Kion: Mehr Aufträge trotz Corona

Der Kion-Konzern meldet für das erste Halbjahr 2020 steigende Auftragseingänge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Man profitiere vom boomenden Onlinehandel in der Coronakrise.

Die Kion Group verzeichnet für das erste Halbjahr 2020 einen Auftragsanstieg von 4,8 Prozent im Segment Supply Chain Solutions. Der Umsatz für die ersten sechs Monate ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum coronabedingt geschrumpft. (Foto: Kion)
Die Kion Group verzeichnet für das erste Halbjahr 2020 einen Auftragsanstieg von 4,8 Prozent im Segment Supply Chain Solutions. Der Umsatz für die ersten sechs Monate ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum coronabedingt geschrumpft. (Foto: Kion)
Tobias Schweikl
(erschienen bei LOGISTIK HEUTE von Sandra Lehmann)

Der Intralogistikanbieter Kion Group AG verzeichnet für das erste Halbjahr 2020, das am 30. Juni endete, einen wertmäßigen Auftragseingang von 4,4 Milliarden Euro (2019: 4,2 Milliarden Euro), was einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main Ende Juli mit. Demnach sei die positive Auftragslage im Segment Supply Chain Solutions auf den Boom im Onlinehandel sowie im Lebensmittel- und Getränkesegment im Zuge der Coronakrise zurückzuführen.

„Der starke Auftragseingang in den ersten sechs Monaten dieses herausfordernden Geschäftsjahres zeigt, dass wir mit unserer breiten Produktpalette und unserer Strategie „KION 2027“ auch in äußerst schwierigem Fahrwasser richtig aufgestellt sind“, betonte Gordon Riske, Vorstandsvorsitzender der Kion Group AG.

Der Konzernumsatz sank nach Eigenangaben um zehn Prozent auf 3,927 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,364 Milliarden Euro). Grund hierfür seien im Wesentlichen die Einschränkungen des operativen Geschäfts infolge der umfangreichen Lockdown-Maßnahmen in zahlreichen geografischen Märkten während des zweiten Quartals gewesen.

Das bereinigte EBIT sank laut Kion wegen des geringeren Umsatzvolumens um 49,8 Prozent auf 204,8 Millionen (Vorjahr: 407,6 Millionen Euro), der Rückgang hätte aber durch die umgehend ergriffenen Kostenmaßnahmen des Konzerns begrenzt werden können. Das Konzernergebnis reduzierte sich nach Aussagen des Unternehmens auf 50,6 Millionen Euro (Vorjahr: 218,3 Millionen Euro), blieb aber positiv.

Der negative Free Cashflow in Höhe von minus 219,6 Millionen Euro (Vorjahr: minus 31,6 Millionen Euro) resultierte in erster Linie aus dem geringen EBIT, der Veränderung des Working Capital sowie aus der im März erfolgten Akquisition des auf Logistikautomatisierungs-Lösungen spezialisierten britischen Softwareunternehmens Digital Applications International Limited (DAI). Positiv wirkten sich Kion zufolge hingegen eine strikte Ausgabendisziplin, Kostensenkungsmaßnahmen sowie die Aufschiebung einzelner Investitionsprojekte aus.

Von der gegenwärtig eingeschränkten Investitionsbereitschaft in zahlreichen Industrien sei vor allem das Neugeschäft des Segments Industrial Trucks & Services (IT&S) betroffen. Dort wurden bei den Marken der Kion Group 88,9 Tausend Neufahrzeuge im ersten Halbjahr 2020 bestellt, was einem Rückgang von 18,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht (109,2 Tausend). Der im Vergleich zum Weltmarkt stärkere Rückgang ist laut Kion auf den hohen Anteil in der Region EMEA zurückzuführen, in der der Material-Handling-Markt durch die Corona-Pandemie im ersten Halbjahr 2020 besonders stark betroffen war. In der Region APAC verzeichnete das Segment eine weniger starke Abnahme der Bestellzahlen, heißt es vonseiten des Unternehmens.

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