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Integrierter Ansatz reduziert Kohlendioxid-Ausstoß von Lkw um 14 Prozent

In einem großangelegten Praxisversuch von Daimler Trucks und den Logistik-Unternehmen DB Schenker Logistics, Große-Vehne und Elflein konnten ganzheitlich optimierte Lkw den Diesel-Verbrauch um bis zu 14 Prozent senken.
Bei dem Feldversuch Efficiency Run fuhr man unter realistischen Bedingungen typische Transportaufträge. Die Prüforganisation DEKRA begleitete die Versuche. | Foto: Daimler
Bei dem Feldversuch Efficiency Run fuhr man unter realistischen Bedingungen typische Transportaufträge. Die Prüforganisation DEKRA begleitete die Versuche. | Foto: Daimler
Tobias Schweikl

Der Kraftstoffverbrauch und damit die Kohlendioxid-Emissionen von Lastwagen-Kombinationen lassen sich mit am Markt verfügbaren Instrumenten um einen zweistelligen Prozentsatz senken, wenn man nicht nur die Zugmaschine sondern das Fahrzeug insgesamt optimiert. Das ergab ein Praxisversuch, den Daimler Trucks gemeinsam mit den Projektbeteiligten Logistikunternehmen DB Schenker Logistics, Große-Vehne und Elflein durchgeführt hat.
Bei dem Feldversuch unter dem Namen „Efficiency Run“ fuhr man unter realistischen Bedingungen typische Transportaufträge. Die unabhängige Prüforganisation DEKRA begleitete die Versuche. Sie definierte die Versuchsbedingungen, nahm die Messungen vor und wertete die Ergebnisse aus.
Eines der Kernresultate: Die beiden für den Versuch optimierten Mercedes-Benz Actros Standard-Sattelzüge verbrauchten jeweils rund 12 bis 14 Prozent weniger Kraftstoff als ein Standard-Sattelzug der Spedition auf Basis des Fuhrpark-Bestands 2014. Konkret verfügten die optimierten Lkw über den vorausschauenden Daimler-Tempomaten „Predictive Powertrain Control“ (PPC). Hinter den Zugmaschinen kamen gewichtsoptimierte Krone Eco-Trailer zum Einsatz, die in dieser Form ebenfalls am Markt verfügbar sind. Abgerundet wurde die Optimierung durch spezielle Leichtlaufreifen. [pagebreak]
Hintergrund der Versuchsfahrt ist, dass aktuell alle Nutzfahrzeughersteller mit neuen Kohlendioxid-Zielen für den Straßengüterverkehr konfrontiert sind. So beabsichtigt die EU, eine CO2-Reduzierung von 30 Prozent bis 2030 (gegenüber 2005) zu realisieren. Für Deutschland sind sogar 40 Prozent in der Diskussion. In der Konsequenz geht es darum, im Rahmen eines sogenannten integrierten Ansatzes alle Akteure des Straßengüterverkehrs an der Erreichung der Ziele zu beteiligen: Nutzfahrzeughersteller, Aufbau- und Reifenanbieter, die Logistikunternehmen und schließlich die politischen Instanzen.
Der integrierte Ansatz hat zum Ziel, das Gesamtsystem Lkw-Transport zu optimieren. Neben der Zugmaschine betrachtet man dabei auch den Auflieger (z.B. Maße und Gewichte, Luftwiderstand, Leichtbau), die Reifen (z.B. Rollwiderstand, Luftdruck, Einzelbereifung) oder den Kraftstoff (z.B. Biokraftstoff, Erdgas). Aber auch der Fahrbetrieb (z.B. Fahrertraining, Ladungsbündelung), die Infrastruktur oder das Thema Flottenerneuerung spielen als Stellhebel im integrierten Ansatz eine Rolle.

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