (28 Prozent) ihre Geräte vorwiegend auch dazu ein, die Emissionen ihrer Flotte zu reduzieren. Demnach gibt es also noch viel ungenutztes Potenzial, um ohne zusätzliche Investitionen die Nachhaltigkeit der Fuhrparks zu optimieren. Klaus Böckers, Vice President Nordics, Central and Eastern Europe von Geotab, erklärt dazu:

„Dass sich Unternehmen aus dem Transportsektor Nachhaltigkeitsziele setzen, ist richtig und wichtig. Uns ist aber auch bewusst, dass bei den engen Margen in der Branche die Mittel dafür nicht auf der Straße liegen. Umso wichtiger ist es zu erkennen, dass sich Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit nicht ausschließen müssen. Bei Treibstoffeinsparungen liegt es auf der Hand, aber auch die Umstellung auf Elektrofahrzeuge kann sich finanziell lohnen.“

Um sinnvolle Rückschlüsse über das Fahrerverhalten ziehen zu können, und daraus Erkenntnisse zur Emissionsreduktion und Fahrersicherheit zu gewinnen, wäre allerdings eine Telematiklösung notwendig. Eine solche nutzen weniger als ein Fünftel der Befragten. Im Lkw-Sektor hingegen nutzen bereits 87 Prozent der Fuhrparks Telematik, wie eine frühere Umfrage von Geotab ergab. Dieser Umstand mag zum einen daher rühren, dass für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen die Pflicht zur Lenkzeiterfassung besteht, zum anderen berichten die Befragten dort aber auch von weiteren positiven Effekten durch die Telematiknutzung: Verbesserte Routenplanung (66 Prozent), Kostenreduktion (64 Prozent) und effizientere Fahrzeugverwaltung (52 Prozent) führen diese Liste an. Böckers ergänzt dazu ganz realistisch:

„Nachhaltigkeit kann natürlich nicht von heute auf morgen erreicht werden, daher ist der erste Schritt hier der wichtigste. Erst wenn Hürden identifiziert und behoben worden sind, können Unternehmen ihren Weg zur Nachhaltigkeit ebnen. Mit Telematik-Software liefern wir Betreibern von Flotten aller Größen und Fahrzeugklassen die Informationen, die sie brauchen, um entweder Einsparpotenziale im konventionellen Segment auszumachen oder ihre Flotte auf Elektrobetrieb umzustellen.“

Was bedeutet das?

Interessant an der Geotab-Umfrage sind vor allem zwei Dinge: Erstens bedeutet Nachhaltigkeit für viele Flotten in erster Linie einmal Elektrifizierung. Und zweitens tut sich Telematik im Pkw- und Van-Segment immer noch sehr schwer, obwohl sie sehr große Einsparpotenziale hätte.

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