German Airways und Wingcopter kooperieren für Drohnen-Logistik

Das Fluggerät soll ab dem zweiten Halbjahr 2024 in den Einsatz fliegen – zunächst offshore, wie etwa für Ersatzteillieferungen an Windparks.

German Airways und Wingcopter wollen mit Offshore-Lieferungen den Einsatz von Drohnen vorantreiben. (Grafik: Zeitfracht/Wingcopter)
German Airways und Wingcopter wollen mit Offshore-Lieferungen den Einsatz von Drohnen vorantreiben. (Grafik: Zeitfracht/Wingcopter)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Matthias Pieringer)

Die Zeitfracht Gruppe und German Airways wollen Drohnen in der Logistik kommerziell einsetzen. In einer gemeinsamen Absichtserklärung mit dem deutschen Hersteller Wingcopter vereinbarten die Unternehmen jetzt den Kauf von 17 Transportdrohnen vom Typ Wingcopter 198 und Optionen für die Bestellung von zusätzlichen 115 Fluggeräten in zwei weiteren Tranchen bis Ende 2023. Das Fluggerät solle ab dem zweiten Halbjahr 2024 zum Einsatz kommen – zunächst offshore etwa für Ersatzteillieferungen in Windparks, teilte die Zeitfracht Gruppe am 29. März mit.

Auf fahrendem Schiff landen können

In diesem Geschäft sei die Zeitfracht Gruppe bereits mit ihrer Spezialreederei OPUS Marine erfolgreich tätig. Entsprechend technisch anspruchsvoll sei der Einsatz der Lieferdrohnen: „Sie müssen auch auf einem fahrenden Schiff punktgenau landen können. German Airways und Wingcopter werden bei der Entwicklung dieses Features eng zusammenarbeiten“, hieß es.

Flughafen Rostock-Laage für Testflüge

Die Wingcopter sollen vom Flughafen Rostock-Laage aus starten, der seit Jahresbeginn ebenfalls zur Zeitfracht Gruppe gehört und dem Entwicklungsteam von Wingcopter ein Umfeld für Testflüge sowie Räumlichkeiten für Messungen und die Auswertung der dabei gesammelten Daten bietet.

Als Unternehmen mit einem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) erfülle German Airways bereits wesentliche Voraussetzungen, um Wingcopters Lieferdrohnen in der „specific category“ und später auch in der „certified category“ betreiben zu können. Zudem sei German Airways auch IOSA zertifiziert und arbeitet damit nach den höchsten international vereinbarten Standards der internationalen Luftfahrtbehörde IATA, hieß es weiter. German Airways gehört zur Luftfahrtsparte der Zeitfracht-Gruppe.

Nutzlast von bis zu fünf Kilogramm

Die von Wingcopter entwickelten Drohnen können den Angaben zufolge mit einer Nutzlast von bis zu fünf Kilogramm beladen werden und schaffen – je nach Zuladung – eine Strecke zwischen 75 und 110 Kilometern.

Zeitfracht-Vorstand Wolfram Simon-Schröter: „In der Zeitfracht Gruppe sind wir sehr kreativ und immer daran interessiert, neue Technologien marktführend einzusetzen. Aus unserer Sicht ist die Zeit jetzt reif für den kommerziellen Einsatz von Drohnen etwa für die Auslieferung von Ersatzteilen in Offshore-Windparks. Mit German Airways, unserem Flughafen Rostock-Laage und der Erfahrung unserer Reederei OPUS bei Liefereinsätzen auf hoher See haben wir gemeinsam mit Wingcopter ideale Voraussetzungen, diese Technologie ein gewaltiges Stück voranzutreiben.“
 
„Wir freuen uns sehr, mit Zeitfracht einen Partner gewonnen zu haben, der über außerordentliche Erfahrung im Logistik- und Luftfahrtbereich verfügt“, ergänzte Tom Plümmer, Mitgründer und CEO von Wingcopter. „Mit den geplanten Versorgungsflügen zu Schiffen und Offshore-Windparks werden wir einen neuen, stark wachsenden Anwendungsbereich erschließen, für den der Wingcopter 198 dank seiner hohen Effizienz, selbst bei extremen Wetterbedingungen, bestens geeignet ist. Zusätzlich bietet das Testgelände und die enge Zusammenarbeit die Möglichkeit zur gemeinsamen Erschließung weiterer vielversprechender Geschäftsfelder.“

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