IAA Transportation 2022: Valeo legt mikromobil und elektrisch nach

VDA-Präsidentin Hildegard Müller wollte es wissen: Sie besuchte den Stand der Franzosen, die im Segment des Güter- und Personenverkehrs massiv wachsen. Auch mit E-Technologie für Last-Mile-Anwendungen. Das Mubea Cargo nutzt als eines der ersten den neuen 48-Volt-Antrieb für seine 2023er-Version.

Prominenter Besuch am Valeo-Stand: VDA-Präsientin Müller mit der VDA-Delegation. | Foto: G. Soller
Prominenter Besuch am Valeo-Stand: VDA-Präsientin Müller mit der VDA-Delegation. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Zwei Fahrzeuge für die Micromobilität und damit die letzte Meile standen bei Valeo im Fokus – denn für diese produziert Valeo die Antriebe. Solche Innovationen haben bei Valeo zu einem Anstieg der Aufträge um 50 % gegenüber der letzten Ausgabe dieser europäischen Fachmesse vor vier Jahren geführt. Heute beläuft sich der Auftragseingang von Valeo auf mehrere Milliarden Euro. Klar stieg auch die Zahl der von Valeo für Nutzfahrzeuge produzierten Technologien in dem Zeitraum um 50 % - das aber eben, weil die Franzosen nach eigenen Aussagen eben auch „eine direkte Antwort auf den Wandel in der Branche“ gefunden hätten.

Im Fokus standen hier natürlich die Elektrifizierungssysteme – die weit über den reinen Elektromotor hinausgehen – bis hin zu den ADAS-, Beleuchtungs- und Komfortsystemen. Damit hat Valeo aktuell viele benötigte Kerntechnologien im Programm, die für mehr Sicherheit bei weniger Energieverbrauch sorgen.

Das Thema elektrischer Antriebsstrang reicht mittlerweile vom Güterfernverkehr über die letzte Meile in den Städten bis hin zur Personenbeförderung. Die ausgestellten Produkte reichen von der Hoch- bis zur Niederspannung, darunter waren auch der neue 800V-SiC-Wechselrichter (Siliziumkarbid), das "Gehirn", das den Elektromotor in Lastwagen steuert. Außerdem die 400V- und 800V-eAxles: Einheiten, die in der Mitte der Fahrzeugachse angebracht sind und den Elektromotor, das Getriebe und die Leistungselektronik beinhalten und natürlich noch 48V-Hybridsysteme für Lieferwagen.

Die Cyclee-Technologie wird von immer mehreren Lastenradunternehmen eingebaut

Doch im Fokus stand auch die Valeo Cyclee-Technologie, in Form des mit dem neuen Antrieb schon wieder weiterentwickelten Lastenrads vom Autozulieferer Mubea prominent platziert. Das System besteht aus einem Modul, das in die Pedaleinheit eingebaut wird – eine echte Innovation für Lasten- und Fahrräder. Es integriert einen 48V-Elektromotor, ein Automatikgetriebe und eine vorausschauende Software. Sie eignet sich besonders gut für eCargo-Fahrräder und -Dreiräder, bei denen der Fahrer nicht mehr über Schaltvorgänge nachdenken muss und auch bei hohen Transportgewichten unterstützt wird, speziell bei gewerblichen Einsätzen gefragt.

Valeo hat außerdem einen autonomen Mini-Lieferdroiden entwickelt. Dieses vollelektrische Fahrzeug ist ein großartiges Beispiel für die intelligente Kombination von Valeo-Technologien und hilft Fußgängern, ihre Einkäufe zu transportieren, während sie unterwegs sind. Sein autonomes Fahrsystem nutzt Technologien, die in das Mobility Kit von Valeo integriert sind [siehe Erläuterungen unten], um seine Umgebung zu analysieren. Der Mini-Droide von Valeo gibt einen Ausblick darauf, wie die Zustellung auf der letzten Meile in komplexen, dicht besiedelten Stadtgebieten aussehen könnte, insbesondere in den immer zahlreicher werdenden Null-Emissions-Zonen, die weltweit eingerichtet werden.

Heizen und Kühlen in elektrischen Bussen und Nutzfahrzeugen

Aber auch bei den thermischen Systemen hat Valeo nachgelegt: Dazu gehören die Wärmekontrolle der Akkus, aber auch Systeme zur Klimatisierung und zur Wärmepumpe. Für Elektrobusse gedacht ist Valeo Revo-E HP R744, ein Heiz- und Kühlsystem für Elektrobusse, das wenig Energie verbraucht und so die Reichweite des Fahrzeugs optimiert. Außerdem gehört der Valeo FlexHeater, eine intelligente Innenraumheizung mit niedrigem Energieverbrauch für Elektro-Lkw, ebenfalls zu Valeos Wärmekontrolle-Technologien- die im Zuge der vielen neuen Elektro-Lkw immer relevanter wird.

Heizen und Kühlen in elektrischen Bussen und Nutzfahrzeugen

Aber auch bei den thermischen Systemen hat Valeo nachgelegt: Dazu gehören die Wärmekontrolle der Akkus, aber auch Systeme zur Klimatisierung und zur Wärmepumpe. Für Elektrobusse gedacht ist Valeo Revo-E HP R744, ein Heiz- und Kühlsystem für Elektrobusse, das wenig Energie verbraucht und so die Reichweite des Fahrzeugs optimiert. Außerdem gehört der Valeo FlexHeater, eine intelligente Innenraumheizung mit niedrigem Energieverbrauch für Elektro-Lkw, ebenfalls zu Valeos Wärmekontrolle-Technologien- die im Zuge der vielen neuen Elektro-Lkw immer relevanter wird.

Mehr Sicherheit dank LED und ADAS-Systemen

Von der Regulierung der Innenraumtemperatur bis hin zur Neuerfindung des Innenraumerlebnisses ist Valeo einen Schritt weiter gegangen und hat Innovationen entwickelt, die die Sicherheit und den Komfort verbessern – und das Fahren dank intelligenter Software vereinfachen. Ein Beispiel ist das DMS (Driver Monitoring System), das an der Innensäule der Windschutzscheibe von Transportern angebracht ist. Diese Technologie stellt einen großen Fortschritt bei der Vermeidung von Müdigkeit und Ablenkung dar.

Die LED-Beleuchtungssysteme von Valeo für Lkw dienen ebenfalls der Sicherheit, denn die Beleuchtung wird heute zur Information, Orientierung, Warnung und Unterstützung des Fahrers im Alltag eingesetzt. Perspektivisch kann man damit auch Hinweise an die Umgebung geben, wie uns Valeo-Pressesprecher Andreas vom Bruch erklärt: beispielsweise einen beleuchteten Zebrastreifen vor den Lkw „legen“, wenn man Personen passieren lassen will oder en toten Winkel warnend ausleuchten – den Ideen sind hier keine Grenze gesetzt.

Was bedeutet das?

Valeo bleibt dran und investiert jedes Jahr massiv in die Entwicklung -mehr als 10 % des Umsatzes mit Erstausrüstung fließen in Forschung und Entwicklung - um sinnvolle und nachhaltige Lösungen anbieten zu können. Wobei die Franzosen das Glück haben, aktuell auch viele „richtige“, das heißt wirklich sinnvolle und benötigte Produkte am Start zu haben.

Printer Friendly, PDF & Email