Klimawandel: Forscher entwickeln Modell zum Schutz der Logistik

Ein Forscher-Team hat ein Drei-Phasen-Modell zum Schutz der Logistik vor den Folgen des Klimawandels vorgelegt. Das Modell ist das Ergebnis des Forschungsprojekts FlexLogistics, das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert wurde.
Der Klimawandel soll sich Wissenschaftlern zufolge künftig noch stärker auf die Logistik auswirken. | Foto: Dieter-Schütz / pixelio.de
Der Klimawandel soll sich Wissenschaftlern zufolge künftig noch stärker auf die Logistik auswirken. | Foto: Dieter-Schütz / pixelio.de
Tobias Schweikl

Forscher befürchten, dass sich der Klimawandel künftig stärker auf den weltweiten Güterverkehr auswirken könnte als bisher. So werde bis 2050 eine Verdoppelung von Naturkatastrophen prognostiziert. Hinzu kämen verschärfte Anforderungen zur Risikoanalyse im Rahmen der ISO 9001 (ab Ende 2015) und gemäß dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTrag). Weil aber eine Unterbrechung der Lieferkette existenzielle Folgen für ein Unternehmen haben kann, gelte es grundsätzlich neue Anforderungen an ein dynamisches Supply-Chain-Management zu entwickeln.
Vor diesem Hintergrund haben Forschungspartner des Instituts für Produktionsmanagement und Logistik an der Hochschule München und der Logistik Akademie Janz ein Drei-Phasen-Modell zur Bestimmung und Optimierung der Supply-Chain-Robustheit im Klimawandel entwickelt. Das Modell wurde als Forschungsprojekt „FlexLogistics“ vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) gefördert. Die Ergebnisse sind eine Risikoanalyse des Beschaffungs- und Distributionsnetzwerkes sowie priorisierte Handlungsfelder für eine robustere Supply Chain. [pagebreak]
In der ersten Phase wird eine Analyse durchgeführt. Untersucht werden die Managementprozesse, die Lieferanten-, Produktions- und Lagerstrategie sowie die Distributionskonzepte im Hinblick auf Prozessstabilität gegenüber einem Störfaktor. Parallel dazu wird die geographische Struktur von Produktions- und Lieferantenstandorten sowie Logistikzentren und Transportrouten untersucht.
In der zweiten Phase erfolgt die Auswertung auf Basis struktureller und betriebswirtschaftlicher Daten, Fakten zum Klimawandel und Fragebögen beziehungsweise Interviews.
In der dritten Phase werden Handlungsfelder und Maßnahmen abgeleitet. Im Fokus steht die Entwicklung von Störungsszenarien auf Basis der zuvor identifizierten kritischen Risikotreiber. Ziele sind die Aufdeckung von Flexibilitätslücken, die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen und Kosten-Nutzen-Abgleiche.
Der Zeitumfang für eine Beratung gemäß dieses Drei-Phasen-Modells wird mit circa drei Wochen angegeben.

Quellenhinweis Bilder (tlw.): Pixelio
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