LEVC: So sehen die neuen Vans aus

Die britische Geely-Tochter plant neben ihren Taxis mehrere Transporter. Die Marke gab uns im Stammwerk Ansty einen ersten Ausblick auf deren Zukunft.

In Ansty stellte Plattform-Chef Kent Bolvellan die neue Basis für de Vans vor. | Foto: G. Soller
In Ansty stellte Plattform-Chef Kent Bolvellan die neue Basis für de Vans vor. | Foto: G. Soller
Johannes Reichel
(erschienen bei VISION mobility von Gregor Soller)

Die chinesischen Marken wollen auch bei den Vans angreifen: Hier winken zwar keine hohen Renditen, aber Stückzahlen. Nachdem Maxus sich mittlerweile einigermaßen Erfolgreich nach Europa aufgemacht hat (oder zurückkam – die SAIC-Tochter stammte aus den Resten von LDV in Birmingham), plant jetzt ein zweiter Hersteller aus China mit einer „Marke aus den Midlands“, perspektivisch, Vans in Europa zu verkaufen: Dazu bringt Geely LEVC in Stellung.

Geplant sind drei Van-Linien

Bisher bauen die Briten vor allem das Taxi TX5 – einen Stromer mit Range-Extender und stellten dem den Van VN5 zur Seite, der jedoch sehr speziell und teuer ist. Dafür schuf Geely die neue Elektroplattform SOA, die sich von 4,86 bis auf 5,99 Meter strecken lässt. Die radstände betragen zwischen 3000 und 3800 Millimeter und man plant (neben Taxis) drei Vans:

  1. Delivery Space: Hier handelt es sich um einen Kastenwagen im einstigen 2,8-Tonnen-Segment, der vor allem Ford Transit Custom oder Mercedes Vito und Co. Konkurrenz machen soll.
  2. Business Space: Dieses Modell könnte als edel ausgestatteter Van analog zur V-Klasse vom Delivery Space abgeleitet werden.
  3. Utility Space: Der Utility Space zielt dagegen auf Ford Transit, Mercedes Sprinter und die Stellantis-Produkte um den Fiat Ducato. Er reicht bis zu 4,25 Tonnen Gesamtgewicht und könnte auch als Basis für Wohnmobile dienen.

Alle Modelle dürften komplett in China gefertigt werden. Sollten sich die wirtschaftlichen Spannungen allerdings verschärfen, könnte Geely allerdings auch eine CKD-Produktion an einem EU-Standort nutzen, der nicht unbedingt Ansty in UK sein müsste. Dort, so versicherte man stolz, werde das Taxi bleiben, das künftig als „Sharing Space“ läuft. Dazu kommt ein Edel-Kompakt-Van, der als „Leisure Space“ projektiert wurde.  

Drei Akkugrößen für bis zu 578 km Reichweite

Allen Lieferwägen gemeinsam sind Akkus mit 73, 102 und 120 kWh. Aufgebaut – auch für Crashtests wurde bisher ein Fahrzeug der „Delivery Space“ Reihe, der auch die Reichweiten vorgab, die ja nach Akku bis zu 363, 495 oder 578 km betragen sollen. Den WLTP-Verbrauch des Vans bezifferte man mit 21,5 kWh/100 km.

Es wird zudem zwei Hinterachskonstruktionen geben: Eine simple blattgefederte Starrachse für Delivery- und Utility-Space, aber auch eine luftgefederte, angetriebene Version für Business-Space und die Pkw-ähnlicheren Derivate.

Alle Vans sollen bis zu 75% der Außenlänge innen nutzen können. Im Heck schuf man eine versenkbare vierte Sitzreihe, die schon ab 3,2 Meter Radstand verbaut werden kann und bei Business- und Delivery Space zum Einsatz kommen könnte. Damit wäre in diesem Segment theoretisch ein Zwölfsitzer möglich, der aber bevorzugt auf asiatischen Märkten zum Einsatz kommen dürfte. Maßstäbe will man auch bei einer möglichst niedrigen Einstiegs- und Ladekantenhöhe setzen.

Allerdings verzichtet Geely hier auf 800-Volt-Technik: Es bleibt bei 400 Volt – zu den Ladezeiten äußerte man sich bisher britisch-dezent: Während einem ausgiebigen Nachmittags-Tea soll binnen 30 Minuten der Hub von 10 auf 80 % Kapazität gelingen, oder anders: bei einer „Cup of tea“ binnen zehn Minuten sollen sich im Idealfall bis zu 200 Kilometer Reichweite nachladen lassen.

Was bedeutet das?

Der auf dem TX5 basierende VN5 verkaufte sich auch in UK nur mäßig. Mit einer ganz neuen rein elektrischen Plattform will Geely die Marke LEVC künftig viel breiter aufstellen: Inklusive Vans, die hinsichtlich Package und Optik exakt auf die etablierten Wettbewerber ziehen. Man darf gespannt sein, ab wann sich Geely hier wo zwischen all den anderen positionieren wird.