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Grüne Logistik: Minister fordert Handeln der Transportbranche

Beim zweiten Forum Grüne Logistik in Überlingen appelliert Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann an die Branche, nicht auf einen regulatorischen Rahmen der Politik zu warten. "Umweltschutz nicht per Dekret".
Keine Berührungsängste: Minister Hermann prüfte beim Forum Grüne Logistik in Überlingen den mit "tiefkaltem" LNG gefüllten Tank des Iveco Stralis NP. | Foto: Bodan
Keine Berührungsängste: Minister Hermann prüfte beim Forum Grüne Logistik in Überlingen den mit "tiefkaltem" LNG gefüllten Tank des Iveco Stralis NP. | Foto: Bodan
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Johannes Reichel

Der Baden-Württembergische Umweltminister Winfried Hermann (Grüne) hat beim zweiten Forum Grüne Logistik in Überlingen die Logistikbranche zu Eigeninitiative aufgefordert. „Wir werden den Umweltschutz nicht schaffen mit Dekreten der Regierung“, erklärte der Minister laut Südkurier. Es funktioniere nur, wenn alle gemeinsam anpackten. Das könne ein Vorteil für den Wohlstand der Gesellschaft sein, während man noch vor 20 Jahren Aussicht auf Erfolg nur bei einem freiwilligen Verzicht auf Wohlstand hätte erwarten können, warb Hermann für den Einsatz grüner Logistiklösungen. „Ich bin überzeugt, dass fossile Brennstoffe ein Auslaufmodell sind“, präzisierte der Minister. Von den Lkw-Herstellern forderte er angesichts steigender Schadstoffemissionen im Verkehr und Transportsektor auf, „mit größerem Engagement das Innovative zu suchen“.

Hermann zufolge komme ein Drittel aller Treibhausgase in Baden-Württemberg aus dem Verkehrs-und Transportsektor. Die CO2-Emissionen im Güterverkehr hätten seit 1990 trotz besserer Abgasreinigung um zehn Prozent zugelegt, weil das Verkehrsaufkommen überproportional angestiegen sei. Wolle man bis zum Ende des Jahrhunderts klimaneutral sein, müssten die Emissionen um 80 bis 90 Prozent sinken, so Hermann. Selbstkritisch merkte der Minister allerdings auch an, dass die Politik ihre Hausaufgaben machen müsse. So sei etwa das Steuersystem nicht umweltfreundlich meinte er im Hinblick auf die niedrige Besteuerung des Diesel als Kraftstoff. Zudem sprach er sich dafür aus, einen Teil des Güterverkehrs auf die Schiene zu verlagern. Pro transportierter Tonne müsse auf der Schiene nur ein Viertel des Diesels eingesetzt werden, der für den Transport auf der Straße nötig sei. Der Schienengüterverkehr sei technologisch allerdings im 19. Jahrhundert steckengeblieben, urteilte Hermann hart.

IHK-Präsident und Spediteur:Diesel wird schlecht geredet

Heinrich Grieshaber, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben und Inhaber des gleichnamigen Logistikdienstleisters aus Weingarten (Kreis Ravensburg), sprach sich dagegen für den Diesel als Antrieb aus: „Für mich ist der Diesel kein Auslaufmodell, und ich mache mir Sorgen, wie die Technologie in diesen Tagen schlechtgeredet wird.“ Die Industrie habe dem „Made in Germany“ und der Wirtschaft mit ihrem Verhalten gleichwohl schwer geschadet. Dennoch lobte Grieshaber den Einsatz der Initiatoren, die IHK zählte zugleich zu den Partnern der Veranstaltung, bei der in Überlingen mehr als 90 Teilnehmer gekommen waren.

Die Zeitschrift LOGISTRA war Medienpartner beim Forum Grüne Logistik, das vom Naturkostgroßhändler Bodan organisiert worden war und hat den Münchener Teil der Veranstaltungsreihe vor 70 Teilnehmern mit einer Moderation unterstützt. Das Format soll im nächsten Jahr fortgesetzt werden. Als Austragungsort ist diesmal die Bundeshauptstadt Berlin im Gespräch, wo auch der veranstaltende Bundesverband Naturkost und Naturwaren seinen Sitz hat.

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