Hätte, hätte, Lieferkette: Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz läuft noch nicht rund

Ab Januar 2023 tritt das neue Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) in Kraft. Doch die Unternehmen tun sich schwer mit der Umsetzung, so eine aktuelle Umfrage.

| Bild: Pixelio/Joelene
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Tobias Schweikl

Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V. und der Softwarespezialist Oracle haben gemeinsam Unternehmen aller Branchen und verschiedener Größen zu zentralen Aspekten des neuen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG) befragt, das zum 1. Januar 2023 für Unternehmen ab 3.000 Beschäftigten in Kraft tritt. Das LkSG verlangt die Einhaltung der Menschenrechte auch bei mittelbaren Zulieferern. Um die Einhaltung zu gewährleisten, erlegt das Gesetz den betroffenen Unternehmen Dokumentationspflichten auf.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Viele kennen die Anforderungen nicht, die auf sie zukommen, und insbesondere die organisatorische Abwicklung, Datenintegration und Zertifizierung der Lieferanten stellen Hürden für die Praxis dar:

  • 63 Prozent der Unternehmen kennen die Anforderungen des Gesetzes nicht – darunter besonders viele Transport- und Logistikdienstleister sowie branchenübergreifend vor allem kleine Unternehmen (55 Prozent).
  • Auch bei der Umsetzung hapert es. Nur wenige Unternehmen – egal welcher Branche – sind bereits damit befasst, bei 87 Prozent stehen erste Schritte noch aus. Insbesondere kleine Unternehmen haben Nachholbedarf (92 Prozent). Die Nase vorn haben bislang Unternehmen aus der Konsumgüterbranche, im Maschinen- und Anlagenbau wurde hingegen noch keinerlei Initiative ergriffen.
  • Branchenübergreifend sind in der Planung die organisatorische Abwicklung (69 Prozent), Datenintegration (67 Prozent), Zertifizierung der Lieferanten (44 Prozent) und Kosten (43 Prozent) die größten Herausforderungen.
  • Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der vor allem in der Logistik immer akuter wird (30 Prozent).
  • Was die Umsetzung des LkSG anbelangt, sind die Hürden anders gestaffelt: Hier ist die Datenintegration (52 Prozent) die Hauptsorge der Anwender.
  • Lediglich 16 von 115 befragten Unternehmen setzen bereits eine Softwarelösung ein, von der sie sich Unterstützung versprechen.
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