Iveco: Neuer 9-Liter-Erdgasmotor erweitert Anwendungsspektrum

Tochterunternehmen FPT Industrial setzt weiter auf Gas als Alternative und bringt mit dem 400-PS-Cursor-9-Aggregat einen Motor, der für CNG und LNG sowie für schwerere Aufgaben geeignet ist.
Mehr Mumm, weniger Emission: Der neue Cursor 9 Motor soll mehr Kraft und Effizienz als das Vorgängeraggregat bieten und kommt in Lkw sowie Bussen von Iveco zum Einsatz. | Foto: Iveco
Mehr Mumm, weniger Emission: Der neue Cursor 9 Motor soll mehr Kraft und Effizienz als das Vorgängeraggregat bieten und kommt in Lkw sowie Bussen von Iveco zum Einsatz. | Foto: Iveco
Johannes Reichel

Lkw-Hersteller Iveco legt über die Motorentochter FPT Industrial beim Thema Erdgas weiter nach. Nachdem man im Busbereich 2015 erstmals mehr Erdgas- und Hybrid- als Dieselbusse verkauft hatte und im Lkw-Segment erste LNG-Trucks an Speditionen übergeben hat, soll jetzt ein stärkerer CNG/LNG-Motor weiteren Schub bringen. Der Cursor-9-Motor mit 8,7 Liter Hubraum löst den 7,8-Liter-Cursor-8-Motor ab und bietet mit 400 PS und 1700 Nm Drehmoment bei 1200/min deutlich mehr Kraft als das 330 PS starke Vorgängeraggregat. Damit will der Hersteller auch schwerere Anwendungsfelder wie etwa den Einsatz im Fernverkehr oder schweren Verteilerverkehr erschließen. Das Sechszylinder-Aggregat wird durch Erdgas entweder in komprimierter Form (CNG) oder als tiefgekühltes, verflüssigtes Erdgas (LNG) betrieben, auch Biomethan aus erneuerbaren Energiequellen kann getankt werden. LNG bietet den Vorteil, größerer Reichweite durch die Speicherung des Kraftstoffs in komprimierter, weil tiefgekühlter Form. Reichweiten bei einem Tank bis zu 650 Kilometer, mit zwei Tanks 1300 Kilometer sollen damit möglich sein.

Im Vergleich zu Diesel sind generell die CO2-Emissionen von Erdgasfahrzeugen deutlich geringer und können durch die Verwendung von Biomethan fast auf Null reduziert werden. Als weiteren Vorteil führt der Hersteller das leise Verbrennungsgeräusch beim nach dem Otto-Prinzip laufenden Aggregat ins Feld, wichtig etwa für Nachbelieferung in sensiblen Stadtbereichen. Der Cursor 9 CNG arbeite mit der sogenannten stöchiometrischen Verbrennung, die besonders effiziente Kraftstoffverwertung ermöglichen soll. Zur Einhaltung der Euro VI-Vorschriften benötige der Cursor 9 CNG keine Abgasrückführung (AGR) und keine Selektive Katalytische Reduktion (SCR), es genüge ein im PKW Bereich millionenfach bewährten einfachen Drei-Wege-Katalysator.

Neben einem größeren Hubraum verfügt der neue Motor über neue Mehrpunkt-Einspritzdüsen sowie ein neues Kraftstoffrail für eine höhere Durchflussrate. Zusammen mit dem modifizierten Zylinderkopf, der sich durch Einlassöffnungen mit einem optimierten Drallwinkel auszeichnet, sorge dies für den besten Kraftstoffverbrauch der Klasse, reklamiert der Hersteller. „Dieser Motor eröffnet einen ganz neuen Markt für alternative Kraftstoffe und ersetzt das bestehende Produktangebot, hauptsächlich entwickelt für Anwendungen wie beispielsweise Stadtbusse und Müllfahrzeuge“, so Annalisa Stupenengo, Brand President von FPT Industrial.

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