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Lagerverwaltung: Fassbender-Tenten setzt auf digitale Prozesse

Im Rahmen eines Pilotprojekts hat der Baustoffhändler Fassbender-Tenten zunächst an drei Standorten eine neue Standardsoftware eingeführt. In Folge verkürzten sich die Auftragsdurchlaufzeiten und die Lieferqualität stieg.

Parallel zur Software hat das Intralogistiksystemhaus die erforderliche Zahl an Handgeräten für die mobile Datenerfassung sowie leistungsstarke, kompakt konzipierte Industrie-PCs geliefert. | Bild: ProLogistik
Parallel zur Software hat das Intralogistiksystemhaus die erforderliche Zahl an Handgeräten für die mobile Datenerfassung sowie leistungsstarke, kompakt konzipierte Industrie-PCs geliefert. | Bild: ProLogistik
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Tobias Schweikl

Fassbender-Tenten ist ein Baustoffhändler für Heim- und Handwerker in der Region Bonn-Düsseldorf-Köln-Königswinter-Eifel. In zwölf Fachmärkten werden Markenprodukte für Neu- und Renovierungsbauten, Garten, Pflaster, Innenausbau und Werkzeuge verkauft. Darüber hinaus bietet das Unternehmen, das zugleich Partner der Kooperative „Bauspargruppe“ ist, Services wie Containerdienst, die Vermietung von Maschinen und Geräten, Montageunterstützung, Bauschuttentsorgung sowie Schulungen und Beratungen an.

Als besonders attraktiv empfehlen sich jene Standorte, wo Kunden das klassische Sortiment von Fassbender-Tenten mit dem großen Portfolio des Baumarktgiganten OBI vorfinden.

Das Artikelspektrum umfasst rund 59.000 Teile, 8.719 davon werden aktiv im Bestand geführt. Die Bevorratung erfolgt sowohl im Fachmarkt selbst als auch in angrenzenden Lagerhallen. Hinzu kommen Paletten- und Kragarmregale sowie Block- und Schüttgutlagerplätze im Außenbereich. Bis zur Produktivsetzung des Lagerverwaltungssystems „pL-Store“ von proLogistik war die Kommissionierung manuell organisiert. „Die beleggeführte Auftragsabwicklung ging nicht nur mit einem hohen Aufwand einher, sondern erwies sich angesichts der stetig wachsenden Sortimentsbreite zunehmend als fehleranfällig und wiederholt korrekturbedürftig“, berichtet Hans Peter Ostermann, Projektleiter bei Fassbender-Tenten. Auch habe sich der Anteil an Sofort- beziehungsweise Selbstabholern deutlich erhöht, für die vergleichsweise kurze Durchlaufzeiten primär von Relevanz sind.

Gemeinsame Software

Nachdem vor fünf Jahren das gevis-ERP-System der Münsteraner GWS Gesellschaft für Warenwirtschafts-Systeme aufgesetzt wurde, hat das Handelsunternehmen nun einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung unternommen. Auf Basis des „pL-Store“-LVS wurde gemeinsam mit der ebenfalls innerhalb der „Bauspargruppe“ wirkenden Hieronimi GmbH aus Faid/Cochem eine vereinheitlichte Softwarelösung für die Lagerverwaltung und -steuerung entwickelt – auch unter Berücksichtigung der Weiterführung eines Common Reporting-Standards (CRs). Diese Anwendung wird seit Anfang 2018 von beiden Partnern genutzt und sukzessive auf sämtliche Niederlassungen ausgerollt.

Damit einher geht die Zielsetzung durchgängig Transparenz zu schaffen, sodass jederzeit ein Überblick über aktuelle Bestände und Warenbewegungen sichergestellt ist. Parallel sollen georderte Teile bedarfsgerecht, zeitnah und effizient bereitgestellt werden können. Dies setzt auch eine erhöhte Flexibilität bei der Abarbeitung der Kundenaufträge voraus.

„Nicht zuletzt wünschen wir uns kalkulierbare Kosten für die Pflege und Wartung des Systems und setzten auf die Vorteile der permanenten Inventur“, so Hans Peter Ostermann weiter.

In diesem Gesamtkontext habe das auf die Anforderungen des Baustoffhandels zugeschnittene Lagerverwaltungssystem „pL-Store Techline“ überzeugt, das sich an alle gängigen ERP-Anwendungen anbinden lässt. Diese Lösung adressiert maximale Bestandssicherheit, deutlich erhöhte Pickleistungen sowie eine verbesserte Liefertreue und bedient gleichzeitig die Anforderungen dezidierter Qualitätsprüfungen während der Vereinnahmung im Wareneingang.

Die Hardware war dabei

Parallel zur Software hat das Intralogistiksystemhaus die erforderliche Zahl an Handgeräten für die mobile Datenerfassung sowie leistungsstarke, kompakt konzipierte Industrie-PCs geliefert. Die 12,1 Zoll-IPCs kommen auf Rollwagen im Wareneingang zum Einsatz. Kennzeichnend sind schlagresistente Kunststoffgehäuse und eine äußerst stabile, gehärtete und verschleißfreie (kapazitive) Touch-Oberfläche. Ergänzt durch Verbundsicherheitsglas ist die Funktionssicherheit der Geräte über einen langanhaltenden Zeitraum auch unter rauen und mitunter hektischen Arbeitsbedingungen gewährleistet.

Das Projekt startete im März 2017 mit der Erstellung des Pflichtenheftes durch proLogistik. Der erste Go-Live der neuen Lagerverwaltungslösung erfolgte im Februar 2018 am Fassbender-Tenten-Standort Rheinbach. Nachdem das Unternehmen nun erste Erfahrungen mit der neuen Softwareanwendung inklusive belegloser Kommissionierung gesammelt hatte, schloss sich im Februar 2019 die Inbetriebnahme in Köln-Zollstock sowie wie im Mai in Köln-Bickendorf an.

Im Jahr 2019 soll noch die Niederlassung in Düsseldorf-Lierenfeld angebunden werden. Geplant ist, in 2020 die Standorte Godesberg, Blankenheim, Zülpich und Bonn anzubinden und in 2021, die bis dato verbliebenen zu integrieren.

„Die Datenqualität konnte schon jetzt wesentlich erhöht werden“, so die Zwischenbilanz von Aram Skripin, der seit dem 1. April 2019 als Leiter Vertriebsprozesse und Logistik die Einführung von pL-Store Techline bei Fassbender-Tenten verantwortet.

Seine langjährige Erfahrung im Baustoffhandel mit diesem Lagerverwaltungssystem, soll dazu beitragen, die Inbetriebnahme noch effizienter und schneller in den anderen Niederlassungen durchzuführen. Aram Skripin weiter: „Es herrscht Bestandstransparenz und der Aufwand für manuelle oder auch doppelte Erfassung entfällt, sodass sich die Auftragsdurchlaufzeiten verkürzt haben. Infolge verzeichnen wir innerhalb der Logistik einen verbesserten Servicegrad für unsere Kunden.“

Dazu tragen auch zusätzlich in das System integrierte unternehmensspezifische Applikationen bei, die in der Standardausführung des pL-Store Techline nicht enthalten sind. So wurde zum Beispiel ein Kundenmonitor installiert, über den im Wartebereich für jeden Einzelnen der jeweilige Abarbeitungsstatus seines Auftrags ersichtlich ist. Ferner war sicherzustellen, dass im Warenausgang verwendete Ladehilfsmittel (LHM) an das ERP zwecks Berechnung zurückgemeldet werden.

Ergänzend abgebildet sind eine Farb-Misch-Anlage, da es sich bei gemischter Farbe um keinen Bestandsartikel handelt, sowie eine Beton-Misch-Anlage. Bei Letzterer bestand die Herausforderung darin, einen geeigneten Nachschubprozess für Schüttgut zu initiieren. Gleichzeitig sollte bei Selbstabholern das jeweilige Kfz-Kennzeichen erfasst und angezeigt werden können.

Synchronisierter Waren- und Informationsfluss

Spezielle Berücksichtigung fanden darüber hinaus Barverkäufe bereits im Warenausgangs-Prozess. Wichtig hierbei ist, dass sich der Kommissionierer zu Beginn die bereits dem Kunden vorliegende Rechnung zeigen lässt, damit er weiß, ob gleichzeitig Ladehilfsmittel verkauft wurden oder eben nicht. Am Ende der Kommissionierfahrt wird dann die Eingabe der LHM-Erfassung praktisch unterdrückt und der Mitarbeiter gibt nur heraus, was explizit auf der Rechnung aufgelistet ist.

Standardmäßig im pL-Store Techline enthalten sind hingegen relevante Funktionen wie etwa die Seriennummern- und Chargenverwaltung. So wird der Werker während der Kommissionierung stets aufgefordert, die Seriennummer eines Artikels einzugeben. Somit ist eine Identifikation in Echtzeit möglich und die Nachverfolgbarkeit im Sinne des Kunden gesichert. Darüber hinaus lassen sich Chargen lückenlos über die gesamte Prozesskette verfolgen.

Der Umstieg von beleggeführter Kommissionierung auf digitalisierte Abläufe inklusive der mobilen Datenerfassung war natürlich auch mit neuen Anforderungen an das operative Personal verbunden. Doch aufgrund der beim ersten Go-Live in Rheinbach gewonnenen und der aus dem sich anschließenden Produktivbetrieb resultierenden Erfahrungswerte lief bei den nachfolgenden Inbetriebnahmen alles nach Plan.

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt bei der erfolgreichen (Erst-)Einführung von pL-Store Techline bei Fassbender-Tenten war, dass bereits in dem vorhandenen gevis ERP | NAV-System eine direkte Schnittstelle zum pL-Store-LVS existiert. Ein Umstand, der die Kopplung der Systeme nochmals vereinfacht.

Ein weiterer Vorteil des reibungslosen Zusammenwirkens zeigt sich in einer erhöhten Auskunftsfähigkeit der Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Da alle einzulagernden Waren lückenlos und in Echtzeit per mobilem Handheld oder via Terminal erfasst und zeitgleich ins ERP-System überspielt werden, ist deren Verfügbarkeit ad hoc ersichtlich. Eine verbesserte Auskunftsfähigkeit in Verbindung mit verkürzten Bereitstellzeiten trägt nicht zuletzt wesentlich dazu bei, die Servicequalität weiter zu kultivieren.

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