Kabelloses Laden von Elektroautos: SAE International wählt Mahle-Positioniersystem DIPS als Standard

Die Standardisierungsorganisation SAE International hat das Differential-Inductive-Positioning-System (DIPS) von Mahle als globale Standardlösung für das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen anerkannt. Die Entscheidung macht den Weg frei für diese komfortable Ladealternative.

Das Mahle-Positionierverfahren DIPS (Differential-Inductive-Positioning-System) basiert auf einem magnetischen Feld und baut während der Annäherung des E-Fahrzeugs automatisch eine Verbindung mit dem angesteuerten Ladepunkt auf. | Bild: Mahle
Das Mahle-Positionierverfahren DIPS (Differential-Inductive-Positioning-System) basiert auf einem magnetischen Feld und baut während der Annäherung des E-Fahrzeugs automatisch eine Verbindung mit dem angesteuerten Ladepunkt auf. | Bild: Mahle
Tobias Schweikl

Die Standardisierungsorganisation SAE International hat das Positioniersystem des Mahle-Konzerns als globale Standardlösung für das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen ausgewählt. Diese Entscheidung stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Standardisierung des induktiven Ladens von Elektroautos dar.

„Mahle setzt Standards. Die Entscheidung der renommierten SAE für unsere Technologie bestätigt die Systemkompetenz von Mahle auch in der Elektrifizierung. Das wird ein starker Impuls für die E-Mobilität“, sagte Arnd Franz, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung und CEO.

Das Mahle-Positioniersystem, bekannt als Differential-Inductive-Positioning-System (DIPS), ermöglicht eine exakte Ausrichtung von Elektrofahrzeugen über einer Ladespule. Dieses System nutzt ein magnetisches Feld, um automatisch eine Verbindung mit dem Ladepunkt herzustellen, wenn sich das Fahrzeug diesem nähert. Eine spezielle Anzeige im Fahrzeugdisplay unterstützt die Fahrer bei der korrekten Positionierung, woraufhin der Ladevorgang automatisch beginnt. Dies gilt sowohl für manuell gesteuerte als auch für autonom einparkende Fahrzeuge.

„Mit Siemens und Witricity haben wir zwei starke Partner an unserer Seite, mit denen wir das Gesamtsystem aus Ladeinfrastruktur und Fahrzeugtechnik gemeinsam vorantreiben“, sagte dazu Dr. Harald Straky, Leiter der Zentralen Konzernforschung und -vorausentwicklung bei Mahle.

Die breite Anwendbarkeit des Systems ermöglicht laut Mahle künftig auch dynamische Anwendungen: das Laden über Induktionsspulen während der Fahrt. Auch dafür hat Mahle – gemeinsam mit Electreon Wireless – einen Standard formuliert.

Die Anerkennung durch SAE International schließt eine zehnjährige Lücke in der Standardisierung des induktiven Ladens und markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer herstellerübergreifenden Kompatibilität. Mahle plant nach eigener Aussage, seine Lösung der Branche unter fairen, vernünftigen und nichtdiskriminierenden (FRAND) Bedingungen zur Verfügung zu stellen, was die breite Implementierung und schnelle Markteinführung dieser Technologie fördert.

Hintergrund: SAE International

In der SAE International sind über 128.000 Ingenieure und Technologieexperten aus der Luft- und Raumfahrt-, Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie organisiert. Die SAE erarbeitet globale Technologiestandards, unter anderem auch die Standardisierung der Fahrzeug-Identifizierungsnummer.