Hypermotion 2018: Share House bringt Angebot und Nachfrage zusammen

Eine Ausgründung des Branchenriesen Imperial Logistics überträgt das Airbnb-Konzept auf die Lagerhaltung und hilft, vorhandene Flächen besser zu nutzen.

Leerstände reduzieren, das will das Start-Up Share House mit seiner Anwendung, die freie und angebotene Lagerflächen übersichtlich auflistet. | Foto: J. Reichel
Leerstände reduzieren, das will das Start-Up Share House mit seiner Anwendung, die freie und angebotene Lagerflächen übersichtlich auflistet. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Nicht weniger als das "air-b-nb" der Lagerlostik schaffen will man bei dem Start-Up-Unternehmen ShareHouse, das seine Software auf der Hypermotion im Start-Up-Bereich präsentiert. Wie man oft hören kann in den Hallen der Frankfurter Plattform für Neue Mobilität, entstand auch hier aus einem Mangel eine Idee: Der südafrikanische Logistikriese Imperial Logistics versuchte, einen Überblick über freie Lagerbestände zu gewinnen, um diese Lagerfläche suchenden Unternehmen anzubieten. Umständlich geschah das mit Exel-Listen, die immer wieder aktualisiert und verschickt wurden, aber natürlich nie in Echtzeit aktuell sein konnten, wie Sales Manager Meike Erlemann am Stand schildert.

Die Situation war unbefriedigend. Man überlegte, wie es wäre, wenn man Anbieter und Nachfrager von Lagerflächen im Logistikbereich direkt zusammenbringen könnte, eigentlich das Airbnb-Prinzip. Das sollte aber natürlich neutral geschehen und nicht nur für die Imperial-Standorte. Kurzerhand gründete man die ShareHouse aus und bündelte den komplexen Markt der Logistikimmobilien in eine simple App, die einem kartenbasiert und sortiert nach diversen Parametern wie "Kühllager", "Gefahrgut", alles darstellt, was der Logistiker braucht bis hin zu detaillierten Bebilderungen und Beschreibungen der Lagerausstattung.

"Jetzt kann er etwa ungenutzte Flächen einfach bei ShareHouse einstellen und sie einem breiten Publikum anbieten", wirbt die Managerin.

Am Ende bekommt er sogar einen Komplettpreis angezeit, sehr transparent. Die Vertragsabwickelung erfolgt standardisiert.

"Bevor wir immer mehr Immobilien neu bauen, lohnt es sich doch, erst den vorhandenen Raum besser zu nutzen, bevor immer mehr Flächen versiegelt werden", schlägt Gründer Jörg Klöpper die Brücke in Richtung Nachhaltigkeit.

Freilich, in immobilienmäßig völlig "ausgeräumten" Regionen wie dem Ballungsgebiet München, muss die Anwendung scheitern: Keine Lagerfläche mit Kühlmöglichkeit weit und breit verfügbar, erst recht nicht vor Weihnachten, ergab eine Probesuche. Generell sei die Lage zur Peak-Season vor dem Fest angespannter als sonst. Auch der Bereich Automobillogistik werde stark in und um Ulm herum fokussier und entsprechend okkupiert, da gebe es auch sonst wenig Leerstände, skizziert Erlemann weiter. Auch dafür ist die Software natürlich ein gutes Tool, um sich einen Überblick über den Markt und Standorte zu verschaffen.

LOGISTRA Kommentar:

Das ausgegründete Start-Up ShareHouse steht auch prototypisch dafür, wie neue Technologien helfen können, die Welt ein bisschen besser zu machen. Und das ist ja schließlich das Thema, das bei der hypermotion an allen Ecken und Enden auf der Meta-Ebene mitschwingt. Warum immer neu bauen, wenn es im ersten Schritt darum geht, die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen. Im Prinzip überträgt man die Idee der Frachtenbörsen, die für bessere Auslastung auf den "Mobilen", den Lkw sorgen sollen, auf die Welt der Immobilien.

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