Intralogistik-Übernahme: Jungheinrich kauft Lagerautomatisierer in USA

Die Jungheinrich AG will am schnell wachsenden Markt für Lagerautomatisierung in den USA teilhaben und kauft einen dort ansässigen Spezialisten für Lagereinrichtungs- und Automatiksysteme.

Zum Kundenstamm von Storage Solutions gehören Marken aus den Bereichen Logistik, E-Commerce, Einzelhandel, Lebensmittel und Getränke sowie Industrie. | Bild: Jungheinrich
Zum Kundenstamm von Storage Solutions gehören Marken aus den Bereichen Logistik, E-Commerce, Einzelhandel, Lebensmittel und Getränke sowie Industrie. | Bild: Jungheinrich
Tobias Schweikl

Die Jungheinrich AG erweitert ihren Zugang zum US-amerikanischen Markt. Mit der in Indiana, USA, ansässigen Storage-Solutions-Gruppe hat der Hamburger Intralogistiker einen lokalen Anbieter von Lösungen aus den Bereichen Regalsysteme und Lagerautomatisierung übernommen. Die Akquisition ergänze die bestehende Partnerschaft von Jungheinrich mit Mitsubishi Logisnext Americas (MLA), die weiterhin die einzige Aktivität von Jungheinrich auf dem nordamerikanischen Markt für Flurförderzeuge bleiben soll.

„Die Akquisition von Storage Solutions ist ein wichtiger Schritt bei der Umsetzung unserer Strategie 2025+. Sie ist eine ausgezeichnete Gelegenheit, unsere geografische Präsenz in den USA zu erweitern und eine starke strategische Plattform für das Wachstum in der Lagerautomatisierung in der gesamten Region zu schaffen“, so Dr. Lars Brzoska, Vorsitzender des Vorstandes der Jungheinrich AG.

Jungheinrich hatte im Rahmen seiner Strategie 2025+ das Ziel formuliert, insbesondere durch anorganisches Wachstum künftig 20 Prozent des Umsatzes außerhalb Europas erzielen zu wollen.

Storage-Solutions hat seinen Hauptsitz in Westfield, Indiana. Das Unternehmen verfüge mit seinen 170 Mitarbeitern über 45 Jahre Erfahrung im Bereich Lagerplanung, -automatisierung und -integration. Angeboten werden vertikal integrierte Dienstleistungen mit eigenen Logistik- und Installationsteams. Dies gewährleiste eine termingerechte Projektabwicklung und ermögliche Dienstleistungen mit Mehrwert, darunter die Optimierung von Arbeitsabläufen sowie Services in den Bereichen Ingenieurwesen und Genehmigungsverfahren.

„Den nächsten Wachstumsschub wird unsere Branche absehbar durch den zunehmenden Bedarf an Lagerautomatisierung erhalten. Storage Solutions verfügt über umfassende Kompetenz im Bereich der Regaltechnik sowie in der Automatisierung und Digitalisierung. Diese wollen wir weiter ausbauen, da die Nachfrage angesichts starker wirtschaftlicher Fundamentaldaten kontinuierlich steigt“, so Kevin Rowles, Vorstandsvorsitzender von Storage Solutions.

Zum Kundenstamm von Storage Solutions gehören laut Jungheinrich Marken aus den Bereichen Logistik, E-Commerce, Einzelhandel, Lebensmittel und Getränke sowie Industrie. Jungheinrich will durch die Firmenübernahme in den schnell wachsenden Automatisierungsmarkt der USA eintreten. Durch die flächendeckende Präsenz von Storage Solutions erhalte man Zugang zu wichtigen Logistik-Knotenpunkten vor Ort. Zudem könne man nun auch europäische Bestandskunden in diesem Markt unterstützen. Mittelfristig böte sich auch das Potenzial, eine Präsenz in den angrenzenden Ländern Kanada und Mexiko aufzubauen, so Jungheinrich.

Für das Geschäftsjahr 2022 soll Storage Solutions voraussichtlich einen Umsatz von etwa 290 Mio. US-Dollar und ein bereinigtes EBIT von rund 34 Mio. US-Dollar ausweisen. Ein Vertrag über den Erwerb von 100 Prozent des Grundkapitals von Storage Solutions Zusammen sei gemeinsam mit Merit Capital Partners, MFG Partners und dem Management von Storage Solutions unterzeichnet worden, so Jungheinrich in einer Mitteilung.

Die unter dem Vertrag vereinbarte Gesamtvergütung bestehe aus einem Kaufpreis von rund 375 Mio. US-Dollar (vorbehaltlich üblicher Anpassungen beim Vollzug der Transaktion) und einer flexiblen, erfolgsabhängigen Komponente im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich relativ zum Kaufpreis. Diese erfolgsabhängige Komponente könne das Management von Storage Solutions, das Storage Solutions weiterhin führen soll, innerhalb von drei Jahren nach Vollzug der Transaktion erreichen. Die Akquisition sei aus vorhandenen Barmitteln und Fremdkapital finanziert und soll sich „lediglich in begrenztem Umfang“ auf den Verschuldungsgrad auswirken, so Jungheinrich.

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