Kardex: Corona und Industrie 4.0 treiben den Wandel im Lager

Intralogistikanbieter Kardex Remstar bündelt Ratschläge, wie man sich in der Intralogistik für die Zukunft aufstellt.

Industrie 4.0 treibt die Automatisierung in Logistikzentren. Aber welche Technologien sind die richtigen? (Symbolbild: Mimi Potter/Fotolia)
Industrie 4.0 treibt die Automatisierung in Logistikzentren. Aber welche Technologien sind die richtigen? (Symbolbild: Mimi Potter/Fotolia)
Johannes Reichel
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Die Konsumgüterindustrie verändert sich durch äußere Faktoren wie die Coronapandemie, die steigende Automatisierung und den wachsenden Onmichannel-Handel massiv. Die Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die dahinterstehende Logistik. Das hat der Intralogistikanbieter Kardex Remstar, Neuburg an der Kammel, kürzlich im Rahmen eines Trendreports bekannt. Demnach sorgen unter anderem ein verändertes Einkaufsverhalten sowie ein berührungsloses Einkaufserlebnis inklusive einer Verschiebung hin zum Onlinehandel für Platzmangel in den Lagerhäusern. Hinzu kommt, so Kardex, dass der Siegeszug von Industrie 4.0-Technologien den Druck auf Unternehmen und ihre Logistikverantwortlichen erhöht, Automatisierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. Zusätzlich bringe Lagerautomatisierung Vorteile für die logistische Abwicklung sowie den Personaleinsatz mit. Um Anreize für eine Umgestaltung des Lagerbetriebs zu geben, verweist Kardex auf eine Liste mit zehn dafür relevanten Technologien, die vom Beratungsunternehmen McKinsey & Company 2019 zusammengestellt wurde:

Multishuttlesysteme: Normalerweise in Kombination mit einem automatisierten Lager- und Bereitstellungssystem (ASRS) verwendet, das Waren (meistens auf Paletten) dreidimensional bewegt, um die Artikel ohne menschliches Eingreifen ein- und auszulagern.

Analyse-Tools: Algorithmen unterstützen das Bedienpersonal bei der Analyse der Leistung, Identifizierung von Trends und Erstellung von Prognosen, die über operative Entscheidungen informieren – häufig mithilfe von maschinellem Lernen zur kontinuierlichen Verbesserung.

Optische Erkennung: Ein Sensor, der Artikel zur Sortierung und anderen Logistikvorgängen scannt (häufig in sechs Achsen). Beispiele sind: Umlenkungen eines Förderbandes, lasergesteuerte Fahrzeuge und kamerabasierte Bewegungen von Drohnen.

Fördertechnikanbindung: Eine Verbindung zwischen zwei verschiedenen Förderbandsystemen, bei der häufig eine Entscheidungslogik eingesetzt wird, um den Warenfluss zu beeinflussen. Normalerweise werden über die Verbindungen verschiedene Flusssysteme zusammengeführt - zum Beispiel Push-and-Pull-Abläufe.

Managementsysteme: Analyse- und Digitalsysteme, die Analyse, Performance Reporting und Prognose-Tools verbinden und es den Managern ermöglichen, ein Füllsystem, wie zum Beispiel ein Lager, zu kontrollieren.

Smarte Lagerung: Lagerlösungen, bei denen fortschrittliche Analyse und digitale Tools bei der Ein- und Auslagerung von Artikeln hoch effizient zum Einsatz kommen, und die Lagerplätze je nach Produkt, Kommissionierung und Auftragsmerkmalen anpassen.

3D-Druck: Auch als additive Fertigung beziehungsweise „additive Manufacturing“ bezeichnet; bei diesem Verfahren werden Teile gefertigt, indem Schicht um Schicht ein Material (normalerweise Kunststoff oder Metall) aufgetragen wird, um eine gewünschte Form zu erzielen. 

Swarm AGV Roboter: Autonom geführte Fahrzeuge („autonomous guided vehicles“, AGV), die frei oder auf digitalen Spuren fahren, um Artikel (oft aus einem Lagerregal) auf der Grundlage von Anweisungen der Bestellsoftware zu einer Kommissionierstation zu bringen.

Smart Glasses: Brillen, die die Realität der Träger ergänzen und unterstützen – zum Beispiel durch die Anzeige von Wegbeschreibungen zu Lagerorten für die Kommissionierung – und somit die Ineffizienz des Suchens reduzieren.

Kommissionierroboter: Systeme mit Roboterarmen, die die menschliche Kommissionierbewegung nachahmen. Kommissionier-Roboter können stationär sein (Waren werden zu ihnen gebracht) oder mobil (bewegen sich zur Entnahme der Artikel zum Lager).

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