Jungheinrich schickt Elektro-Stapler ins Retrofit

Intralogistiker launcht im rumänischen Ploiești Werk zur Aufbereitung von E-Deichselhubwagen und E-Gegengewichts-Staplern. Wiederaufbereitungs-Kapazität soll bis 2025 um 25 Prozent wachsen.

Jungheinrich eröffnet im rumänischen Ploiești ein weiteres Werk zur Aufarbeitung von Flurförderzeugen. (Bild: Jungheinrich)
Jungheinrich eröffnet im rumänischen Ploiești ein weiteres Werk zur Aufarbeitung von Flurförderzeugen. (Bild: Jungheinrich)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Gunnar Knüpffer)

Der Hamburger Intralogistikkonzern Jungheinrich hat im rumänischen Ploiești sein zweites Werk zur Aufarbeitung von Gebrauchtgeräten eröffnet. Mit dem neuen rund 5.000 Quadratmeter großen Standort reagiert das Unternehmen auf eine steigende Nachfrage nach gebrauchten Flurförderzeugen und schafft Kapazitäten für weiteres Wachstum. In Ploiești werden ab sofort Elektro-Deichselhubwagen vom Typ EJE und die Elektro-Gegengewichtsstapler vom Typ EFG für den europäischen Markt aufbereitet. Jungheinrich hat sich nach eigenen Angaben als erstes Industrieunternehmen der Herausforderung gestellt, Flurförderzeuge industriell und in hoher Qualität aufzuarbeiten. Das Unternehmen wolle erreichen, dass seine „Jungstars“ – so die offizielle Bezeichnung der Gebrauchtfahrzeuge – nach der Aufbereitung so gut wie neu seien.

Die Wiederaufarbeitung verlängert den Lebenszyklus der Flurförderzeuge

Die Wiederaufbereitung von Gebrauchtgeräten erfolgt nach einem einheitlichen und für alle Fahrzeuge gleichen Verfahren anhand von sechs Schritten. Dabei würden die gebrauchten Fahrzeuge in einen technisch und optisch neuwertigen Zustand zurückversetzt.

Jungheinrichs 5-Sterne-Prinzip soll dabei gewährleisten, dass jedes Fahrzeug nach höchsten Sicherheits- und Nachhaltigkeitsstandards sowie strengsten Qualitätskontrollen aufbereitet wird. Während Komponenten wie Rahmen, Motoren und Getriebe aufgearbeitet werden, findet bei allen sicherheitsrelevanten und verschlissenen Komponenten der Austausch mit Original-Ersatzteilen statt. Durch die ressourcenschonende und energiesparende Wiederaufarbeitung verlängert der Anbieter von Intralogistiklösungen den Lebenszyklus der Flurförderzeuge um zwei bis drei Einsatzzeiten und verringert dabei die Nutzung von Neuteilen. Aktuell erreichen die Fachleute dabei eine Wiederverwendungsquote von 94 Prozent pro Fahrzeug.

Umweltbewusste Anwender sind Zielgruppe für die Gebrauchtfahrzeuge

Mit der Investition will Jungheinrich ein Zeichen für die Kreislaufwirtschaft in der Intralogistik setzen und der Branche den Einsatz von nachhaltig aufbereiteten Flurförderzeugen ermöglichen.

„Unsere industriell aufgearbeiteten Gebrauchtfahrzeuge sind gerade für umweltbewusste Kunden eine gute Lösung, denn durch die Wiederaufbereitung von Gebrauchtgeräten sparen wir im Vergleich zu einer Neuproduktion rund 80 Prozent CO2 ein“, sagte Tino Alban, Werkleiter des Gebrauchtgerätzentrums Dresden bei der Jungheinrich AG.  „In der Corona-Pandemie greifen viele preisbewusste Kunden auf die günstigeren aber gleichzeitig leistungsfähigen Gebrauchtgeräte zurück, die optimal für geringe bis mittlere Einsatzzeiten oder als Stand-by-Lösungen geeignet sind.“

Ploiești ist neben Dresden der größte Standort von Jungheinrich für die Wiederaufbereitung von Flurförderzeugen. Durch die Eröffnung des neuen Gebrauchtgerätewerks wird das Unternehmen die Kapazitäten in diesem Bereich bis 2025 um 25 Prozent steigern.

Während die Aufbereitung der EJE und EFG am Standort Ploiești stattfindet, ist das Dresdner Werk für alle anderen Fahrzeugtypen wie auch die Systemfahrzeuge zuständig. Dabei liefern alle europäischen Vertriebszentren von Jungheinrich ihre Fahrzeuge, die vor allem aus Nutzenüberlassungsverträgen zurückkommen, zur Aufarbeitung in die beiden Werke. Darüber hinaus findet in Bangkok und im chinesischen Qingpu die Aufarbeitung für den asiatischen Markt statt.

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