Göttinger Last-Mile-Start-up Grünfuchs liefert trotz Insolvenz weiter

Auch wenn man Insolvenz anmelden musste, weil im Zuge der Expansion das Geld ausging, das Liefer-Start-up aus Göttingen will weitermachen. Der Insolvenzverwalter sieht gute Perspektiven. Auch der Abwärtssog der Schnelllieferdienste könnte eine Rolle gespielt haben.

Will weiter besser liefern: Das Göttinger Start-up Grünfuchs musste zwar Insolvenz anmelden, hofft aber auf baldige Fortsetzung und fährt in Göttingen einstweilen weiter. | Foto: J. Reichel
Will weiter besser liefern: Das Göttinger Start-up Grünfuchs musste zwar Insolvenz anmelden, hofft aber auf baldige Fortsetzung und fährt in Göttingen einstweilen weiter. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der nachhaltige Logistikdienst „Grünfuchs GmbH“ hat im Kontext der weiteren Expansion nach Osnabrück Insolvenz beantragen müssen. Der Betrieb wird allerdings in Göttingen und Köln fortgesetzt. Geschäftsführer Felix Dossmann hatte die Insolvenz für die 2021 gegründete Firma frühzeitig beantragt, nachdem Verhandlungen mit potenziellen Investoren gescheitert waren. Intensive Verhandlungen seien bis zuletzt gelaufen, „leider ohne Erfolg“, erklärte Dossmann gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. „Wir konnten die geplante Finanzierungsrunde für dieses Jahr nicht erforderlich abschließen“, bedauert der Grünfuchs-Initiator. Nach seiner Einschätzung seien Investoren aktuell risikoavers, die Zinsen lägen hoch und der Logistiksektor habe als Sparte an Attraktivität verloren. Daran sei auch der Abwärtssog der Schnelllieferdienste schuld, die das Erfolgsversprechen nicht einlösen hätten können, so Dossmanns Analyse.

„Aus diesem Sog konnten wir uns auch mit großen Anstrengungen nicht befreien“, analysiert der City-Logistiker weiter.

 

Er hofft auch auf den erfahrenen Göttinger Insolvenzverwalter Peter Staufenbiel. Man wolle gemeinsam konstruktive Lösungen für eine Zukunft des Unternehmens und der Mitarbeitenden finden. Man sei "schon wieder auf einem guten Weg“, so Dossmann zur HNA. Der Insolvenzverwalter spricht daher auch nicht von Abwicklung, sondern davon, das Unternehmen zu erhalten. Er sieht Potenzial im Geschäftsmodell einer nachhaltigen, lokalen intelligeten „Letzten Liefermeile“ und glaubt, Interessenten finden zu können. Dossmann wolle nun Fehler hinterfragen, Methoden überarbeiten und die Erkenntnisse in den „neuen Grünfuchs“ integrieren.

„Aufgeben kommt für den Grünfuchs einfach nicht in Frage“, gibt er sich kämpferisch.