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IHK-Studie: Mikrodepots entlasten Innenstädte tatsächlich

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und die Unternehmensberatung Agiplan haben für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrheinuntersucht, wie Mikrodepots als Teil einer künftigen City Logistik umgesetzt werden können.

Die Machbarkeitsstudie gibt Empfehlungen, wie ein erfolgreiches Mikrodepot aussehen könnte. | Bild: Fraunhofer IML
Die Machbarkeitsstudie gibt Empfehlungen, wie ein erfolgreiches Mikrodepot aussehen könnte. | Bild: Fraunhofer IML
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Tobias Schweikl

In einer Machbarkeitsstudie haben sich das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML und die Agiplan GmbH den Mikrodepots angenommen. Diese Kleinläger in zentralen Innenstadtlagen sollen als neuer Teil der Lieferkette der Zukunft als Anlaufstelle für Lastenräder dienen. KEP-Dienstleister könnten von dort aus die letzte Meile zum Kunden zurücklegen. Das soll Staus vermeiden und eine schnellere Belieferung ermöglichen.

Untersucht wurde am Beispiel der Städte Mönchengladbach, Neuss und Krefeld, ob und wie diese Depots umgesetzt werden können. In allen drei Städten seien Immobilien in Innenstadtlagen identifiziert worden, die prinzipiell geeignet sind. Außerdem habe eine Umfrage unter Paketdienstleistern gezeigt, dass ein Interesse an Mikrodepots grundsätzlich vorhanden sei. Um die ersten Mikrodepots umzusetzen, müssen nun die Standorte festgelegt, das Betreibermodell und der Mietpreis gestaltet und die KEP-Dienstleister gewonnen werden.

„Mikro-Depots haben das Potenzial, zu weniger Lkw-Verkehr und einer reduzierten Emissionsbelastung in Innenstädten beizutragen. Mit unserer Studie haben wir das Fundament dafür gelegt, Kommunen bei verkehrspolitischen Entscheidungen zu unterstützen. Damit können diese den innerstädtischen Verkehr entzerren und somit nachhaltiger und zukunftsfähiger gestalten“, betont Prof. Uwe Clausen, Institutsleiter am Fraunhofer IML.

Mikrodepots verringern Staus

Die Fahrzeuge der Mikro-Depots – Lastenräder, Kleinstfahrzeuge oder Transporthilfen wie Sackkarren – können den Autoren zufolge die Probleme, die durch hohes Verkehrsaufkommen entstehen, verringern: Zum einen gäbe es weniger Staus durch parkende Fahrzeuge in zweiter Reihe, außerdem würden die emissionsfreien Räder oder Sackkarren einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Die klassischen Zustellfahrzeuge könnten der Studie zufolge in der Praxis aber nicht vollständig ersetzt werden. KEP-Dienstleister könnten ihre Effizienz durch Mikro-Depots allerdings deutlich steigern und Unternehmen so eine Auslieferung am selben Tag ermöglichen. Den Autoren der Studie zufolge ist ein Mikro-Depot mit 180 Quadratmetern Gebäudefläche in der Lage, pro Tag etwa 1.400 Pakete mit zwölf Lastenfahrrädern in einem Umkreis von zwei bis drei Kilometern auszuliefern.

„Diese Immobilie sollte über separierte Lagerflächen für die einzelnen Dienstleister, über Sozialräume und im Bestfall auch über eine Laderampe verfügen. Ein Erfolgsfaktor ist vor allem die verkehrliche Anbindung und die Zugänglichkeit der Umschlagfläche für Fahrzeuge mit bis zu 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht“, erläutert Studienautor Dr. David Rüdiger vom Fraunhofer IML.

In Auftrag gegeben hat die Studie die Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein. Das Verkehrsministerium des Landes Nordrhein-Westfalen hat das Projekt finanziell unterstützt. IHK-Hauptgeschäftsführer Jürgen Steinmetz überreichte Landesverkehrsminister Hendrik Wüst am 12. November 2019 das Ergebnis der Studie: das Handbuch „Mikro-Depots im interkommunalen Verbund“. Das Handbuch steht als Download-Datei kostenlos im Internet zur Verfügung.

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