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Lang-Lkw: Dobrindt will Netz weiter ausdehnen

Der geschäftsführende Verkehrsminister plant offenbar, das Positivnetz für die 25-Meter-Züge auf weitere Strecken und Bundesländer auszudehnen. In einzelnen Branchen hohe Einsparpotenziale, insgesamt aber geringe Emissionsreduzierung.
Spezialfall: In Nischen wie der Automobillogistik besitzen die volumenstarken 25,25-Meter-Kombinationen offenbar gut zehn Prozent an Spritsparpotenzial, wie ein Test bei Daimler ergab. | Foto: Daimler
Spezialfall: In Nischen wie der Automobillogistik besitzen die volumenstarken 25,25-Meter-Kombinationen offenbar gut zehn Prozent an Spritsparpotenzial, wie ein Test bei Daimler ergab. | Foto: Daimler
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Johannes Reichel

Der nach der Konstituierung des neuen Bundestages nur noch geschäftsführend amtierende Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will offenbar in einer seiner letzten Amtshandlungen das sogenannte Positivnetz für den Einsatz von Lang-Lkw weiter ausdehnen. Darüber berichtet die Süddeutsche Zeitung. Nach dem Bericht wurde eine entsprechende Verordnung in den letzten Monaten im Ministerium erarbeitet. Bis vergangenen Freitag lief die Anhörungsfrist für die einschlägigen Verbände, um ihre Meinung zu äußern. Der Entwurf sieht offenbar vor, das Netz, in dem die 25,25-Meter-Züge eingesetzt werden können, weiter wachsen zu lassen, etwa in Nordrhein-Westfalen, dem Saarland und in Rheinland-Pfalz. Überdies sollen grenznahe Autobahnabschnitte etwa Richtung Belgien, Frankreich und Niederlande sowie Luxemburg freigegeben werden. In der EU ist der grenzüberschreitende Verkehr mit Langzügen noch verboten.

Laut SZ habe das Haus Dobrindt den Vorwurf der Schienenverkehrslobby "Allianz Pro Schiene", man wolle schnell noch Fakten schaffen, zurückgewiesen. Die Strecken seien von den Bundesländern zuvor angemeldet worden, nun setze man diese Wünsche um. Nach Ansicht der Befürworter könnte der Einsatz von Langzügen herkömmliche Sattelzüge etwa im Verhältnis 2:3 ersetzen. Eine jüngste Praxisstudie des Landes Baden-Württemberg speziell in der Automobillogistik bei Daimler ergab eine Ersparnis von elf Prozent beim Ausstoß von CO2. Verlagerungseffekte von der Schiene waren nach den Studienerkenntnissen gering, allerdings auch die gesamtheitlich betrachteten CO2-Einsparpotenziale durch Lang-Lkw mit maximal 0,22 Prozent bis 2030, weil deren Anwendungsgebiete begrenzt sind.

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