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Juna: Scania und Sennder wollen mit Joint Venture Transport elektrifizieren

Mit dem Gemeinschaftsunternehmen Juna will man die Risiken für Transportunternehmer minimieren und den Einsatz von Elektro-Lkw forcieren.

Elektro-Lkw auf die Straße bringen - und zwar schnell und flächendeckend. Das ist das Ziel von Juna, einem Gemeinschaftsunternehmen von Scania und Sennder. (Foto: Sennder Technologies)
Elektro-Lkw auf die Straße bringen - und zwar schnell und flächendeckend. Das ist das Ziel von Juna, einem Gemeinschaftsunternehmen von Scania und Sennder. (Foto: Sennder Technologies)
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Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Christine Harttmann)

Scania und Sennder Technologies gründen ein Joint Venture namens Juna. Das gemeinsame Unternehmen soll laut einer Mitteilung die Einführung von Elektro-Lkw in großem Maßstab vorantreiben und so den Übergang zu einer nachhaltigen Logistikbranche im Einklang mit dem European Green Deal fördern, der eine Klimaneutralität bis 2050 anstrebt. Juna mit Sitz in Berlin wird zunächst in Deutschland starten.

Pay-per-Use-Modell baut Hürden ab

Um die Logistikbranche im großen Stil zu dekarbonisieren, setzt das Joint Venture auf ein Pay-per-Use-Modell, das die Anschaffung von Elektro-Lkw im großen Stil ermöglichen soll, obwohl diese zwei- bis dreimal so teuer sind wie Diesel-Lkw. Gleichzeitig bietet die digitale Plattform von Sennder den Transportunternehmen Zugang zu Spot- und Kontraktverkehren und damit die Möglichkeit, die Elektro-Lkw mit garantiertem Transportvolumen zu kombinieren. Damit entfallen die finanziellen Herausforderungen durch hohe Anschaffungskosten und Restwerte. Gleichzeitig ist eine kommerzielle Nutzung der Elektro-Lkw möglich. Beides zusammen erleichtere den Transportunternehmen den Umstieg auf Elektro-Lkw, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung.

Das Modell sieht ein Gesamtpaket vor, das neben Premium-Elektrofahrzeugen, Reparatur-, Wartungs-, Versicherungs-, Digital- und Stromservices auch nutzungsabhängige Tarife mit garantierter Auslastung umfasst. Durch Datenanalyse will Juna zudem Elektrifizierungsstrategien optimieren und Routen auf ihre Eignung für Elektrofahrzeuge simulieren. Der Übergang zu einem emissionsarmen Verkehr soll also vorangetrieben werden, indem einerseits die damit verbundenen Risiken minimiert und andererseits der Betrieb der Fahrzeuge rationalisiert wird.

Pilotprojekt nutzt öffentliche Ladeinfrastruktur

Ein Pilotprogramm ist bereits angelaufen, bei dem ein erstes Transportunternehmen einen mit erneuerbarer Energie betriebenen Juna-Elektro-Lkw bis zu zehnmal pro Woche für einen FMCG-Konzern und Sennder-Kunden in der Region Stuttgart einsetzt. Mit einem Einsparungspotenzial von 93 Tonnen CO2 pro Jahr allein für diesen ersten Lkw ist geplant, das Pilotprogramm bis 2024 auf Langstreckenrouten und 100 Elektro-Lkw auszuweiten. Das Pilotprojekt nutzt die bestehende öffentliche Ladeinfrastruktur in Deutschland zu Kosten pro Kilometer, die mit den derzeitigen Dieselkosten vergleichbar sind. Bis 2030 plant JUNA den Einsatz von 5.000 Elektro-Lkw, um den Übergang zu nachhaltigem Transport zu beschleunigen.

Clevere Kombi?

David Nothacker, CEO von Sennder, sagt:

„Dies ist ein entscheidender Moment für unsere Branche, und wir freuen uns, mit Scania zusammenzuarbeiten, um ein Joint Venture aufzubauen, das die weitreichende Einführung von Elektro-Lkw vorantreiben wird. Angesichts der Tatsache, dass ein Elektro-Lkw zwei- bis dreimal mehr kostet als ein Diesel-Lkw und dass 70 Prozent aller Lkw in Europa von kleinen Transportunternehmen mit weniger als 10 Lkw betrieben werden, wird die Kombination aus Junas Pay-per-Use-Angebot und der Kapazitätsauslastung von Sennder die Hindernisse für die Einführung von Elektro-Lkw effektiv abbauen.“

Gustaf Sundell, Executive Vice President und Head of Ventures und New Business bei Scania, ergänzt:

„Juna ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen zwei Unternehmen mit sich ergänzender Expertise in den Bereichen Elektrifizierung und digitale Logistik, die den Übergang zu elektrifizierten Schwertransporten beschleunigen wird.“

Die beiden Parteien unterzeichneten im Mai 2023 ihre Vereinbarung für das Joint Venture. Seitdem hat die Europäische Kommission die erforderliche Genehmigung erteilt.

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