KEP-Branche: BdKEP informiert über E-Mobilität und Lastenrad

Verband der kleineren und mittelgroßen Kurier- und Paketdienste setzt Veranstaltungsreihe fort und will Mitgliedern den Einstieg in alternative Antriebe und Transportmittel erleichtern.
Infos für Kuriere: Probefahrten mit Elektro-Vans und einem neuen KEP-Lastenrad konnten die Teilnehmer beim zweiten "BdKEP vor Ort" in Düsseldorf unternehmen. | Foto: J. Reichel
Infos für Kuriere: Probefahrten mit Elektro-Vans und einem neuen KEP-Lastenrad konnten die Teilnehmer beim zweiten "BdKEP vor Ort" in Düsseldorf unternehmen. | Foto: J. Reichel
Johannes Reichel

Der Branchenverband der kleineren und mittelgroßen KEP-Unternehmen BdKEP hat zu zweiten Mal einen Informationstag für seine Mitglieder veranstaltet. Beim sogenannten "BdKEP vor Ort", der bei der Rheinisch-Bergischen Zeitungsvertrieb GmbH in Düsseldorf stattfand, konnten sich die Teilnehmer unter anderem über das Thema Elektromobilität sowie über Lastenräder informieren. Außerdem standen nachrüstbare Assistenzsysteme der israelischen Firma Mobileye für Tests zur Verfügung. Aufbauhersteller Krone stellte sein jüngst vorgestelltes KEP-Shuttle für Testfahrten bereit. Peugeot und Nissan waren jeweils mit ihren Elektro-Transportern vor Ort. "Wir spüren durchaus ein Anziehen des Interesses an Elektrofahrzeugen auch im gewerblichen Bereich", konstatierte stellvertretend Stephan Zech vom Langzeitvermieter Maske Fleet GmbH, die die Fahrzeuge zur Verfügung stellte. Er rechnet mit weiter steigender Nachfrage im Zeichen verschärfter Umweltregulierungen in den Städten.

Gut für Fahrten gebucht war neben den Elektro-Transportern auch das neue, speziell für die KEP-Branche konfigurierte einspurige Lastenrad KEP10, das die Firma Pentagonsales gemeinsam mit dem Berliner Cargobike-Spezialisten Urban-e umgesetzt hat. Das KEP10 ist bereits bei diversen Lieferdiensten im Einsatz, unter anderem beim Same-Hour-Service Amazon Prime Now in München. Es soll sich dank zweigeteiltem Rahmen der französischen Firma Douze individuell anpassen lassen und über eine robuste Technik mit stufenloser Nabenschaltung und Tretlagerantrieb verfügen. In einer speziell gestalteten Ladebox finden je nach Länge 200 bis 250 Liter Fracht Platz, die Nutzlast beträgt 90 Kilo. "Wir haben das Lastenrad KEP10 jetzt mal so konfiguriert, sind aber offen, es mit Kunden weiterzuentwickeln und speziell anzupassen", erklärte Tobias Schick von Pentagonsales bei der Veranstaltung.

Der Pionier für Fahrerassistenzsysteme Mobileye nutzte die Veranstaltung, um für seine nachrüstbaren Systeme Abstandswarner und Spurassistent zu werben. "Es nützt nichts, auf das autonome Fahren zu warten, unsere Nachrüsttechnik ist schon jetzt verfügbar, bezahlbar und verhindert gerade auch im KEP-Bereich so manchen Unfall", skizzierte Area Sales Manager Moritz Hegmann. Die auf einem optischen Sensor basierende Technik des israelischen Herstellers wird oberhalb der Windschutzscheibe montiert und entspricht der seit November 2015 gelten EU-Richtlinie für Fahrerassistenzsysteme. Ein kleines rundes LCD-Display an der A-Säule sendet akustische und optische Warnungen aus, sobald der Abstand zu einem vorausfahrenden Fahrzeug unterschritten oder im Falle des Spurassistenten die Begrenzungslinien überschritten werden. Auch eine Kollisionswarnung für Autos wie für Fußgänger sowie eine Verkehrsschilderkennung ist im System integriert. "Wir haben festgestellt, dass gerade professionelle Fahrer sich ungern bevormunden lassen. Unser System bleibt diskret im Hintergrund und warnt nur im Notfall", warb der Mobileye-Vertreter bei den KEP-Unternehmern.

Auf reges Interesse der KEP-Praktiker stieß auch der neue Krone-Aufbau für den Kurier- und Paketdiensteinsatz. Der sogenannte KEP-Shuttle sei zwar noch ein "zartes Pflänzchen" im von schweren Aufliegern und Anhängern geprägten Portfolio des Herstellers. Aber man wolle dieses Segment jetzt sukzessive "hochfahren" und vom Boom im Lieferverkehr profitieren, gab der Leiter des Key Account Managements Gerhard Klaus vor. Dazu zählt etwa auch, dass der KEP-Aufbau für weitere Basis-Fahrzeuge verfügbar sein soll, beispielsweise für den Opel Movano. "Aus unserer Sicht ist das kein Problem", äußerte Klaus. Opel ist auch der Hersteller, mit dem der BdKEP im vergangenen Jahr "Einkaufsvorteile" für seine Mitglieder vereinbart hat. Mittlerweile umfassen diese auch Modelle des Herstellers Peugeot.

Der veranstaltende Verband BdKEP plant, die lose Veranstaltungsreihe fortzusetzen. Anders als bei Kundenevents der Hersteller, könne man als Verband hier eine neutrale Position einnehmen und eine herstellerübergreifende Informationsplattform für die KEP-Unternehmer anbieten, erklärte Hansgeorg Lohl vom BdKEP. Der Vorsitzende des Verbands Andreas Schumann sieht ebenfalls gute Chancen, das Format zu etablieren und verwies auf etwa 100 Teilnehmer im Laufe des Tages. Die Veranstaltung stelle nicht zuletzt eine gute Gelegenheit dar, sich untereinander besser zu vernetzen, so Schumann.

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