Kommentar: COVID-19 und die Folgen für die Logistik

Täglich erreichen uns neue Hiobsbotschaften zur Coronavirus-Pandemie. Oberstes Gebot ist es nun, die Ausbreitung der Krankheit zu verlangsamen sowie den Waren- und Informationsfluss aufrechtzuerhalten.

 | Bild: Ake1150, Fotolia
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Tobias Schweikl

Die Corona-Pandemie hat uns alle mit voller Wucht erwischt. Aktuell verdoppeln sich in Deutschland nahezu alle drei Tage die Fallzahlen. Oberstes Ziel kann es in dieser Situation nur sein, die Geschwindigkeit dieser exponentiellen Ausbreitung der COVID-19-Krankheit zu verlangsamen und die Katastrophe zu verhindern. Es gilt das „Primat der Medizin“.

Das Ziel ist, Zeit zu gewinnen: Zeit in, der sich das Gesundheitssystem auf die hohen Fallzahlen einstellen kann. Zeit, in der die Forschung neue Tests, Behandlungsmöglichkeiten und Impfungen entwickeln und erproben kann. Und – auch das gehört in die Diskussion – Zeit, in der sich die Wirtschaft und die Bevölkerung auf die neue Situation einstellen können. Die nun notwendigen medizinischen Maßnahmen haben gravierende ökonomische Folgen, mit denen umgegangen werden muss.

Die ersten wichtigen Entscheidungen sind bereits getroffen. So haben die Fahrzeughersteller die Produktion in ihren Werken heruntergefahren. Auch die Logistikverbände BIEK und BGL haben bereits früh reagiert und Maßnahmenkataloge an die Politik aufgestellt, um die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen zu können. Beispielsweise mit der Lockerung der Sonntagsfahrverbote wurden einige dieser Forderungen bereits umgesetzt.

Der Online-Handelsriese Amazon hat mit einer Priorisierung bestimmter Produkte begonnen. Dabei gehe es um stark nachgefragte Waren des täglichen Bedarfs und des Hygienebereichs, deren Nachfrage in den vergangenen Wochen drastisch zugenommen hat. Um Lager- und Lieferkapazitäten für diesen Bedarf zu schaffen, stoppt man die Annahme von „nicht lebensnotwendigen“ Artikeln von Dritthändlern. Erst vor Kurzem hat Amazon angekündigt, zusätzlich 100.000 Arbeiter zu rekrutieren und – auch das ist in der Krise bemerkenswert – die Löhne anzuheben.

Auch wir als Logistikjournalisten müssen uns auf die neue Situation einstellen. Fachmessen, über und auf denen wir berichten, werden abgesagt und verschoben, Erscheinungstermine unserer Publikationen müssen gegebenenfalls an die neue Terminlage angepasst werden und natürlich steht auch bei uns der Gesundheitsschutz an erster Stelle.

Die zunehmende Digitalisierung, über die wir in der Logistik tagein tagaus berichten, erweist sich in dieser Situation als Segen. Viele Kollegen haben sich bereits ins Homeoffice zurückgezogen. Dank umfassender Vernetzung kann das Team als Ganzes aber dezentral nahezu nahtlos weiterarbeiten und online sowie in Print unterbrechungsfrei über die Situation informieren. Und weil sich auch in Industrie, Handel und Dienstleistung das Homeoffice zumindest in den Verwaltungen bereits etabliert hat, reißt auch der Informationsfluss in der gesamten Logistik nicht ab.

Bleiben Sie gesund. Wir berichten weiter.

Tobias Schweikl
Chefredakteur LOGISTRA

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