Lager- und Kommissioniertechnik: Systematischer Schutz beim Be- und Entladen

Mit Sicherheitstechnik an der Rampe lassen sich schwere Unfälle verhindern. Beim Hersteller Expresso gibt es fünf unterschiedliche Systeme.

Das Systemprodukt Kife besteht aus kabellosen Funkkeilen und Signallampen-Sets. Es kann an nahezu jede konkrete Situation vor Ort angepasst werden. | Bild: Expresso
Das Systemprodukt Kife besteht aus kabellosen Funkkeilen und Signallampen-Sets. Es kann an nahezu jede konkrete Situation vor Ort angepasst werden. | Bild: Expresso
Tobias Schweikl

Mit Sicherheitstechnik der Expresso Deutschland GmbH & Co. KG sollen Anwender Unfälle beim Warenumschlag verhindern können. Seit über 60 Jahren entwickelt das Unternehmen Systemprodukte für die Verladetechnik und seit inzwischen 20 Jahren stattet es Logistikunternehmen und Produktionsbetriebe auch mit Sicherheitstechnik für die Be- und Entladung von Lkw aus. Aktuell sind es vor allem fünf Lkw- und Wechselbrücken-Sicherungssysteme, die sich laut Expresso verstärkter Nachfrage erfreuen: das Funkkeilsystem „Kife“, die Kipp- und Abstützsicherung „Stopbodies“, die manuellen und automatisierten Varianten des Sicherungssystems „Stoptrucks“ sowie eine Kombi-Lösung aus „Stoptrucks“ und „Bodies“.

„Neben dem grundsätzlichen Streben nach sicherheitstechnischer Optimierung der Verladeprozesse verspüren wir ein neu erwachtes Bewusstsein für die ganzheitliche Verbesserung der Lieferketten-Stabilität – über alle Prozessstufen und Schnittstellen hinweg“, erklärt Oliver Stauch-Vaupel, Geschäftsbereichsleiter bei Expresso dieses Interesse.

Lkw gesichert

Das Systemprodukt „Kife“ gehöre für viele Logistikleiter zu den ersten sicherheitstechnischen Maßnahmen, die sie an den Verladerampen ihrer Verteil- und Distributionszentren installieren. Dabei lässt sich diese Komplettlösung aus kabellosen Funkkeilen und Signallampen-Sets dank zahlreicher Optionen und Ausstattungsvarianten an unterschiedliche Situationen vor Ort anpassen. Die Grundausstattung besteht stets aus einer elektrischen Radkeil-Station (230V/400V) mit Sensor-Radkeil sowie einer LED-Ampel (Rot/Grün) und dem Schaltschrank. Radkeil und Ampelsystem interagieren steuerungstechnisch miteinander und signalisieren beispielsweise, ob der Radkeil gesetzt ist, ob das Schnelllauftor geöffnet ist, ob die Rampe für Gabelstapler freigegeben ist und anderes mehr. Passend dazu bietet das Unternehmen auch Anti-Rutsch-Bleche.

Brücken fixiert

Mit der automatischen Kipp- und Abstützsicherung „Stopbodies“ offeriert Expresso ein Verriegelungssystem, mit dem sich Wechselbrücken (Wechselkoffer) an der Laderampe sichern lassen. Eine damit gesicherte Brücke könne während des Umschlagprozesses weder absacken noch seitlich wegkippen noch von einem Lkw aufgenommen werden, so der Hersteller. Die bodenmontierte und automatisch aufrichtbare Stütz- und Blockiervorrichtung sichert und arretiert die die Wechselbrücke von unten. Zusätzlich zu den vier brückeneigenen Stützen stellt sich also ein fünftes Bein unter die Brücke, koppelt sich an deren Unterboden und fixiert sie an der Rampe. Außerdem klappt sich eine stählerne Stütze auf, die im Zusammenspiel mit einem Warnton verhindert, dass ein Lkw oder eine Lafette unter den Wechselaufbau fahren kann, um diesen aufzubrücken.

„Dies alles geschieht im Optimalfall vollautomatisiert durch die steuerungs- und signaltechnische Vernetzung von Abstützvorrichtung, Anpassrampe, Schleusentor und Wechselbrücke“, so Oliver Stauch-Vaupel.

Automatische Wegfahrsperre

Automatisierung ist auch das Stichwort für die Lkw-Wegfahrsperre „Stoptrucks“. Mit diesem sicherheitstechnischen System – alternativ als manuelle Lösung zu haben – lässt sich verhindern, dass sich ein Lkw während des Umschlagprozesses unkontrolliert von der Rampe entfernt und sich mit der dadurch entstehenden Lücke eine gefährliche Sturzfalle für Mitarbeiter und Flurförderzeuge auftut. „Stoptrucks“ lässt sich laut Hersteller für alle Lkw-Typen einsetzen und mit geringem Aufwand direkt vor der Rampe montieren.

Das System besteht aus zwei signalgelben Einfahrhilfen sowie einem Monoblock-Metallrahmen mit verfahr- und ausstellbarem Blockierarm. Dieser Blockierarm verfügt über eine automatische Erkennung des Raddurchmessers und legt sich unmittelbar vor einen der Lkw-Hinterreifen. Das geschiehe sensorgesteuert und ohne Beschädigung der Schutzbleche, so Expresso. Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, übt der Blockierarm seinen Druck zudem genau in Höhe der Radachse aus. Die Blockierfunktion kann von einem Mitarbeiter an der Rampe oder vom Lkw-Fahrer aktiviert werden.

Sicherheitstechnische Neuheit

Eine Weltneuheit in der Rampensicherheit ist die kombinierte Komplettlösung aus „Stopbodies“ und „Stoptrucks“. Sie bietet sich für alle Fälle an, in denen Verladerampen und -tore wechselweise sowohl für Lkw als auch für aufgeständerte Wechselbrücken genutzt werden. Während „Stoptrucks“ für die Lkw zum Einsatz kommt, wird „Stopbodies“ für die Wechselbrücken aktiviert. Darüber hinaus lassen sich die Wechselaufbauten durch das Zusammenspiel beider Systeme auch doppelt sichern – sowohl gegen Absacken und Wegkippen als auch gegen Weg- und Zurückrollen. Auf diese Weise von unten und hinten gesichert soll der Aufbau dann auch dem dynamischen Hin und Her ein- und ausfahrender Gabelstapler sicher widerstehen.

„Das Be- und Entladen muss heute oft unter großem Zeitdruck erfolgen; da müssen aufgeständerte Wechselkoffer, Wechselpritschen oder Wechselbehälter mitunter allerlei Rempeleien abhaben können. Unsere Kombilösung aus Stopbodies und Stoptrucks bietet hier ein Höchstmaß an Sicherheit“, so Oliver Stauch-Vaupel.

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