KEP: BYD liefert E-Vans an DHL und will Transport elektrifizieren

Chinesischer Hersteller und deutscher KEP-Dienstleister setzen auf Zusammenarbeit. Auch für schwerere KEP-Klasse präsentiert BYD Elektro-Fahrzeuge. Teil einer langfristigen Strategie.
Langer Atem: Der chinesiche Hersteller verfolgt den Plan, alle Bereiche des Transports vom Bus bis zum Kleintransporter zu elektrifizieren. Der Van T3 ist ein weiterer Baustein. | Foto: BYD
Langer Atem: Der chinesiche Hersteller verfolgt den Plan, alle Bereiche des Transports vom Bus bis zum Kleintransporter zu elektrifizieren. Der Van T3 ist ein weiterer Baustein. | Foto: BYD
Redaktion (allg.)

Der chinesische Hersteller BYD Company Ltd. hat dem Bonner KEP-Dienstleister Deutsche Post DHL eine ganze Flotte neuer Elektrofahrzeuge geliefert. Die erste Charge umfasste laut BYD 35 rein elektrische Fahrzeuge der Reihe „T3“. Sie seien an DHL International Air Express Co. ausgeliefert worden und für den Einsatz im Central Business District der südchinesischen Stadt Shenzhen und deren Umgebung gedacht. Die Flotte sei der Beginn einer strategischen Zusammenarbeit zwischen DHL und BYD. Sollte sie erfolgreich eingesetzt werden, gehe BYD davon aus, dass DHL weitere Fahrzeuge des Herstellers kaufen wird.

Der T3 basiert auf dem Standard-Mehrzweck-Van des Herstellers und verfügt nach Unternehmensangaben über einen 3,5 Kubikmeter großen Laderaum und kann Lasten von bis zu 800 Kilogramm transportieren. Damit liegt das Fahrzeug etwa auf dem Niveau eines VW Caddy, den Deutsche Post DHL in Deutschland in hoher Stückzahl einsetzt. Vergleichbar in der Nutzlast, aber etwas größer im Ladevolumen ist dagegen der eNV200, den Nissan seit einigen Jahren auch in Deutschland vertreibt. Die Höchstgeschwindigkeit des Elektro-Vans aus China beträgt 130 Stundenkilometer, 310 Nm an Drehmoment sind für die Fahrzeugklasse äußerst üppig. Als maximale Reichweite gibt BYD mehr als 200 Kilometer an, die der Transporter aus seinen Eisen-Phosphat-Batterien erzielen soll.

Darüber hinaus hat der Hersteller weitere Transporter für die reine Logistikanwendung in schwereren Klassen vorgestellt. Das Modell T5 reicht bis 7.320 Kilogramm Gesamtgewicht und soll eine Reichweite von 250 km bieten, der T7 reicht sogar bis 10.695 Kilogramm Gesamtgewicht bei einer Reichweite von 200 km. Die Fahrzeuge fügen sich ein in die sogenannte "7+4"-Strategie, mit der der chinesische Konzern nach eigenen Angaben alle Bereiche der Logistik und des Transports, die bisher noch mit fossilen Energien betrieben werden, fahrzeugseitig "elektrifizieren" will. Das ambitionierte Programm umfasst neben Volumensegmenten wie Pkw, Taxi, Bus oder Verteiler- oder Bau-Lkw auch Spezialanwendungen wie Lagerhaltung, Bergbau, Flughafen und Häfen. BYD ist nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter von alternativ angetriebenen Fahrzeugen und verkaufte 2015 weltweit beispielsweise 50.000 Elektro-Busse.

DHL setzt schon seit Jahren auf alternative Antriebe, denn das Unternehmen will seine CO2-Effizienz bis zum Jahr 2020 um 30 Prozent verbessern, verglichen zum Basisjahr 2007. Unter anderem werden dafür im Rahmen des Pilotprojekts „CO2-freie Zustellung in Bonn“ Elektrofahrzeuge eingesetzt. Außerdem kaufte der KEP-Dienstleister Ende 2014 seinen eigenen Elektrofahrzeug-Hersteller: die Aachener StreetScooter GmbH. Im gleichen Jahr hatte DHL seine Flotte mit alternativen Antrieben bereits auf 3.349 Fahrzeuge ausgebaut (2013: 3.051, 2012: 1.834). 406 Fahrzeuge fuhren dabei elektrisch. Ein weiteres Pilotprojekt setzte das Unternehmen bei Express in Taiwan um: Hier wurden vier Elektro-Roller für die innerstädtische Zustellung in Betrieb genommen. Die Ladestationen dieser Fahrzeuge sind mit Solarzellen ausgestattet, sodass sie vollständig mit Sonnenenergie versorgt werden. (nbr/jr)

Printer Friendly, PDF & Email