"Ich entlaste Städte": DLR startet zweiten Lastenrad-Test - und sucht Logistiker

Wer den Einstieg in die Lastenradlogistik ein Jahr lang günstig erproben will, kann dies bei der zweiten Runde des DLR-Lastenradtests. Auch LEV sind mit im Portfolio. Erkenntnisse wissenschaftlich ausgewertet.

Es rollt wieder los: Lastenräder in der gewerblichen Praxis testen, können Teilnehmende beim "Ich entlaste Städte"-
Es rollt wieder los: Lastenräder in der gewerblichen Praxis testen, können Teilnehmende beim "Ich entlaste Städte"-
Johannes Reichel

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat einen zweiten Aufruf für den Einsatz von Lastenrädern im Gewerbe gestartet. Man wolle Betrieben ermöglichen, gewerbliche Fahrten mit Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren so weit wie möglich auf emissionsfreie Mobilität umzustellen und damit die Verkehrswende voranzutreiben. Im Projekt „Ich entlaste Städte 2“ erhalten Firmen speziell auch in der Stadt die Gelegenheit, eine komplette Lastenrad-Flotte ein ganzes Jahr zu lang zu testen und damit die Flotte auf zukunftsweisende Fahrzeugkonzepte von Lastenrad bis zu elektrischen Leichtfahrzeugen (LEV) zu switchen.

Insgesamt sollen deutschlandweit mindestens 30 Betriebe vom Test-Angebot profitieren, vorwiegend aus den Bereichen Handwerk, Logistik, Dienstleistungen und Handel. Aber auch Interessenten aus anderen Bereichen sind willkommen. Ziel ist es, Lastenrad-Praxiswissen zu schaffen. Der Lastenrad-Langzeittest dient zudem der Forschung des DLR.

„Die Erfahrungen der teilnehmenden Betriebe sollen als ‚Blaupause‘ für ihre jeweiligen Branchen dienen und möglichst viele weitere Unternehmen zur Nachahmung motivieren, damit Verkehrswende und Klimaschutz weiter vorangebracht werden können,“ erläutert Dr. Johannes Gruber, Leiter des Projekts am Institut für Verkehrsforschung des DLR.

Außerdem wolle man kommunale Verwaltungen, Kammern und Verbände sowie Politik und Medien mit belastbarem Wissen versorgen. Im Vorgängerprojekt ergaben sich etliche Erkenntnisse, die das DLR auch online bereitstellt.

Bewerbung per Online-Fragebogen

Betriebe, die sich für eine Projektteilnahme interessieren, werden gebeten, einen Online-Fragebogen ausfüllen. Die Auslieferung der Fahrzeuge an die ausgewählten Betriebe ist für den Frühsommer 2024 geplant. Vom klassischen Pedelec-Lastenrad mit Transportbox wie Urban Arrow Cargo oder Larry vs. Harry eBullitt über Lastenanhänger wie Carla Cargo bis hin zu Schwerlastfahrrädern von ONO, EAV, BAYK, XCYK oder Radkutsche mit Kabine bis zu leichten E-Nutzfahrzeugen wie das E-Moto-Quad Paxster Cargo, die L7e-Fahrzeuge Ari 458 und Cenntro L100 sowie L200 ist die gesamte Bandbreite emissionsfreier Fahrzeuge im Test. Eine Übersicht der verfügbaren Modelle steht auf der Projektwebsite zur Verfügung.

Mittels einer Nutzungsanalyse des aktuellen Fuhrparks wird für jeden teilnehmenden Betrieb die ideale Fahrzeug-Kombination aus rund zehn verschiedenen Modellen zusammengestellt, damit die Lastenräder und LEVs so viel wie möglich eingesetzt werden. Die hochwertigen Testfahrzeuge werden inklusive Schulung, Wartungsvertrag und Versicherung zur Verfügung gestellt.

Kleine Nutzungsgebühr

Im Gegenzug wird ein GPS-Tracking der Fahrten gefordert sowie eine Nutzungsgebühr in Höhe von ungefähr monatlich 50 bis 80 Euro plus eine Eigenbeteiligung von 10 Prozent der auftretenden Wartungskosten erhoben, skizzieren die Veranstalter. Gefördert durch die Nationale Klimaschutzinitiative Das Projekt „Ich entlaste Städte 2“ wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative gefördert und vom Institut für Verkehrsforschung im DLR geleitet.