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GS1: Blockchain-Projekt für Ladungsträgerhandling fortgesetzt

Für ein digitalisiertes Palletentauschmanagement haben sich 14 Partner zusammengetan, um eine blockchainbasierte Lösung zu entwickeln. Diese soll für mehr Effizienz und Transparenz sorgen.

Wird der Tausch von Ladungsträgern demnächst digital? An diesem Ziel arbeitet GS1 Germany gemeinsam mit 14 Partner aus Handel, Industrie und Technologie. (Symbolbild: Production Perig)
Wird der Tausch von Ladungsträgern demnächst digital? An diesem Ziel arbeitet GS1 Germany gemeinsam mit 14 Partner aus Handel, Industrie und Technologie. (Symbolbild: Production Perig)
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Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Pilotprojekts rund um den Palettentausch mit der Blockchain-Technologie hat GS1 Germany ein Nachfolgeprojekt an den Start gebracht. Wie die Standardisierungsorganisation am 13. Februar bekannt gab, soll gemeinsam mit 14 Partnern aus Handel, Industrie, Logistik und Technologie innerhalb von zwei Jahren eine blockchainbasierte, marktreife Lösung entwickelt werden, mit der sich der Tausch von Ladungsträgern digital, transparent und effizient verwalten lassen soll.

Von Henkel bis Lidl

Handelsseitig beteiligen sich an der Initiative laut GS1 Edeka und Lidl. Auf Herstellerseite seien Gärtnerei Ulenburg, Henkel und Vitakraft aktiv. Aus der Logistikwirtschaft übernehmen die Nagel-Group, Paki Logistics und Thermotraffic zentrale Rollen, so die Standardisierungsorganisation. Technologieseitig beteiligen sich Conet, das European EPC Competence Center (EECC), Lufthansa Industry Solutions und SAP. Beratende Funktion besitze die Anwaltskanzlei DWF. Die Projektsteuerung obliegt GS1 Germany als neutraler Plattform.

„Die Ergebnisse unseres vergangenen Pilotprojekts haben die Teilnehmer und uns darin bestätigt, eine Open Source-Lösung zu entwickeln, die alle Marktteilnehmer gewinnbringend für den Ladungsträgertausch nutzen können“, sagt Projektleiterin Regina Haas-Hamannt, Lead Innovation bei GS1 Germany.

Neben einigen der Pilot-Teilnehmer hätten sich weitere Unternehmen für die Mitarbeit gemeltet. Haas-Hamannt sieht dadurch den Bedarf des Marktes an neuen Erkenntnissen und praxistauglichen Lösungen bestätigt. Im Kern der Initiative stehe der Tauschvorgang von Ladungsträgern unterschiedlicher Art.

„Die Prozesse rund um den Ladungsträgertausch sind sehr komplex und von Intransparenz und Ineffizienz geprägt“, erklärt Dirk Freda, Lead Competence Center Supply Chain Management bei GS Germany.

Gemeinsames Ziel im Projekt sei es daher, mittels Blockchain mehr Transparenz und Effizienz im Markt zu erzeugen. Es gehe nicht um die Entwicklung einer weiteren Plattform, sondern darum, mittels Blockchain in Verbindung mit Standards Kompatibilität und Synergieeffekte zu schaffen, stellt Freda klar. Gelinge dieses Vorhaben, wäre das aus Sicht von GS1 Germany ein großer Schritt – insbesondere für den Logistiksektor. Perspektivisch könne eine solche Lösung aber für alle Branchen und Bereiche einen Mehrwert bieten, in denen Ladungsträger zum Einsatz kommen, so die Organisation.

Das Projekt sei bewusst auf zwei Jahre angelegt. Das vorherige Pilotprojekt hat GS1 zufolge gezeigt, dass die konzeptionellen Schritte vor der Entwicklung und dem Test der eigentlichen Blockchain-Lösung sehr komplex und elementar für den späteren Erfolg sind. Ohne einen klaren Anwendungsfall und funktionierende Governance-Strukturen könne die beste Blockchain keinen Mehrwert liefern. Die Projektteilnehmer fokussieren sich nach eigenen Angaben deshalb im ersten Projektjahr auf eine konsequent den Marktbedürfnissen angepasste Konzeption der späteren Lösung.

Drei Arbeitsgruppen, ein Ziel

Eine Arbeitsgruppe befasst sich mit der Definition des konkreten Anwendungsfalls: Welche Ladungsträger werden berücksichtigt? Wie unterscheiden sich die Tauschvorgänge voneinander? Welche Akteure in der Lieferkette sind jeweils involviert? Eine weitere Arbeitsgruppe entwickelt nach GS1-Angaben zeitgleich und im Schulterschluss mit der ersten Gruppe technologische Konzepte für die Umsetzung, sowie einfache Prototypen zu deren Validierung: Welche Blockchain-Technologie eignet sich am besten? Mit welchen Datenmengen muss die Blockchain-Lösung umgehen können? Welche Funktionen werden von den unterschiedlichen Akteuren benötigt? Eine dritte Arbeitsgruppe entwickelt parallel die Governance-Regeln für das spätere Blockchain-Konsortium – sowohl on-chain (Code), in der technischen Infrastruktur, als auch off-chain, jenseits der Technologie im Konsortium (Menschen): Wer darf welche Daten in der Blockchain sehen? Welcher Teilnehmer hat welche Rechte? Wer darf weitere Unternehmen in das Konsortium aufnehmen? Können Teilnehmer wieder austreten? Es gilt einen entsprechenden Vertrag für das Konsortium zu entwerfen, das später die Lösung betreibt, so GS1. Zudem sei ein entsprechendes Geschäftsmodell zu entwickeln und der Business Case durchzurechnen.

„Wir schätzen, dass wir nach rund einem Jahr soweit sein werden, auf Grundlage unserer konzeptionellen Vorarbeit die Lösung in der nächsten Projektphase implementieren zu können“, sagt Haas-Hamannt. „Gelingt uns dieser Riesenschritt, wird sich zeigen, ob der Markt bereit für Blockchain und damit auch für mehr Transparenz ist.“

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