Linde Group: Pedelec mit Wasserstoffantrieb

Alternative zum konventionellen batteriebetriebenen Pedelec. Mit 34 Gramm Gas 100 Kilometer Reichweite, schnelle Betankung, keine Akku-Entsorgung.

An höchster Stelle: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nahm eines der ersten Hydrogen-Pedelecs entgegen von Linde-Vorstand Wolfgang Büchele. | Foto: Linde Group
An höchster Stelle: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) nahm eines der ersten Hydrogen-Pedelecs entgegen von Linde-Vorstand Wolfgang Büchele. | Foto: Linde Group
Johannes Reichel

Der Technologiekonzern The Linde Group hat ein selbst entwickeltes Pedelec (Fahrrad mit Elektro-Hilfsmotor) vorgestellt. Als Antriebsquelle dient eine kompakte Brennstoffzelle. Sie ersetzt die sonst übliche Batterie und erzeugt den zur Unterstützung des Fahrers benötigten Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff aus der Umgebungsluft. Das in dieser Form einzigartige, hocheffiziente und emissionsfreie Antriebssystem ermögliche eine Reichweite von über 100 Kilometern, skizzierte Linde. Dafür genügten ihm maximal 34 Gramm mitgeführtes Wasserstoffgas. Die Befüllung durch ein eigens entwickeltes Befüllsystem dauere dabei maximal sechs Minuten. "Mit dem Linde-H2-Bike zeigen wir, dass sich die Vorteile des Wasserstoffantriebs nicht nur auf Autos sondern auch auf Fahrräder anwenden lassen." Linde-Ingenieure haben das Projekt in unter drei Monaten von der ersten Idee bis zum fahrfertigen Prototypen und anschließend weiter bis zur Pilotserie entwickelt. Unter dem Motto "I run on hydrogen" zeige das Linde-H2-Bike, dass der konventionelle Batterieantrieb auch bei den per se bereits umweltschonenden Elektro-Fahrrädern nicht alternativlos ist, teilte der Hersteller mit. Ebenso wie wasserstoffbetriebene Autos, würden Brennstoffzellen-Fahrräder eine hohe Reichweite mit einer kurzen Betankungseit von nur wenigen Minuten verbinden. Zudem kann auf Antriebsbatterien mit ihrer begrenzten Lebensdauer und aufwändigen Entsorgung verzichtet werden. Natürlich wäre auch der Einsatz im gewerblichen Bereich und als Lastenfahrrad denkbar.

 

Das Wasserstoff-Fahrrad, von dem Linde eine limitierte Prototypenserie produzieren wird, fährt mit nachhaltig erzeugtem, grünem Wasserstoff. Dieser kann per Elektrolyse mithilfe von Windenergie oder aus der Reformierung von Biogas produziert werden. Die CO2-Bilanz des Linde-H2-Bikes ist damit wesentlich besser als der Energiemix des deutschen Netzstroms, wie er beim Aufladen eines batteriebetriebene Pedelecs zur Anwendung kommt.

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