Ladezonen-Konzept für Cargobikes und E-Vans: Charlottenburg sattelt um

Der ganze Stadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf in der Bundeshauptstadt soll mittels eines Ladezonenkonzepts schneller "grüner" werden.

Shake Hands in Charlottenburg: Die beteiligten Radlogistiker von Messenger und Urban Cargo fuhren zum Start ihre diverse Leicht-Elektro-Fahrzeuge auf. | Foto: first mile
Shake Hands in Charlottenburg: Die beteiligten Radlogistiker von Messenger und Urban Cargo fuhren zum Start ihre diverse Leicht-Elektro-Fahrzeuge auf. | Foto: first mile
Johannes Reichel

Unter dem Motto „Wir machen den Bezirk schneller und sauberer“ hat Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger (Bündnis 90/Die Grünen) am Donnerstag in Charlottenburg-Wilmersdorf die Eckpfeiler einer umweltfreundlicheren urbanen Logistik im Bezirk vor. Zu den Planungen zählen unter anderem 13 Be- und Entladezonen entlang der Kantstraße, die insbesondere für Lieferdienste mit separaten Zeitfenstern für Lastenräder und E-Transporter reserviert sein sollen. Die Umsetzung ist für 2022 geplant. Kurzfristig soll ein neutraler kooperativer Umschlagsknoten als „Mikro-Depot“ oder „Micro-Hub“ für mehrere Logistikdienstleister auf einer Sondernutzungsfläche an der Messe geschaffen werden, speziell zur Entlastung des Zustellbereiches Kantstraße/Neue Kantstraße. Mittelfristig will der Bezirk vier weitere Mikro-Depot-Standorte im Bezirk zur Feinverteilung von Paketen per Lastenrad oder E-Transporter einrichten.

„Ich bin zuversichtlich, dass wir mit unserem Modell weit mehr als die vom Verkehrsminister angepeilten 30 Prozent des urbanen Lieferverkehrs auf Lastenräder verlagern werden“, hofft Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger am Donnerstag vor der Presse.

Hintergrund der Pläne sind die stetig steigenden Paketmengen und die wachsende Anzahl an Lieferfahrzeugen, bundesweit wie im Bezirk. In Deutschland rund 13 Mio. Paketsendungen pro Tag zugestellt. Allein in der Kantstraße sind es täglich an die 1.000 Pakete. Die dadurch hervorgerufenen Belastungen für Mensch und Umwelt sollen reduziert werden. Für 2021 wird mit einem weiteren deutlichen Anstieg des Online-Handels zwischen 12,5 Prozent und 13,3 Prozent gerechnet. Hieraus generiert sich erneut ein überdurchschnittliches Wachstum bei Paketsendungen.

Die am Pilotprojekt „Mikro-Depot Messe“ teilnehmenden Logistikfirmen stellten sich zum Auftakt mit einer Auswahl unterschiedlicher Lastenräder vor. Vertreten war auch der künftige Betreiber des kooperativen Umschlagsknoten, die Bahn-Tochter DB Station&Service AG, Europas führender Bahnhofsbetreiber. Sie hatte den Zuschlag nach einem Auswahlverfahren des Bezirks im Juli 2021 bekommen. Das Unternehmen mit seiner Sparte Smart City hat als Projektinitiator bereits Micro-Hub-Erfahrungen am Tempelhofer Damm im Bezirk Tempelhof-Schöneberg sammeln können. Der Start für das Mikro-Depot-Pilotprojekt im Bezirk ist für Mai 2022 vorgesehen.

 

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