Ladeinfrastruktur von Fronius Perfect Charging: Thyssenkrupp Plastics optimiert Energieversorgung von Flurförderzeugen

Eine kundenindividuelle Batterieladestation von Fronius Perfect Charging ist nun bei Thyssenkrupp Plastics im Einsatz. Die Insellösung lädt Staplerbatterien schonend, verringert die Brandlast und zentralisiert die Erste Hilfe. Außerdem spart sie dabei noch Energie.

Durch die Insellösung sind Ladestation und Erste-Hilfe-Utensilien gut erreichbar. | Bild: Fronius International GmbH
Durch die Insellösung sind Ladestation und Erste-Hilfe-Utensilien gut erreichbar. | Bild: Fronius International GmbH
Tobias Schweikl

Ob LED-Lichtwerbeanlagen oder WPC-Terrassendielen – Produkte der Thyssenkrupp Plastics GmbH mit Sitz in Essen finden sich in vielen Bereichen. Das Unternehmen gehört zu Thyssenkrupp Materials Services und ist mit insgesamt 18 Standorten ein deutschlandweit agierender Dienstleister für Kunststoffe. Im April 2022 nahm der Großhändler in Tornesch bei Hamburg ein neues Logistikzentrum in Betrieb. Von dort aus beliefern die Halbzeug-Spezialisten Kunden in Norddeutschland.

In der Logistikhalle sorgen sieben elektrisch angetriebene Vierwegestapler von Jungheinrich im Zwei-Schicht-Betrieb für einen kontinuierlichen Materialfluss. Die Voraussetzung: eine zuverlässige Ladeinfrastruktur. Das Kunststoff-Unternehmen setzt dabei auf die Ladegeräte „Selectiva 4.0“ vom österreichischen Hersteller Fronius Perfect Charging.

Die Batterieladeexperten entwickelten gemeinsam mit Thyssenkrupp Plastics eine freistehende Insellösung für mehr Flexibilität und Sicherheit in der Intralogistik. Die Ladestation basiert auf dem „Fronius Lademodul 2000“, für die Anwendung in Tornesch in einer Sonderhöhe von 2.700 Millimetern. Angepasst an die Anforderungen in der Halle kommt so die Stromzufuhr von oberhalb der Lademodule über eine Kabelbrücke.

Die freistehende Installation ermöglicht Thyssenkrupp Plastics eine sichere Ladung der Blei-Säure-Batterien über den vorgeschriebenen Mindestabstand hinaus. Das neue System von Fronius bietet noch einen weiteren Vorteil: Die Erste-Hilfe-Utensilien befinden sich jetzt gut sichtbar an strategischen Punkten in den Hallen verteilt und nicht mehr weit entfernt an Außenwänden oder an Lagerregalen.

„Damit ist alles sofort zugänglich, steht aber nicht im Weg“, sagt Mario Götte, stellvertretender Betriebsleiter bei Thyssenkrupp Plastics. „Und die Stationen sehen einfach gut aus. Das spielt eine große Rolle, auch bei unseren Mitarbeitenden.“

Individuelle Kennlinien

Neben Sicherheit und Optik überzeugen die Stationen mit ihrer Kernkompetenz: Selectiva 4.0 Ladegeräte versorgen die Staplerbatterien schonend und effizient mit Energie. Wann die Ladung beginnen soll, legen die Anwenderinnen und Anwender fest – dadurch können sie günstige Stromtarife nutzen, vermeiden Spitzenlasten und verringern die benötigte Anschlussleistung.

Die Funktion hilft auch dabei, den sogenannten Montagseffekt zu vermeiden. Durch eine zeitgesteuerte Ausgleichsladung ist die Batterie nach dem Wochenende oder nach Feiertagen vollständig geladen und einsatzbereit. Das bedeutet für die Fachkräfte große Flexibilität und Zuverlässigkeit.

Außerdem ist es möglich, verschiedene Flurförderzeuge am Gerät zu laden. Das intelligente Ladegerät passt sich flexibel an unterschiedliche Spannungen der Staplerbatterien an. Es erfasst schon beim Anschließen die Batteriespannung und regelt die Stromstärke automatisch. Selbst tiefentladene Akkus lassen sich mit einer speziellen Refresh-Kennlinie aufladen. Selectiva 4.0 kann die Leistungsfähigkeit schwacher Batterien verbessern und dadurch die Batterielebensdauer verlängern.

Die von Fronius entwickelte Ri-Ladekennlinie ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern einen maximal batterieschonenden Ladeprozess, verhindert Überhitzung und damit die frühzeitige Überalterung von Blei-Säure-Batterien. Die dadurch resultierende Energieersparnis fördert zudem eine deutlich sichtbare Energieeffizienz im Vergleich zur 50-Hertz-Technik. Mit dem flexiblen Ri-Ladeprozess erreichen Selectiva 4.0 Batterieladegeräte laut Hersteller einen Gesamtwirkungsgrad von bis zu 84 Prozent.

Um das Handling zu vereinfachen, hat Fronius die Ladegeräte mit weiteren Funktionen ausgestattet. So signalisiert beispielsweise eine blaue LED-Anzeige einen aufgeladenen und abgekühlten Akku. Dank dieser von weitem sichtbaren Leuchtstreifen auf den Ladegeräten erkennen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Standort Tornesch auf einen Blick, wann welche Batterie wieder einsatzbereit ist.

Sicherer Betrieb

Die smarte Station schließt Bedienfehler durch eine falsche Zuordnung von Batterie und Ladegerät nahezu aus.

„Im Grunde ist es das Einfachste überhaupt, ich brauche fast gar nichts mehr zu machen, stecke den Stecker rein und ziehe ihn nach der Ladung wieder raus“, freut sich Mario Götte.

Auch der externe Start/Stopp sei von den Kolleginnen und Kollegen gut angenommen worden und vermittle ein beruhigendes Gefühl. Diese zusätzliche Funktion verhindert eine Funkenbildung, sollten bei laufendem Ladeprozess die Ladestecker getrennt werden. Das reduziert die Gefahr einer Explosion, etwa durch beim Laden entstehendes Knallgas, deutlich.

Die sichere Handhabung der Ladestecker ermöglichen Federzugbalancer an schwenkbaren Auslegern. Daran sind die Leitungen befestigt – fernab der Ex-Zone der Batterie. Rammschutzleisten verhindern Anfahrschäden bei den Stationen. Außerdem ist eine individuell konfigurierbare Fronius Laderack-Lösung in Gebrauch, die für mehr Sicherheit in der Logistikhalle in Tornesch sorgt. Daran können die Fachkräfte dank praktischer Lochbleche und Fronius Halterungen auch Fremdgeräte befestigen.

Nachhaltiges System

Die Lösung von Fronius überzeugte Management und Mitarbeitende von Thyssenkrupp Plastics auf ganzer Linie. „Wir kaufen Geräte immer in der höchsten Effizienzklasse, weil wir Strom sparen und nachhaltig wirtschaften möchten. So war diese Entscheidung der nächste logische Schritt für uns“, resümiert Götte. Durch die „Fronius I-SPoT“-Berechnung zur Energieeffizienz wusste Thyssenkrupp Plastics schon in der Planungsphase, dass die Amortisationszeit kurz sein würde. Den Fronius-eigenen energieeffizienten und batterieschonenden Ladeprozess der Selectiva 4.0 Geräte nutzt das Unternehmen nun seit mehr als einem Jahr und trägt mit einer Energieersparnis von bis zu 30 Prozent zu mehr Nachhaltigkeit bei.