IAA Mobility 2021: Pendix stellt E-Antrieb für B2B-Erstausrüstung vor

Das Nachrüstsystem ergänzt der Pedelecantriebs-Spezialist jetzt durch einen Motor für Erstausrüstung im B2B-Geschäft und Heckantrieb, der auch als serieller Hybrid und mit Fremdakkus funktionieren soll.

Kette weg: Der INs ermöglicht auch seriell-hybride Antriebslösungen mit reduzierter Komplexität. | Foto: Pendix
Kette weg: Der INs ermöglicht auch seriell-hybride Antriebslösungen mit reduzierter Komplexität. | Foto: Pendix
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Zwickauer Pedelec-Antriebsspezialist Pendix hat zur IAA Mobility in München (6.-12.9.) eine Erweiterung seiner Produktpalette um einen Heckmotor angekündigt. Der sogenannte eDrive IN kommt dabei als Standard-Variante sowie als innovative Seriell-Hybrid-Variante ab dem zweiten Quartal 2022 auf den Markt. Der Antrieb ist ein B2B-Produkt für den Fahrrad- und Mikromobilitätsbereich decacht. Kombiniert wird die vom Hersteller bekannte Technologie des bürstenlosen Direktantriebs, der eine lautlose und verschleißarme Fahrt ermöglichen soll.

Der neue Motor verfügt über 70 Nm Drehmoment, bietet eine Anfahrhilfe sowie die Möglichkeit, rückwärtszufahren, was besonders für die Anwendung in Lastenrädern relevant ist. Der Antrieb ist sowohl bei ein- als auch bei mehrspurigen Fahrrädern integrierbar, bei mehrspurigen Fahrrädern sind bis zu zwei Motoren möglich. Das soll eine kraftvolle Unterstützung, auch bei sehr großen Lasten gewährleisten.

Auch für seriell hybride Anwendungen ohne Kette oder Riemen

Der eDrive IN wird nicht nur als Variante für mechanische Antriebsstränge, wie etwa den Ketten- oder Riemenantrieb, angeboten, sondern auch als innovative Seriell-Hybrid-Variante. Mit der steigenden Komplexität der Fahrzeuge nehmen in der Regel auch die Anzahl der Bauteile, Verschleiß, Montage- und Wartungsaufwand sowie Wirkungsgradverluste mit bis zu vier Ketten in Reihe zu, während dadurch die Kostenvorteile abnehmen, begründet der Anbieter.

Mit dem Seriell-Hybrid-Antriebssystem wolle man diese Nachteile, wie auch Bauraumeinschränkungen, vermieden, da die im Antriebsstrang befindlichen Bauteile wie Kettenblätter, Ritzel, Kette, Kettenspanner und in mehrspurigen Fahrzeugen das Differential, wegfielen, so der Hersteller. An der Tretkurbel nimmt ein Generator die vom Fahrer erzeugte Energie auf und leitet diese an den bzw. die Heckmotoren weiter. Die Entwickler haben dafür den bewährten Mittelmotor zum Generator weiterentwickelt und wollen ein zuverlässiges, kräftiges und stimmiges Gesamtpaket liefern.

Modular: Integration in verschiedene Felgentypen

Einen weiteren Vorteil zu den bisher am Markt üblichen Nabenantrieben und deren Integration sieht der Hersteller in der Modularität, die die Integration in verschiedene Felgentypen ermöglichen soll. Der Rotor nimmt etwa im herkömmlichen Speichenrad die Speichen nicht direkt auf, sondern wird über einen Zwischenring, der permanent in der Felge bleibt, eingebunden, präzisiseren die Zwickauer. Das soll für schnelle und servicefreundliche Montagen und Demontagen des Motors sorgen.

Auch Fremdakkus werden jetzt möglich

Wie bisher sollen alle smarten Funktionen In Kombination mit einem Pendix-Akku und der Pendix.bike PRO-App möglich sein, wie Konfigurationen vornehmen oder Diagnosen. Darüber hinaus öffnet der Hersteller mit dem Pendix eDrive IN das System, sodass nicht mehr ausschließlich Pendix-Akkus verwendet werden können, sondern auch ausgewählte Fremdakkus, inklusive der App, mit eingeschränkten Funktionen allerdings. Hersteller wie Santos Bikes, Muli oder United Cruiser setzten bei ihren E-Bike-Linien bereits auf die Mittelmotoren von Pendix, wirbt der Anbieter.

Durch die Produktion im sächsischen Zwickau sowie die Zusammenarbeit mit lokalen und europäischen Lieferanten verspricht man kurze Lieferzeiten, eine Firmenpolicy, die sich insbesondere bei erhöhter Nachfrage und Materialengpässen in der Corona-Krise bewährt habe.

„Einen besseren Rahmen als die IAA mobility hätten wir uns für die Vorstellung des Pendix eDrive IN nicht wünschen können. Die Messe hat sich ein neues Konzept verpasst und auch wir gehen mit dem Pendix eDrive IN neue Wege. Unseren Kunden können wir mit dem Heckmotor nun noch mehr Auswahl bieten, und das bei der gewohnten Pendix-Qualität", meint Thomas Herzog, Geschäftsführer von Pendix.

Der Hersteller präsentiert den Antrieb in Halle B6, Stand C41 und bietet auch Testfahrten mit den Mittelmotoren sind im Außenbereich.

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