Liefergrün expandiert nach Österreich

Spezialist für "green last mile Delivery" dehnt sein Zustellgebiet nach Österreich aus und will ab November in Wien mit nachhaltiger und schneller Logstik per E-Van oder E-Lastenrad punkten.

Vienna calling: Auch in Wien können sich Kunden künftig online bestellte Waren "same day" oder am nächsten Tag umweltfreundlich zustellen lassen. | Foto: Liefergrün
Vienna calling: Auch in Wien können sich Kunden künftig online bestellte Waren "same day" oder am nächsten Tag umweltfreundlich zustellen lassen. | Foto: Liefergrün
Johannes Reichel

Der Münsteraner Start-up Liefergrün, Spezialist für nachhaltige Last-Mile-Delivery, hat eine internationale Expansion angekündigt und startet ab November auch in Österreich. Auch hier will man mit dem Konzept der emissionsfreien Zustellung online bestellter Waren und am selben oder nächsten Tag punkten. Das in Münster gegründete und jetzt in Berlin ansässige Unternehmen bringt diesen nachhaltigen Logistikansatz in Kombination mit seiner Plattform nun als Erstes nach Wien. Weitere österreichische Städte und Nachbarländer sollen bald folgen. Die Entwicklung des österreichischen Marktes leitet Logistikexperte Sascha Sauer, der zuvor als Head of Logisitcs und Head of Sales als Prokurist bei Hermes Logistik in Österreich tätig war. Mit zehn Jahren Erfahrung im Bereich Logistik und umfangreichen Marktkenntnissen soll er den Anbieter beim Aufbau zu einem europäischen Unternehmen unterstützen.

„In Österreich und Osteuropa ist der Onlinehandel eindeutig im Aufwind. Allerdings ist die letzte Meile dort noch nicht ausreichend nachhaltig abgedeckt. Gerade beim letzten Punkt müssen wir schneller werden. Mit dem Liefergrün-Ansatz aus Deutschland sehe ich daher großes Potenzial. Ich freue mich unglaublich darauf, mit dem gesamten Liefergrün-Team eine zukunftsfähige Lösung nach Österreich zu bringen und heute schon einen echten Einfluss auf unsere Umweltziele zu haben", meint Managing Director Sauer.

Online-Shopping ist weiter im Aufwind, auch in der Alpenrepublik: 76 % der Österreicher*innen kaufen laut der aktuellen „E-Commerce Studie” online ein. Zudem wurde bis Ende April 2022 erstmals die 10-Milliarden-Euro-Marke geknackt. Gleichzeitig beklagen sich die Großstädter*innen zunehmend über Emissionen und Platzprobleme. Große herkömmliche Lieferfahrzeuge auf der letzten Meile seien, Stand jetzt, für rund 70 Prozent der Gesamtemissionen im Lieferprozess verantwortlich.

„Das geht besser und muss mit den Wünschen der Verbraucher*innen nach einem umweltbewussteren Leben kompatibel sein“, glaubt Niklas Tauch und gründete daraufhin Liefergrün.

Die Last-Mile-Plattform setzt mit ihrem technologisierten Logistikkonzept auf planbare und schnelle Belieferung von Innenstädten per Lastenrad und E-Van. Die Kund*innen bestimmen dabei, wann die Lieferung ankommen soll und nicht umgekehrt. Das gleiche Prinzip gilt auch für die Retouren. Mit einer eigens entwickelten App wird sogar die optimale Route für die Fahrerin oder den Fahrer mit dem passenden Fahrzeug berechnet. Auf diese Weise werden Lieferungen effizienter und 86 Prozen der Emissionen im Lieferprozess können dadurch eingespart werden, gibt das Unternehmen an. Der Rest werde kompensiert. Ziel sei es natürlich, irgendwann die 100 Prozent zu erreichen.

“Wir arbeiten daran, europaweit die nachhaltigste und effizienteste Lieferlösung für jeden Online-Shop aufzubauen. Die Expansion nach Wien markiert den Beginn unseres internationalen Abenteuers. Die grüne letzte Meile wird überall in Europa gebraucht, und nur die Einzelhändler*innen, die sich jetzt der Bewegung anschließen, können sich wirklich differenzieren”, wirbt Niklas Tauch, Geschäftsführer von Liefergrün.

Expansion Richtung Zentraleuropa im Blick

Das 2020 gegründete "Cleantech-Start-up" mit Standorten in Münster und Berlin wächst rasant und beschäftigt mittlerweile über 60 Mitarbeiter*innen - Tendenz steigend. In Berlin, Hamburg und Köln sind die E-Vans und E-Cargobikes bereits im Einsatz. Die geplante Flotte werde zudem schnell alle Landeshauptstädte und Umgebung abdecken können. Durch die Nähe Österreichs zu anderen europäischen Ländern habe man als nächstes Metropolen wie Budapest, Bratislava und Prag im Visier und könne damit weitere 30 Prozen des Liefermarktes abdecken.

“Diese Märkte sind vielversprechend, da das Interesse am Online-Handel sehr groß ist. Doch ohne moderne und flexible Liefermöglichkeit führt dies zum Verkehrschaos in den Städten. Die derzeitige Infrastruktur entspricht noch lange nicht den nachhaltigen Zielen. Genau hier wollen wir ansetzen. Wir müssen dort, wo überholte Prozesse bestehen, radikal umdenken, um eine intelligentere und nachhaltigere Lieferinfrastruktur für die letzte Meile und mittelfristig für den Regionalverkehr zu schaffen”, ergänzt Sascha Sauer.

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