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Gleam Cargo eBike: Mit automotiver Kompetenz und hoher Fahrdynamik

Österreichischer Anbieter strebt in die Serienfertigung seines Neigetechnik-Lastenrads mit 200 Kilo Nutzlast, das mit hoher Agilität und Fahrstabilität sowie Belastbarkeit punkten will. Preise ab 6.990 Euro, Auslieferung per Direktversand ab 2020, Plattform- und Boxaufbau.

 

Probieren geht über Studieren: Redakteur Johannes Reichel nutzte die Gelegenheit beim RLVD-Kongress und war angetan vom geschmeidigen Handling des Gleam-Cargobikes. | Foto: Gleam
Probieren geht über Studieren: Redakteur Johannes Reichel nutzte die Gelegenheit beim RLVD-Kongress und war angetan vom geschmeidigen Handling des Gleam-Cargobikes. | Foto: Gleam
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Johannes Reichel

Der österreichische Cargobike-Hersteller Gleam aus Wien strebt mit seinem Cargo eBike in Richtung Serienfertigung. Das auf der letzten Eurobike in Friedrichshafen in finaler Version vorgestellte schwere, E-Lastentrike soll ab nächstem Jahr ausgeliefert werden, wie am Rande des 1. Nationalen Radverkehrs-Konferenz in Berlin zu erfahren war. Der Preis beträgt 6.990 Euro netto für das Basismodell Freestyle X. Bei dem dreirädrigen Hecklader-Konzept mit 200 Kilo Nutzlast ist die Fracht auf einer Ladeplattform im Maß 60x120 (wahlweise länger) hinter dem Fahrer platziert. Für Gewerbetreibende ist eine individuell anpassbare, 500-Liter-Cargobox ebenso erhältlich wie eine offene Pritsche mit stabiler Metallreling sowie Sperrstange zum Fahrer. Für Privatanwender gibt es darüber hinaus eine Lösung mit wetterfester "Kabine". Perspektivisch lassen sich Boxaufbauten bis 1 m³ realisieren, für Frischdienstanwendungen setzt der Hersteller auf Passivkühlungen mit Styropor und Trockeneis, wo man schon für REWE in Wien gute Erfahrungen gesammelt hat.

Der Schwerpunkt der Fracht liegt bei dem Konzept eher tief und Chassis und Ladung soll durch durch die Federung sowie Neigungsmechanismus weniger starken Belastungen ausgesetzt sein als bei starren Trike-Konstruktionen, wie der Anbieter wirbt. Zudem wirkten auf die üblicherweise stark belasteten Räder und Speichen, bei Gleam als fünfstrahliges Rad aus Alu ausgeführt, weniger Seitenkräfte ein, da die Fracht sich mit in die Kurven neigt. Gerade die Räder und Speichen gelten als eine von Praktikern häufig kritisierte Schwachstelle der E-Cargobikes.

Die Hinterachskonstruktion ist an den großformatigen Alu-Rahmen angeflanscht und nimmt Anleihen bei automotiven Konstruktionen und soll sich auch in Sachen Robustheit und Laufleistung an automobilen Standards orientieren. Dafür soll auch ein wartungsarmer Riemenantrieb sorgen, der die Kraft eines 250-Watt-Bosch-Performance CX-Mittelmotors, gekoppelt an eine Enviolo-Automatik-Schaltung per Differenzial an die einzeln aufgehängten Hinterräder überträgt. Dieser wird von einem großzügig dimensionierten, platzsparend hinter dem Sitzrohr positionierten Lithium-Ionen-Akku mit 500 Wh Kapazität gespeist. Wahlweise gibt es einen zweiten Akku mit 1 kWh Kapazität, was dann für 60 Kilometer bei voller E-Unterstützung genügen soll.

Fährt wie selbstverständlich: Hohe Agilität und Komfort

In Fahrt gefällt das Gleam-Bike nach kurzer Eingewöhnung mit dem anfangs etwas kippeligen Neigemechanismus, den man im Stand per Bremshebel feststellen muss, mit exzellentem Handling sowie Agilität und hohem Komfort. Selbst grobes Kopfsteinpflaster verarbeitet das vollgefederte Chassis souverän, der Rahmen lässt keinerlei Verwindung erkennen. Auch Bordsteine nimmt man nötigenfalls recht geschmeidig und problemlos. Die großzügig dimensionierte Federgabel sorgt für Handling ähnlich bei hochwertigen Mountain-Bikes und man vergisst relativ rasch, dass da noch Ladung hinter einem platziert ist. Dazu trägt sicher auch das leichte Gewicht von 50 Kilogramm netto bei, maximal darf das Gesamtfahrzeug mit Fahrer 250 Kilogramm wiegen.

Außerdem erfolgt die Tretunterstützung (nur beim Pedalieren) sehr organisch, der Fahrer hat stets ein verbindliches Tretgefühl und präzise Kontrolle über das Lastenrad, selbst bei engem Manövieren etwa auf Gehwegen. Hier helfen zudem die schmale Silhouette sowie die kompakten Maße von radwegtauglichen 80 Zentimeter Breite und 2,5 Meter Länge. Auch der kleine Wendekreis des Bikes erleichtert das Handling. Wie üblich gibt es auch eine Manövrierassistenz bis 6 km/h, die man auch gehend nutzen kann. Die aufrechte Sitzposition ermöglicht guten Überblick sowie Sichtbarkeit gegenüber motorisierten Verkehrsteilnehmern.

Fertigung im "Motor Village" in Italien sowie den Niederlanden

Die kräftig dimensionierten und fein dosierbaren hydraulischen Scheibenbremsen lassen das Bike schnell und spurstabil zum Stillstand kommen. Das zentrale Bosch-Intuvia-Digitaldisplay ist gut ablesbar und selbsterklärend zu bedienen. Optional kann man eine Smartphone-Verbindung per Bosch Nyon ordern. Wie üblich lässt sich der Grad der Tretunterstützung je nach Beladung und Geschmack variieren. Insgesamt bewegt man sich mit dem Gleam Cargo eBike äußerst souverän und sicher durch den Straßenverkehr.

"Wir haben das Bike aus dem konkreten Alltag eines Wiener Lastenrad-Kurierdienstes heraus entwickelt, der nach einer praxistauglichen, robusten und zugleich agilen und komfortablen Lösung suchte", erklärt Gleam-Co-Founder und Managing Director Mario Eibl.

Mit der serienreifen Konstruktion will man jetzt zügig in die Fertigung einsteigen. Der Service soll gemeinsam mit lokalen Partnern nach festen Wartungszyklen erfolgen. Produziert werden die Rahmenteile vor allem im "Motor Valley" bei Bologna, wo man die Nähe zu Zulieferern und Entwicklungspartnern aus der Motorradindustrie wie BMW oder Ducati nutzt. Die Fertigung selbst erfolgt dann in einer "Smart Factory" in den Niederlanden, ebenso wie die Auslieferung ab 2020 per Direktversand.

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