Grüne Logistik: GLS eröffnet EuropeanEcoHub

Paketdienstleister nimmt seinen neuen und zweitgrößten Standort Deutschlands in Betrieb - und mit geschlossenen Ressourcenkreisläufen inklusive Photovoltaik und Elektro-Mobilität den wohl grünsten.

Einweihung des neuen Standorts in Essen: (v.l.) Dr. Karl Pfaff, Vorsitzender der Geschäftsführung der GLS Germany; Gero Liebig, Region Manager West; Joachim Anna, Geschäftsführer Hilti Deutschland Logistik GmbH; Prof. Dr. Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen; Andreas Hill, Prokurist Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH; Thomas Kufen, Oberbürgermeister Stadt Essen. Foto: GLS Germany
Einweihung des neuen Standorts in Essen: (v.l.) Dr. Karl Pfaff, Vorsitzender der Geschäftsführung der GLS Germany; Gero Liebig, Region Manager West; Joachim Anna, Geschäftsführer Hilti Deutschland Logistik GmbH; Prof. Dr. Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen; Andreas Hill, Prokurist Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH; Thomas Kufen, Oberbürgermeister Stadt Essen. Foto: GLS Germany
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Daniela Kohnen)

GLS Germany hat am Mittwoch das neue EuropeanEcoHub für nachhaltige Paketlogistik in Essen an sein Netz angeschlossen. Die Investitionen belaufen sich auf rund 15 Millionen Euro. Der zweitgrößte Standort Deutschlands ist laut dem Kep-Dienstleister eine wichtige Säule für den Kapazitätsausbau im Ruhrgebiet. In seiner Europa-Hub-Funktion diene Essen zudem als europäische Drehscheibe - insbesondere zwischen Deutschland und den Benelux-Ländern, hieß es.

 „Dieser Standort setzt im Rahmen unseres GLS KlimaProtect-Programms ganz neue Standards - insbesondere hinsichtlich des nachhaltigen Betriebes. Gleichzeitig ist Essen ein maßgeblicher Baustein im regionalen und internationalen GLS-Netzwerk", erklärte Karl Pfaff, Vorsitzender der Geschäftsführung der GLS Germany.

In der ersten Bauphase entstand auf dem 53.000 Quadratmeter großen Gelände in Essen-Bergeborbeck eine Umschlaghalle von rund 8.500 Quadratmeter. Eine neue Fördertechnik und über 155 Tore für die Be- und Entladung sorgen nun täglich für die Abwicklung von bis zu 75.000 Paketen. In einer zweiten Ausbaustufe könne man mit den dann 30 Entlade-, 95 Belade- und 210 Zustelltoren bis zu 200.000 Pakete pro Tag umschlagen.

In der Anfangszeit würden dort zudem 250 bis 300 Arbeitsplätze geschaffen, von denen rund 165 als GLS-Mitarbeiter und über 100 bei GLS-Transportpartnern arbeiten könnten, so das Unternehmen. Die europaweite Paketdienstleistung von GLS solle laut Pfaff nicht nur qualitativ hochwertig sein, sondern auch nachhaltig. Daher teste und implementiere man europaweit immer wieder neue ressourcenschonende und klimaneutrale Lösungen. Das neue EuropeanEcoHub in Essen habe Modellcharakter für die gesamte Gruppe.

„Mit der Schaffung von immer geschlosseneren Ressourcenkreisläufen für Strom, Wasser und Luft sind uns drei innovative Meilensteine im Betreiben eines nachhaltigen Logistikstandortes gelungen, die weit über unsere bisherigen Umwelt-Lösungen hinausgehen“, meint Gero Liebig, GLS Region Manager West.

Die Nachhaltigkeit des Betriebs zeigt sich anhand von laut GLS drei gesetzten Meilensteine. So sind auf dem Hallendach 880 leistungsfähige Photovoltaik-Module installiert, die eine Leistung von 300 KWp oder 286 MWh pro Jahr produzieren. Ein Batteriespeicher in einem 20-Fuß-Container sichert den Depotbetrieb und die Versorgung der Ladeinfrastruktur für eFahrzeuge auch ohne Sonne.

Bereits jetzt sei die Anlage darauf ausgelegt, die Paketproduktion an 160 Tagen im Jahr autark von den Essener Stromversorgern zu betreiben. Gleichzeitig deckt die Regenwassernutzungsanlage den internen Nutzwasserverbrauch und versorgt extern das 1.800 Quadratmeter große Gründach sowie sichert die Wasserstände in dem nahe gelegenen Großbiotop mit Molchteichen auf dem Gelände. Die Wärmepumpentechnologie schließlich kann die Luft im Sommer in den Hallen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen bis zu vier Grad klimaneutral herunterkühlen.

Bis Ende nächsten Jahres will GLS in Essen über 20 Elektrofahrzeuge einsetzen. Zudem stünden Ladesäulen für die Fahrzeuge der Mitarbeiter, Transportpartner und deren Zustellfahrer und Besucher bereit, der der Kep-Dienstleister.

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