Intralogistik: Neuer Firmensitz für Westfalia

Mehr Platz und flexible Arbeitsplätze – der Intralogistik-Spezialist Westfalia zieht Anfang 2023 an einen neuen und moderneren Standort.

(von links) Architekt Markus Bergedieck, Werksleiter Christian Schlief, Innenarchitekt Uwe Diekmann und Westfalia-Geschäftsführer Andreas Gartemann auf der Baustelle. | Bild: Westfalia
(von links) Architekt Markus Bergedieck, Werksleiter Christian Schlief, Innenarchitekt Uwe Diekmann und Westfalia-Geschäftsführer Andreas Gartemann auf der Baustelle. | Bild: Westfalia
Tobias Schweikl

Der Intralogistik-Spezialist Westfalia will im Laufe des ersten Quartals 2023 einen neuen Firmensitz beziehen. Im Interkommunalen Gewerbegebiet Borgholzhausen-Versmold (IBV) soll sich dann auf 10.000 qm Produktions- und 5.000 qm Bürofläche die Fertigungskapazität im Vergleich zum bisherigen Standort verdoppeln.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens konnten mit ihren Familien im Rahmen einer internen Baustellenbegehung ihre künftige Wirkungsstätte bereits besichtigen. An drei Stationen lernten die Anwesenden den neuen Standort besser kennen: Architekt Markus Bergedieck vom Büro „crayen bergedieck klasing architekten bda | PartmbB“ erläuterte das architektonische Konzept. Anschließend führte Innenarchitekt Uwe Diekmann die Besucher durch die Büroflächen im 1. und 2. OG, bevor Werksleiter Christian Schlief die Stationen in den neuen Fertigungshallen erklärte. 

Baustelle in der Endphase

Architekt Bergedieck fasste den Stand der Bauarbeiten zusammen. Die Lichtkuppeln im Verwaltungsgebäude sind eingebaut. Lediglich die Kopffassaden-Fensterelemente stehen noch aus. Mit der Anlieferung Anfang Oktober ist dann die Gebäudehülle passend zum Herbst dicht. Der Estrich im 1. und 2. Obergeschoss ist verlegt. „Die Installation der Sanitärbereiche hat begonnen, und die konzeptionelle Gestaltung der Innenräume befindet sich in der Endphase“, so Bergedieck weiter.

Die rund 200 geplanten Mitarbeiterparkplätze werden zu knapp einem Drittel als Photovoltaik-Carports ausgeführt, die mit Ladestationen für E-Autos ausgestattet sind. Aktuell werden hierfür die Fundamente erstellt. In den Fertigungshallen können nun die Installationen für Einbauten nachgezogen werden. Die Hallen sollen bereits in den kommenden Wochen sukzessive mit Maschinen und Anlagen ausgestattet werden. Bereits im August wurden die Schwerlast-Hallenkräne installiert.

Im Laufe des 4. Quartals beginnt das Unternehmen mit dem Umzug der Produktion. Dieser wird sich über mehrere Wochen hinziehen, so dass zu einem großen Teil parallel gefertigt wird, um die Abarbeitung laufender Aufträge nicht unterbrechen zu müssen. Bereits installiert sind rund 1.400 Photovoltaik-Module, die Lüftungsanlagen, ein Sprinklertank mit 700 Kubikmetern Fassungsvermögen mitsamt Sprinklerzentrale sowie sämtliche Tore.

Investiert wird laut Westfalia ein achtstelliger Euro-Betrag. Ein Drittel der Fläche ist nun bebaut. Mit frühzeitigen Materialeinkäufen, stringenter Baustellenplanung, einem 40-Prozent-Anteil von Firmen der Wortmann-Gruppe am Bauumfang und regionalen Gewerken hätten Zulieferengpässe und Kostensteigerungen abgefedert werden können, so Westfalia.

„Wir bleiben so im Zeitrahmen und folgen auch als Bauherr unserer Firmenphilosophie als Partner des regionalen Mittelstandes. Die Zusammenarbeit der beauftragten Firmen und Handwerker auf der Baustelle ist darüber hinaus wirklich vorbildlich“, betont Westfalia-Geschäftsführer Andreas Gartemann.

Wie der 2003 bezogene Bürokomplex in der Industriestraße kommt der künftige Firmensitz im Innenbereich ohne tragende Wände aus. Der Zuschnitt von Arbeitsbereichen ist damit hochflexibel. Die Arbeitswelt ändert sich. Das bildet die neue Wirkungsstätte ab, die dabei auf eine Mischung aus sich am bisherigen Standort Bewährtem und dem „New Work“-Konzept setzt. 

Moderne Produktion

Erstmals können Mitarbeiter vom Bürotrakt aus direkt in die Fertigung schauen. Logistisch überwindet Westfalia eine Hürde: Die Schwertransporte für gefertigte Komponenten haben jetzt eine eigene Ausfahrt mit Ampel und sind, ohne dass die Kreuzung zum Industriegebiet gesperrt werden müsste, sofort auf der Autobahn. Zwei Teststände ermöglichen es zusätzlich zu den inzwischen typischen „digitalen Zwillingen“, also virtuellen Kopien künftiger Hochregallager, Anlagen in höherer Frequenz zu testen, bevor sie beim Kunden installiert werden. Gleichzeitig will das Unternehmen durch den flexibleren und großzügigeren Teststand sein Angebot an Schulungsmaßnahmen für Kunden deutlich ausweiten.

Mit den zusätzlichen Fertigungs- und Testkapazitäten werden die Projektmöglichkeiten unter anderem für die „Flaggschiffe“ moderner automatischer Lagersysteme, die bis zu rund 45 Meter hohen Regalbediengeräte, auf den neuesten Stand gebracht

Zeitgemäß ist neben den Technologien für besonders platzsparende und effiziente Kompaktlager auch die energiesparende Bauweise des neuen Firmensitzes nach den Richtlinien der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG). Jährlich mindestens 285 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen sparen demnach die Luftwärmepumpe-Heizung und ca. 1.400 Photovoltaik-Module auf einer Dachfläche von 2.800 Quadratmetern ein. Mit einer Leistung von 500 KWp produzieren diese Module pro Jahr 465.000 KWh Strom.

„Wir liefern mit unseren ressourcenschonenden Satellitenlagern einen wichtigen Baustein zur Wirtschaftlichkeit und Klimaneutralität unserer Kunden, entwickeln und produzieren diesen aber auch mit einem niedrigeren CO2-Fußabdruck. Wir wollen uns für die Zukunft von Menschen und Umwelt aufstellen“, so Gartemann.

Das gelte auch für die Suche nach Fachkräften. Mit dem neuen Firmensitz möchte sich Westfalia als attraktiver moderner Arbeitgeber im Städtedreieck Münster - Bielefeld - Osnabrück präsentieren.“

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