KEP: Hermes plant Ausbau des Hamburger Automatennetzes

(dpa/lno) Damit Kunden rund um die Uhr an Pakete kommen oder diese aufgeben können, setzt Paketlogistiker DHL auf Automaten. Wettbewerber Hermes macht dies zwischenzeitlich auch, ein wenig.

Ein Hermes-Paketautomat (Hermes Box) steht an einem Parkplatz zu einem Einkaufszentrum im Stadtteil St. Pauli. Hermes will sein im Herbst gestartetes Netz an Paketautomaten (Hermes Box) im Raum Hamburg ausbauen. Foto: Christian Charisius/dpa
Ein Hermes-Paketautomat (Hermes Box) steht an einem Parkplatz zu einem Einkaufszentrum im Stadtteil St. Pauli. Hermes will sein im Herbst gestartetes Netz an Paketautomaten (Hermes Box) im Raum Hamburg ausbauen. Foto: Christian Charisius/dpa
Johannes Reichel
(erschienen bei Transport von Nadine Bradl)

Nachdem Marktführer DHL bundesweit schon 13.000 Paketautomaten installiert hat, will nun auch Konkurrent Hermes seine Präsenz mit solchen Abhol- und Aufgabemöglichkeiten zumindest im kleinen Stil ausbauen. Man habe inzwischen 20 Hermes Boxen im Raum Hamburg und werde diese Zahl dort schrittweise erhöhen, sagte eine Firmensprecherin in der Hansestadt. Konkreter wurde sie nicht. 

Der erste Standort war im Oktober 2022 in Ahrensburg (Schleswig-Holstein) vor den Toren Hamburgs in Betrieb genommen worden. Eine Ausweitung des Automatennetzes auf andere größere Städte plant Hermes vorerst nicht. Der Fokus werde weiterhin auf Hamburg und Umgebung liegen. 

Offenes Konzept

Die Hermes Box ist ein Automat, an den man ein Paket schicken lassen und rund um die Uhr abholen kann. Auch die Aufgabe eigener Pakete und das Zurückschicken von Retouren ist möglich. Der Logistiker sieht die Automaten als «offenes Konzept», sie könnten also auch von anderen Paketdienstleistern und Einzelhändlern genutzt werden. Sie tun dies nach Firmenauskunft bisher aber bislang nicht. So gesehen bleibt das regional begrenzte Automatenkonzept noch unter seinen Möglichkeiten.

In der Paketbranche spielen Automaten eine immer größere Rolle, um das steigende Sendungsaufkommen meistern zu können. Viele Verbraucher lassen sich bisher ihre Pakete nach Hause schicken, was für die Logistiker mühsam und teuer ist. Ihre Transporter müssen viele Stopps machen, um ihre Pakete zuzustellen. Wenn der Empfänger nicht daheim ist, verstreicht wertvolle Wartezeit, und der Paketbote muss die Sendung am Ende wieder mitnehmen - es sei denn, es liegt eine Abstellgenehmigung vor. 

Schlechte CO2-Bilanz

Für Paketfirmen ist das eine teure Sache, zumal die CO2-Bilanz von so einer Zustellung häufig schlecht ist. Besser wäre es für die Logistiker, wenn sie eine größere Paketmenge an einem Ort abgeben könnten - etwa an Automaten, wo der Empfänger später nach einer digitalen Benachrichtigung vorbeikommt und mit einem Code Zugang bekommt.

24-Stunden-Service

Hermes und DPD hatten vor einigen Jahren mal ein Pilotprojekt, bei dem sie Automaten an S-Bahn- oder U-Bahn-Stationen aufgestellt hatten und gemeinsam nutzten. Doch das Projekt wurde wieder eingestellt. Inzwischen wagt Hermes einen weiteren Anlauf, diesmal allein.

«Durch den erfolgreichen Pilotstart sind wir darin bestärkt, diesen Weg weiterzuverfolgen», sagte die Hermes-Sprecherin.

«Insgesamt verstehen wir unsere Lösung als eine sinnvolle Ergänzung unserer bundesweit über 16.500 Hermes PaketShops.»

Auch in besagte Paketshops kann man sich Sendungen schicken lassen und sie dort abgeben. Der Nachteil: Bei Paketshops muss man sich an Öffnungszeiten halten, beim Automaten nicht - der ist 24 Stunden am Tag verfügbar.