IAA TRANSPORTATION 2022: Mahle stellt ausdauernden E-Motor vor

Der „Superior Continuous Torque“ (SCT) E-Motor soll dauerhaft mit hoher Leistung arbeiten können und dennoch kompakt, leicht, effizient sein. Wahlweise gibt es ihn ohne Einsatz Seltener Erden. Er soll sich für Pkw wie auch Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und Traktoren eignen.

Kompakt, effizient, ausdauernd: MAHLE will mit dem neuen E-Motor einen leistungsstarken und dauerhaltbaren Maßstab bei E-Maschinen gesetzt haben. Zur IAA feiert das Aggregat Premiere. | Foto: MAHLE
Kompakt, effizient, ausdauernd: MAHLE will mit dem neuen E-Motor einen leistungsstarken und dauerhaltbaren Maßstab bei E-Maschinen gesetzt haben. Zur IAA feiert das Aggregat Premiere. | Foto: MAHLE
Redaktion (allg.)
(erschienen bei VISION mobility von Johannes Reichel)

Der Stuttgarter Automobilzulieferer MAHLE hat den nach eigenem Angaben ausdauerstärksten E-Motor am Markt entwickelt, der auf der IAA TRANSPORTATION in Hannover (20.-25.9. 2022) Premiere feiern soll. Der am Markt bisher laut Hersteller solitäre Traktionsmotor könne unbegrenzt lange mit hoher Leistung arbeiten, verspricht der Hersteller. Möglich mache diesen Technologiesprung ein neues Kühlkonzept. Der neue E-Motor sei zudem klein, leicht und soll effizient laufen. Besonderheit: Auf Kundenwunsch ist das Aggregat auch ohne den Einsatz Seltener Erden lieferbar. Geeignet soll die Neuentwicklung sowohl für Pkw als Nutzfahrzeuge sowie Baumaschinen und Traktoren sein. Mit dem SCT E- Motor sehen sich die Schwaben als Vollsortimentsanbieter im Bereich elektrischer Antriebe und decken vom E-Scooter bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen, Offroad- und Industrieanwendungen alle Bedarfe ab.

“Große E-Motoren zu bauen, die kurzfristig hohe Leistungen erbringen, ist einfach. Was am Markt bisher noch fehlte, um E-Fahrzeuge uneingeschränkt alltagstauglich zu machen, waren ausdauernde und gleichzeitig kompakte Antriebe”, erklärt Martin Berger, Leiter Konzernforschung und -vorausentwicklung.

Motorseitig sei damit der Weg frei für die Ablösung des Verbrennungsmotors in allen Fahrzeugklassen, meint der Anbieter. Erst 2021 hatte der Zulieferer einen verschleißfreien und skalierbaren Traktionsmotor für Pkw vorgestellt, der über einen breiten Drehzahlbereich hinweg sehr effizient arbeiten soll. Der SCT E-Motor sei hingegen so konstruiert, dass er innerhalb eines bestimmten Drehzahlbereichs besonders effizient ist. Seine Dauerleistung betrage dabei – trotz der sehr kompakten und leichten Bauweise – über 90 Prozent seiner Spitzenleistung, wie jüngste Messergebnisse belegen sollen. Das hohe Verhältnis bedeute einen Technologiesprung und ermöglicht den Einsatz in E-Fahrzeugen aller Art auch unter anspruchsvollen Bedingungen. Klassische Beispiele seien die Fahrt eines E-Lkw über Gebirgspässe oder wiederholte Sprints eines batterieelektrischen Pkw. Diese Szenarien ließen sich mit den bisher am Markt erhältlichen E-Motoren nur unzureichend abdecken, meint der Hersteller.

Alleinstellung: Auch ohne Seltene Erden lieferbar

Erreicht wird diese Belastbarkeit beim neuen E-Motor durch den Einsatz einer innovativen integrierten Ölkühlung, die ihn nicht nur robust machen, sondern gleichzeitig auch die Nutzung der entstehenden Abwärme im Gesamtsystem des Fahrzeugs ermöglichen soll. Durch die extrem kompakte Bauweise ergebe sich gleichzeitig ein Materialkosten- und ein Gewichtsvorteil – ein leichterer Motor erfordert weniger Material bei der Herstellung und erhöht bei Nutzfahrzeugen gleichzeitig die mögliche Nutzlast, wirbt der Anbieter. Bei der Auslegung des Produkts hat man sich für einen sogenannten permanenterregten Motor entschieden. Diese Bauart erlaube eine sehr kompakte Konstruktion und es müsse keine Energie als „Erregerstrom“ in den Rotor übertragen werden. So sei der Motor effizient und verschleißfrei. Zur Erzeugung des Magnetfelds im Motor kommen Neodym-Magnete, derzeit die stärksten herstellbaren Permanentmagneten, zum Einsatz. Für eine größere Unabhängigkeit von Rohstoffpreisen und geopolitischen Entwicklungen kann der SCT E-Motor jedoch auch ohne Magneten ausgelegt werden, wirbt der Zulieferer weiter. Auch in der magnetfreien Variante würde er dank des eigenentwickelten kontaktlosen Übertragers verschleißfrei und effizient arbeiten und dabei nur geringfügig mehr Bauraum beanspruchen.

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