Industrie 4.0 trifft auf Mensch 1.0

Der Intralogistik-Experte Viastore sieht die Intralogistik im Transformationsprozess. Trotz weltweit großer Unsicherheit sei man aber auf Wachstumskurs.
Mit Industrie 4.0 werden immer mehr monotone Arbeiten automatisiert. Die betroffenen Mitarbeiter müssen auf neue, anspruchsvollere Aufgaben vorbereitet werden. | Foto: Viastore
Mit Industrie 4.0 werden immer mehr monotone Arbeiten automatisiert. Die betroffenen Mitarbeiter müssen auf neue, anspruchsvollere Aufgaben vorbereitet werden. | Foto: Viastore
Tobias Schweikl

Philipp Hahn-Woernle, CEO der Stuttgarter Unternehmensgruppe Viastore, ist trotz Brexit und US-Wahl gleichermaßen zufrieden mit der Entwicklung seines Unternehmens und der Intralogistik-Branche an sich. „In einer wechselhaften wirtschaftlichen Lage ist die Intralogistik nach wie vor ein Wachstumsmarkt“, sagte Hahn-Woernle im Rahmen eine Presseveranstaltung Ende November.
2017 rechnet das Unternehmen mit weiterem Wachstum. „Auch die Amerikaner haben mittlerweile die Vorzüge der Automatisierung schätzen gelernt“, so Hahn-Woernle. „Und Spanien erholt sich.“ Der Markt dort habe sich, wenngleich auch auf „übersichtlichem“ Niveau, in den vergangenen zwei Jahren verdoppelt. Nur in Russland bleibe das Geschäft wegen der anhaltenden Sanktionen schwierig. In China habe es bereits 2016 für eine ganze Reihe an Branchen Dämpfer gegeben.
Das beherrschende Thema im kommenden Jahr bleibt für Viastore die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und damit auch der Logistik. Die Verknüpfung von Mensch, Maschine und Prozess werde in allen Bereichen immer wichtiger werden. „Die Industrie 4.0 trifft auf den Mensch 1.0“, so Hahn-Woernle. „Da werden Spannungen nicht ausbleiben.“ Wichtig ist für den Intralogistik-Experten die Kommunikation mit den Mitarbeitern, um sie mit den Veränderungen nicht alleine zu lassen.
Hahn-Woernle sieht mit fortschreitender Digitalisierung durchaus Arbeitsplätze in Gefahr. Vor allem sich häufig wiederholende, monotone Aufgaben würden künftig immer häufiger durch autonome Systeme ersetzt. Durch die daraus resultierenden Produktivitätszuwächse erwüchsen aber Möglichkeiten für neue, anspruchsvollere Aufgaben. Man solle nach Möglichkeiten suchen, das vorhandene Know-how im Unternehmen zu halten. Etwa durch Weiterbildung und Vorbereitung der Belegschaft auf neue Aufgaben.

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