GS1 Germany: Mit Block4Log den nächsten Schritt

Die Teilnehmer des Blockchain-Projekts haben sich auf eine Technologie und Governance-Regeln geeinigt.

GS1 Germany hat sich für das Projekt Block4Log zum digitalen Ladungsträgermanagment mit ihren Partnern auf wichtige Meilensteine verständigt. (Symbolbild: Production Perig/Fotolia)
GS1 Germany hat sich für das Projekt Block4Log zum digitalen Ladungsträgermanagment mit ihren Partnern auf wichtige Meilensteine verständigt. (Symbolbild: Production Perig/Fotolia)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Die Teilnehmer des von GS1 Germany geführten Blockchain-Projekts „Block4Log“ zum digitalen Tausch von Ladungsträgern haben nach eigenen Angaben weitere Meilensteine hinsichtlich der Projektrealisierung erreicht. Wie GS1 Germany am 1. Dezember mitteilte, wurden von den insgesamt 19 Beteiligten, zu denen Handelsunternehmen wie Edeka und Lidl zählen, Entscheidungen zu Prozessen, der verwendeten Blockchain-Technologie und den angestrebten Governance-Regeln getroffen.

Marktreife Lösung angestrebt

Ziel des Blockchain-Projektteams sei es, erstmals eine auf dieser Technologie basierende, marktreife Lösung zu entwickeln, mit der sich der Tausch von Ladungsträgern digital, transparent und effizient managen lässt. Und zwar nicht nur innerhalb von Deutschland, sondern europaweit. Im Fokus stünden dabei mehr als zehn verschiedene Ladungsträger, wie etwa Europaletten, Gitterboxen, Halb- und Viertelpaletten. Der Tausch soll über offene und geschlossene Pools erfolgen können. Die Projektpartner waren sich laut GS1 Germany darin einig, dass die zu entwickelnde Block4Log-Lösung als Open Source-Version langfristig von möglichst vielen Marktteilnehmern für einen reibungslosen Ladungsträgertausch genutzt werden soll.

Technische Anwendung festgelegt

Als wichtiger Punkt auf dem Weg zum Projektziel, konnte sich das Projektteam nach Eigenangaben nun auf die technische Anwendung einigen, auf der Block4Log basieren soll: „Hyperledger Fabric“ wurde als geeignete Blockchain-Technologie festgelegt, weil „sie in der Praxis bereits bekannt, erprobt und weit verbreitet ist und dabei ein großes Maß an Datensicherheit mitbringt“, so Regina Haas-Hamannt, Lead Innovation and Academy bei GS1 Germany.

Als weiteres wichtiges Etappenziel gilt der Entwurf eines Konsortialvertrags, der jetzt auf Basis des Governance-Konzepts erstellt wurde. Dabei galt es laut GS1 Germany folgende Fragen zu beantworten:

  • Wer darf was entscheiden?
  • Wie erfolgt die Kostenfinanzierung?
  • Welche Rollen gibt es in dem Geschäftsmodell und wie lassen sich die unterschiedlichen Rollen incentivieren?
  • Wer hat welche Verantwortung?
  • Wem gehört was (Intellectual Property)?
  • Wer hat welche Aufgaben und Befugnisse? Wie sieht der Business Case aus?
  • Wie lautet die Zielvision?

Zu all diesen Fragen hätten die Projektpartner gemeinsame Antworten definiert. Klar wurde den Teilnehmern zufolge dabei auch: Es soll die erste Anwendung sein, für die die Blockchain-Technologie in der Praxis genutzt wird. Langfristige Vision sei ein Öko-System für digitale Supply Chain-Prozesse, das für viele weitere Anwendungsfälle geeignet ist, wie zum Beispiel Pallett Tracking oder Aktivitäten im Nachhaltigkeitsbereich.

Konsortialvertrag abgestimmt

Sobald der Konsortialvertrag mit allen Projektpartnern abgestimmt und von diesen unterzeichnet wurde, würden 2021 mit der Entwicklung und der Inbetriebnahme der Kerninfrastruktur die nächsten Schritte vollzogen. Diese sei dann die Basis für die neue Block4Log-App, die konkret für den transparenten und effizienten Ladungsträgertausch zwischen allen Partnern entlang der Supply Chain genutzt werden solle. Die Markteinführung der Block4Log-App wird für 2022 angestrebt, heißt es vonseiten GS1 Germany. Projektpartner Block4Log:

  • Handel: Colruyt Group, Edeka, Lidl, Markant
  • Hersteller/Lieferanten: Gärtnerei Ulenburg, Henkel, Mars, Vitakraft • Logistik: DHL, Nagel-Group, Paki Logistics, Thermotraffic
  • Technologie/IT: Conet, DB Systel, European EPC Competence Center (EECC), Lufthansa Industry Solutions, SAP
  • Beratung: Deloitte Legal, Deloitte Blockchain Institute • Projektsteuerung: GS1 Germany
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