GM: Comeback in Europa über den KEP-Markt?

Laut der Plattform „Autocar“ soll GM eine Rückkehr nach Europa erwägen.

Türöffner für ein Comeback: Vor allem in der Lieferlogistik sieht der US-Auto-Riese ein gewaltiges Potenzial und hat ein eigenes Ökosystem entwickelt, inklusive Fahrzeug, Software und Rollwagen. | Foto: GM
Türöffner für ein Comeback: Vor allem in der Lieferlogistik sieht der US-Auto-Riese ein gewaltiges Potenzial und hat ein eigenes Ökosystem entwickelt, inklusive Fahrzeug, Software und Rollwagen. | Foto: GM
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Mit dem Verkauf von Opel zog sich GM weitgehend aus Europa zurück. Bis auf das Midsize-SUV  Cadillac XT 4 mit 2,0-Liter Benziner oder Diesel und die Corvette hat er viertgrößte Hersteller der Welt keine Modelle im Portfolio. Das soll sich künftig wieder ändern wie GMs Europa-Chef Mahmoud Samara, erklärte. Ihm zufolge sei GM „sehr zuversichtlich, ein wesentlicher Akteur auf dem Markt zu sein“. Samara erklärte:

 „Chevrolet ist eine globale Marke, Cadillac ist eine globale Marke, Hummer ist eine globale Marke“.

General Motors hatte Ende 2021 einen neuen europäischen Arm gegründet und bereitet sich derzeit auf eine Rückkehr mit einem rein elektrischen Portfolio vor. Konkrete Pläne werden voraussichtlich Anfang 2023 bekannt gegeben. Alle E-Autos der GM-Marken bauen auf der Ultium-Plattform und Samara hob in dem Zusammenhang deren Flexibilität hervor um auch für europäische Kunden ein maßgeschneidertes Portfolio anbieten zu können:

„Mit dem, was die Kunden in Europa brauchen und was wir getan haben, um unser Unternehmen zu transformieren, glauben wir, dass dies eine einzigartige Gelegenheit für uns ist“.

Allerdings wollten GM und Samara bislang noch keine Einzelheiten nennen, mit welcher Strategie der Hersteller auf dem alten Kontinent ins Rennen geht. Gestartet werden soll wohl mit dem Cadillac Lyriq im Segment der oberen Mittelklasse und auch der riesige GMC Hummer könnte in seiner Nische der Offroader und Pick-Ups angeboten werden. Schwieriger ist die Positionierung von Chevrolet und noch schwerer tut sich GM offensichtlich die Marke Buick (wieder) zu internationalisieren.

Viel leichter dürfte man sich im gewerblichen Bereich tun: Hier hat GM mit Brightdrop – einem neuen kommerziellen Arm, der nicht nur elektrische Lieferwägen anbietet, sondern auch Software und Lagerfahrzeuge erfolgreich reüssiert – zumal sich der europäische Van-Markt gerade konsolidiert und noch nicht in Komplettsystemen denkt.

Was bedeutet das?

GM plant, in die EU zurückzukehren. Das interessanteste Angebot dürfte hier „Brightdrop“ sein, ein umfassendes Portfolio, das vom Van über Lagerfahrzeuge bis zur Software reicht und in der Logistik gern als All-in-Paket angenommen werden könnte. Neue elektrische Cadillacs, Hummers und Chevys dürften dagegen einen eher steinigen Weg vor sich haben und sollten besser bald als später kommen – denn auch Vinfast und zahlreiche chinesische Marken wollen in Europa starten – in einem grundsätzlich gesättigten Markt.

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