Infektionsschutz im Lager: Smarte Westen überwachen Mindestabstand

Begegnungen zwischen Kollegen sind in der Logistik oft unausweichlich. Mit technischer Unterstützung soll nun sichergestellt werden, dass dabei der nötige Abstand eingehalten wird.

Die Linde Secure Distance Vest und der flexibel nutzbare Linde Distance Beeper warnen Beschäftigte akustisch, visuell und haptisch, sobald sie sich zu nahe kommen. | Bild: Linde Material Handling
Die Linde Secure Distance Vest und der flexibel nutzbare Linde Distance Beeper warnen Beschäftigte akustisch, visuell und haptisch, sobald sie sich zu nahe kommen. | Bild: Linde Material Handling
Tobias Schweikl

Der Flurförderzeughersteller Linde Material Handling hat zwei Lösungen zur Sicherung des Mindestabstandes im Lager vorgestellt. Die „Linde Secure Distance Vest“ und der flexibel nutzbare „Linde Distance Beeper“ sollen Beschäftigte akustisch, visuell und haptisch warnen, sobald sie sich zu nahekommen.

„Zeiten wie diese erfordern unkonventionelles Denken“, sagt Andreas Krinninger, Vorsitzender der Geschäftsführung von Linde Material Handling: „Mit der Secure Distance Vest und den Distance Beepern haben wir ein ausgereiftes System an neue Gegebenheiten angepasst und bieten Firmen die unkomplizierte Möglichkeit, Infektionsketten zu verhindern und dadurch ihre Betriebsfähigkeit sicherzustellen. Wir selbst nutzen beide Lösungen bereits erfolgreich an mehreren unserer eigenen Standorte – und auch von den ersten Testkunden bekommen wir sehr positives Feedback. Dass sich die Tools nach der Pandemie zur Steigerung der Arbeitssicherheit einsetzen lassen, macht die Investition zudem denkbar nachhaltig.“

Die Sicherheitsdistanzweste ist nach Schutznorm EN ISO 20471 zertifiziert und überwacht den individuell konfigurierbaren Mindestabstand mit Hilfe der Ultra-Breitbandtechnologie, die auch durch Wände, Regale oder Tore hindurch funktioniert. Die Mitarbeiter müssen nur ihre intelligenten Kleidungsstücke angelegt haben. Zusätzliche technische Infrastruktur wird nicht benötigt.

Tritt im Betrieb ein Infektionsfall auf, lässt sich durch eine optionale Zusatzfunktion „Tracking & Tracing“ nachvollziehen, welche Kollegen in der Nähe der positiv getesteten Person waren. Auf diese Weise können Unternehmen unter Umständen vermeiden, dass die gesamte Belegschaft pauschal in Quarantäne muss. Sämtliche Daten werden nach spätestens vier Wochen gelöscht. 

Entwickelt wurde die Sicherheitsdistanzweste auf Basis des Assistenzsystems „Linde Safety Guard“, das in der Intralogistik vor Kollisionen zwischen Flurförderzeugen und Fußgängern warnt. Aus dieser Produktfamilie stammt auch die zweite Lösung, die Linde im Zuge der Corona-Pandemie an die neuen Anforderungen angepasst hat. Bei den Distance Beepern handelt es sich um kleine, tragbare Einheiten – sie werden zum Beispiel an der Kleidung, dem Gürtel oder per Armband befestigt und bieten den gleichen Funktionsumfang wie die Distanzweste.

Westen und Beeper sind zudem auf die Funktionen des „Linde Safety Guard“ umrüstbar und können dann vor Kollisionen mit Gabelstaplern warnen. Umgekehrt gilt das auch für „Safety Guard“-Systeme, die bei Kunden bereits im Einsatz sind: Sie können auf die neue Distanzwarnung zum Infektionsschutz umprogrammiert werden.

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