Liefergrün liefert jetzt auch für H&M

Nachhaltige Lieferungen werden in Berlin, Hamburg und Wien angeboten und sollen die zahlreichen Modelieferungen emissionfrei darstellen, mit E-Cargobikes und E-Vans.

Grüne Mode-Welle: Liefergrün startet jetzt auch für H&M in den nachhaltigen Versand der Ware. | Foto: Liefergrün
Grüne Mode-Welle: Liefergrün startet jetzt auch für H&M in den nachhaltigen Versand der Ware. | Foto: Liefergrün
Johannes Reichel

Das Berliner Logistik-Start-up Liefergrün hat jetzt in Berlin, Hamburg und Wien die nachhaltige Paketzustellung für die H&M Gruppe übernommen. Modemarken und andere Händler lieferten täglich tausende von Paketen in Innenstädten aus. Hier entstehe der Großteil aller Emissionen des Paketversands, argumentiert der Anbieter. Gerade deshalb sei es für Händler*innen wichtig, ihre Logistik-Infrastruktur zu optimieren und einen Beitrag zur Reduzierung von Lärm und Schadstoffen in urbanen Gebieten zu leisten. Daher habe sich die H&M Gruppe dafür entschieden, in drei der größten Städte im DACH-Markt – Berlin, Hamburg und Wien – Liefergrün in das eigene Serviceangebot zu integrieren. Damit sollen Emissionen auf der letzten Meile gar nicht erst entstehen und auch die Geräusch- und Feinstaubbelastung werde erheblich reduziert „

"Wir müssen dringend die Lärmbelästigung und CO2-Emissionen in unseren Innenstädten reduzieren. Dafür ist es essenziell, mit Online-Händlern zu kooperieren, die tagtäglich Menschen beliefern. Die Zusammenarbeit mit H&M ist daher ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg”, ergänzt Nils Fischer, Geschäftsführer und COO von Liefergrün.

Technologie als Antrieb

Die technologische Komponente sei dabei der Schlüssel, um einen reibungslosen Prozess zu gewährleisten. Nachdem eine Bestellung bei H&M aufgegeben wurde, berechnet Liefergrün hinter den Kulissen, mithilfe eines speziell entwickelten Algorithmus die optimale Lieferroute: Er berücksichtigt die Entfernung und Größe der Pakete, um die ideale Tour mit dem passenden Fahrzeug zu berechnen - ohne unnötige Umwege. Dabei operiert der Anbieter ausschließlich mit emissionsfreien Fahrzeugen wie Elektro-Lastenrädern oder E-Fahrzeugen ausgeliefert. Außerdem lasse sich der gesamte Lieferprozess über das Live-Tracking einfach online verfolgen und die Lieferung sicher und flexibel am selben Tag, am späten Abend oder am nächsten Tag als Tages- oder Abendzustellung einplanen, was die Zustellquote erhöht. 

Neue Verbraucheransprüche

Fest steht für den Anbieter, dass Online-Shopping weiter Bestand hat und mittlerweile zum Alltag gehört. Man rechnet damit, dass das Paketvolumen weiter wächst. Laut einer Prognose des Umweltbundesamtes wird die Anzahl der Lieferungen hierzulande jährlich um rund sieben Prozent steigen - das ergibt 5,7 Milliarden Zustellungen im Jahr 2025. Liefergrün habe nicht nur frühzeitig diesen Anstieg, sondern auch die gestiegenen Ansprüche der Händler*innen und Verbraucher*innen antizipiert. Mit dem neuen Ansatz will man die etablierten Player der Logistikbranche herausfordern.

„Die Lieferung ist mittlerweile zu dem entscheidenden Differenzierungsmerkmal im eCommerce geworden und Händlern wie H&M ist dies bewusst. Nur wer die Lieferung als Teil des Produktes sieht, kann langfristig die Kundenzufriedenheit und somit vor allem die Kundenbundung steigern. Mit Liefergrün bieten wir genau das: eine nachhaltige Alternative, die den Zeitaufwand und die Prozesse vom Check-out bis zur Übergabe des Pakets an der Haustür unterstützt und optimiert. So bauen wir die Paketzustellung der Zukunft", wirbt Niklas Tauch, Mitgründer und CEO von Liefergrün.

Aus H&M-Sicht wolle man den Wandel hin zu einer nachhaltigeren Modezukunft mit anführen und sieht eine nachhaltige, flexible und kundenzentrierte Logistik als wesentlich an. Man sei vom logistischen Know-how sowie der Technologie des Start-ups überzeugt und wolle in ausgewählten Städten die letzte Meile bestreiten, erklärt Daniel Kusibojovski, Regional Logistics Transport Manager Central Europe, H&M Group.

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